Exporte stürzen um 2,1 Prozent ab – Industrie steht fast still
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WirtschaftExport-Schock

Exporte stürzen um 2,1 Prozent ab – Industrie steht fast still

Die deutsche Exportwirtschaft erlebt einen heftigen Dämpfer: Im Mai brachen die Ausfuhren überraschend um 2,1 Prozent ein. Der Einkaufsmanagerindex fiel auf 50,1 Punkte – die Industrie steht damit kurz vor der Schrumpfung. Der Iran-Krieg, explodierende Kosten und schwindende Aufträge belasten die Konjunktur.

Exporte stürzen ab – Industrie am Stillstand

Die deutschen Exporte sind im Mai 2026 überraschend um 2,1 Prozent zum Vormonat eingebrochen. Das gab das Statistische Bundesamt bekannt. Gleichzeitig fiel der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe auf 50,1 Punkte – nur noch hauchdünn über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Im April hatte der Index noch bei 51,4 Punkten gelegen, wie aus aktuellen PMI-Daten hervorgeht.

Noch im März hatten die Exporte um 0,5 Prozent zugelegt. Der abrupte Rückgang im Mai kommt unerwartet: Erstmals im Jahr 2026 gingen die Neuaufträge der deutschen Industrie zurück. Besonders die Exportaufträge fielen – ebenfalls das erste Minus seit Januar. Hersteller von Konsumgütern verzeichneten einen regelrechten Einbruch der Bestellungen.

Der Aufschwung im verarbeitenden Gewerbe kam im Mai zum Stillstand. Das bestätigt die Warnsignale aus den jüngsten PMI-Umfragen, dass das Wachstum – getrieben durch vorgezogene Aufträge – nachlassen würde.
Phil Smith, Associate Director of Economics bei S&P Global Market Intelligence

Die Unternehmen leiden unter hohen Kosten und einer von geopolitischen Risiken vergifteten Unsicherheit. Einige Betriebe berichten zwar, dass Kunden Aufträge vorzogen, um möglichen Preissteigerungen und Lieferengpässen durch den Nahost-Konflikt zuvorzukommen. Doch dieser Vorzieheffekt verpuffte im Mai – die Nachfrage brach weg.

Iran-Krieg treibt Kosten – Jobs fallen weg

Der und die effektive Schließung der Straße von Hormus haben die Energie- und Transportkosten in die Höhe getrieben. Die Einkaufspreise der Industrie stiegen im Mai auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Viele Betriebe müssen die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weitergeben – was wiederum die Nachfrage dämpft.

In einem Umfeld, in dem die Gewinnmargen unter Druck stehen, musste etwas nachgeben – und dieses 'Etwas' war die Beschäftigung. Die Jobverluste in den Fabriken erreichten den höchsten Stand seit Anfang 2025.
Phil Smith, Associate Director of Economics bei S&P Global Market Intelligence

Die Jobverluste in den Fabriken erreichten den höchsten Stand seit Anfang 2025. Die Gewinnmargen der Unternehmen stehen unter Druck, und der Stellenabbau beschleunigt sich. Betroffen sind vor allem das verarbeitende Gewerbe und die Exportindustrie.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Die Geschäftserwartungen der Einkaufsmanager erholten sich etwas von ihrem Tief im April. Phil Smith führt dies auf die Hoffnung zurück, dass eine diplomatische Lösung im Nahost-Konflikt gefunden werden könnte. Ob und wann eine solche Einigung zustande kommt, ist jedoch völlig offen.

Für das zweite Quartal zeichnet sich ein schwieriges Bild ab. Nachdem die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal noch um 0,3 Prozent gewachsen war, droht nun eine Stagnation – oder Schlimmeres. Die nächsten Konjunkturdaten werden zeigen, ob der Mai ein Ausreißer war oder der Beginn einer neuen Abwärtsspirale.

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