Durchbruch nach monatelangem Krieg
Am Sonntagmittag vermeldete Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X den Durchbruch: Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Friedensabkommen verständigt. Die Unterzeichnung soll am kommenden Freitag in der Schweiz stattfinden, teilte Sharif mit, dessen Land als Vermittler zwischen Washington und Teheran agierte.
US-Präsident Donald Trump bestätigte die Einigung wenig später auf Truth Social. Gleichzeitig ordnete er die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen den Iran an und kündigte die Wiedereröffnung der Straße von Hormus an – allerdings erst nach der Unterzeichnung am Freitag. Zuvor müssten noch Minen geräumt werden, räumte Trump ein. Die Ölpreise fielen daraufhin deutlich.
The Deal with the Islamic Republic of Iran is now complete. Congratulations to all! Ships of the World, start your engines. Let the oil flow!Donald Trump, US-PräsidentMehr Zitate von Donald Trump →
Iran: „Finger weiter am Abzug"
Doch die Skepsis in Teheran ist mit Händen zu greifen. Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi bestätigte die Einigung zwar, machte aber unmissverständlich klar, dass sein Land dem langjährigen Erzfeind nicht über den Weg traut.
Das Abkommen bedeutet nicht, dass wir dem Feind vertrauen. Wir haben die Finger weiter am Abzug.Kasem Gharibabadi, Vizeaußenminister IranMehr Zitate von Kasem Gharibabadi →
Nach iranischen Angaben umfasst das Rahmenabkommen 14 Punkte. Dazu gehören die Aufhebung der Ölsanktionen, nukleare Auflagen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Die USA verpflichten sich demnach, die Souveränität Irans zu respektieren und sich nicht in innere Angelegenheiten einzumischen. Hochangereichertes Uran soll innerhalb des Landes verdünnt werden – ein Mechanismus dafür soll binnen 60 Tagen ausgehandelt werden.
Neue Bomben auf Beirut – Israel außen vor
Ausgerechnet am Tag der Einigung griff Israel einen Vorort von Beirut an. Ziel sei die Hisbollah-Miliz gewesen, teilte die israelische Armee mit. Sowohl Trump als auch die iranische Seite verurteilten den Angriff. Israel ist nach eigenen Angaben nicht Partei des Abkommens – eine Stellungnahme aus Jerusalem blieb zunächst aus.
Das Abkommen sieht die sofortige und dauerhafte Einstellung aller Kampfhandlungen vor – auch an der Front zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Ob sich Jerusalem daran halten wird, ist offen.
Merz gratuliert – Europa fordert Nachweise
Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte Trump zu dem „diplomatischen Durchbruch". Weitere Verhandlungen müssten in den nächsten Wochen sicherstellen, dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm „nachprüfbar beendet", schrieb Merz. Die Staats- und Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Italiens forderten eine zügige Umsetzung und boten Sanktionserleichterungen an. UN-Generalsekretär António Guterres lobte den Deal als „kritischen Schritt" und rief alle Seiten zu weiteren Anstrengungen auf.
Weitere Verhandlungen müssen in den nächsten Wochen sicherstellen, dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm nachprüfbar beendet. Ich gratuliere Präsident Trump zu diesem diplomatischen Durchbruch.Friedrich Merz, BundeskanzlerMehr Zitate von Friedrich Merz →
60 Tage bis zur Feuerprobe
Das Rahmenabkommen ist nur der erste Schritt. Innerhalb von 60 Tagen sollen die eigentlichen Verhandlungen über das Atomprogramm folgen. Trump drohte bereits für den Fall des Scheiterns mit neuen Angriffen. Die Straße von Hormus – einer der wichtigsten Öltransitwege der Welt – soll am Freitag nach der Räumung der Seeminen wieder geöffnet werden. Ob das Misstrauen auf beiden Seiten ein endgültiges Abkommen zulässt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.













