Schwere Verletzung ohne Gegnereinwirkung
Deutschland hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vorzeitig das Achtelfinale erreicht – doch der Preis ist hoch. Innenverteidiger Nico Schlotterbeck zog sich beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni in Toronto einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zu und wird für den Rest des Turniers ausfallen. Der 26-Jährige verdrehte sich bereits in der Anfangsphase ohne gegnerische Einwirkung das Gelenk, spielte die erste Halbzeit aber noch zu Ende.
Zur Pause musste Schlotterbeck ausgewechselt werden. Für ihn kam Antonio Rüdiger, der an der Seite von Jonathan Tah die Defensive stabilisierte und den Sieg über die Zeit brachte. Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich unmittelbar nach dem Abpfiff besorgt: Er befürchtete eine Innenbandverletzung, die MRT-Untersuchung am 22. Juni bestätigte jedoch einen kompletten Riss.
Nagelsmanns Sorge bewahrheitet sich
Der DFB und Schlotterbecks Klub Borussia Dortmund kommunizierten übereinstimmend eine Ausfallzeit von mehreren Wochen. Damit ist das WM-Aus für den einzigen Linksfuß in der Innenverteidigung besiegelt. Auch in der Saisonvorbereitung des BVB und beim Supercup wird Schlotterbeck aller Voraussicht nach fehlen.
Der Verlust trifft die Mannschaft empfindlich. Schlotterbeck hatte sich in der Gruppenphase gemeinsam mit Tah als Stammduo etabliert. Nun rückt Rüdiger in den Fokus – ein Spieler, der vor dem Turnier selbst in den Schlagzeilen stand.
Rüdiger: Vom Problemfall zum Hoffnungsträger
Im März hatte Nagelsmann dem 33-Jährigen mitgeteilt, dass er nur noch die Rolle des Herausforderers einnehmen werde. Hintergrund waren rustikale Fouls, polarisierende Gesten und unkontrollierte Wutausbrüche in der Liga. Doch Rüdiger akzeptierte die Degradierung ohne Aufbegehren und wirkte im DFB-Umfeld zuletzt fast befreit – fokussiert und mannschaftsdienlich.
Nun wird er mit großer Wahrscheinlichkeit im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador am 25. Juni in die Startelf zurückkehren und gemeinsam mit Tah die Abwehr durch die K.-o.-Phase führen müssen. Nagelsmann setzt auf den Routinier, um die Stabilität zu wahren, die für ein Weiterkommen entscheidend sein wird.
Fokus auf Ecuador und das Achtelfinale
Durch die beiden Siege ist das DFB-Team bereits für die Runde der letzten 32 qualifiziert. Ob Deutschland die Gruppe E als Erster abschließt, hängt noch vom Ergebnis der Partie Ecuador gegen Curaçao ab. Unabhängig davon wartet im Achtelfinale voraussichtlich in Boston ein Gegner aus einer anderen Gruppe – und die Frage, ob die neuformierte Innenverteidigung dem Druck standhält.





