USA verweigern somalischem WM-Schiedsrichter die Einreise – trotz gültigen Visums
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SportEinreise-Eklat

USA verweigern somalischem WM-Schiedsrichter die Einreise – trotz gültigen Visums

Er hatte das Visum, die Unterlagen, die Nominierung – trotzdem wurde Omar Artan am Flughafen Miami abgewiesen. Der erste somalische WM-Schiedsrichter der Geschichte darf nicht einreisen, die Fifa akzeptiert die Entscheidung. Ein Eklat mit Ansage.

Ein Schiedsrichter, der für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nominiert war, darf nicht ins Gastgeberland einreisen. Für Omar Artan, den ersten somalischen Referee, der jemals bei einer WM pfeifen sollte, ist der Traum am Miami International Airport geplatzt. Der 34-Jährige war am Wochenende mit einem Flug aus Istanbul gelandet und wurde von Beamten der Customs and Border Protection (CBP) festgehalten. Nach einer zusätzlichen Sicherheitsüberprüfung die Entscheidung: Artan gilt als „unzulässig" und muss die USA umgehend wieder verlassen.

„Vetting concerns" – was hinter der Einreisesperre steckt

Die CBP teilte mit, der somalische Staatsbürger sei nach einer Überprüfung „aufgrund von Sicherheitsbedenken für nicht einreisefähig befunden" worden. Konkrete Gründe nannte die Behörde nicht. Somalia gehört zu jenen rund 40 Ländern, die unter der Trump-Regierung als Risikostaaten eingestuft wurden und deren Bürger mit zusätzlichen Hürden oder pauschalen Einreisesperren rechnen müssen, berichtet die Washington Post.

Präsident hatte Somalia bereits im Dezember 2025 auf eine Liste von 12 Staaten gesetzt, deren Bürgern die Einreise faktisch verboten wurde – unter Verweis auf Terrorismusrisiken. Schon damals hatte Trump das ostafrikanische Land polemisch als „stinkend" bezeichnet und Menschen aus Somalia als „Müll" beschimpft, wie Politico dokumentiert.

Fifa hält sich raus – und verweist auf den Gastgeber

Die Fifa zeigte sich informiert, aber nicht gewillt, in den Fall einzugreifen. In einer Stellungnahme erklärte der Weltverband: „Im Einklang mit früheren Fifa-Veranstaltungen entscheidet letztlich die Regierung des Gastgeberlandes, wer ein Visum erhält und wer ins Land gelassen wird." Artans Status werde sich „vorerst nicht ändern". Es ist der erste bekannte Fall, in dem einem nominierten WM-Schiedsrichter die Einreise in die USA verweigert wurde.

Artan selbst äußerte sich in der New York Times zu dem Vorfall. Er habe alle erforderlichen Dokumente besessen: „Ich hatte die richtigen Unterlagen und alles. Ich hatte das richtige Visum. Ich glaube, dass sie ein Problem mit meinem Land haben."

„Ich hatte die richtigen Unterlagen und alles. Ich hatte das richtige Visum. Ich glaube, dass sie ein Problem mit meinem Land haben."
Omar Artan, somalischer WM-Schiedsrichter

Der Fall Artan ist kein Einzelfall. Wie die Washington Post weiter berichtet, wurden auch zwei Mitglieder der irakischen Nationalmannschaft bei der Einreise festgehalten oder abgewiesen. Fans aus mehreren Ländern berichten von Schikanen an der Grenze. Die Sorge wächst, dass die strikte Einreisepolitik der Trump-Regierung die erste WM auf US-amerikanischem Boden seit 1994 überschattet.

Eine historische Chance – zerstört am Flughafenschalter

Für Somalia wäre Artans Einsatz ein historischer Moment gewesen. Der 1992 in Mogadischu geborene Schiedsrichter ist seit 2018 auf der Fifa-Liste und schrieb Anfang 2024 Geschichte, als er als erster Somalier beim Afrika-Cup der Nationen Spiele leitete. In einem Interview mit Al Jazeera vor dem Turnier hatte er über die Hürden in seiner Heimat gesprochen: „Du darfst nicht aufgeben. Du musst kämpfen, wenn du an einen Ort wie die Weltmeisterschaft willst." Nun ist ausgerechnet die Einreisepolitik des Co-Gastgebers zur unüberwindbaren Hürde geworden.

Die europäischen Verbände zeigen sich alarmiert. Bereits im Vorfeld der WM hatte es Forderungen gegeben, das Turnier nicht in den USA auszutragen, solange Einreisebestimmungen Teilnehmer aus bestimmten Ländern ausschließen. Für Omar Artan ist der Traum von der WM vorbei. Ob weitere Schiedsrichter, Spieler oder Betreuer noch an der US-Grenze scheitern werden, bleibt offen – die Fifa hat sich dazu bislang nicht geäußert.

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