81 Prozent spüren keine Entlastung – Druck auf Bundesregierung wächst
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81 Prozent spüren keine Entlastung – Druck auf Bundesregierung wächst

Am 30. Juni endet der Tankrabatt. Die Steuersenkung auf Benzin und Diesel hat die meisten Bürger nicht entlastet, sagen Verbraucherschützer. Sie fordern eine Senkung der Stromsteuer – doch die Koalition streitet über den richtigen Weg.

Am 30. Juni endet der Tankrabatt. Für die meisten Autofahrer war die Steuersenkung ohnehin kaum spürbar – 81 Prozent sagen, sie spüren keine Entlastung. Jetzt wächst der Druck auf die Koalition, eine dauerhafte Lösung zu finden.

Der befristete Tankrabatt senkte seit dem 1. Mai 2026 die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um netto 14,04 Cent je Liter, brutto rund 16,7 Cent. Die Maßnahme war eine Reaktion auf drastisch gestiegene Spritpreise infolge des Iran‑Krieges. Im April 2026 kostete Diesel im bundesweiten Schnitt 2,263 Euro, Super E10 lag bei 2,109 Euro – der teuerste Tankmonat seit Jahren. In Bayern etwa gingen die realen Tankstellenumsätze laut Landesamt für Statistik im April um 6,7 Prozent zurück.

81 Prozent der Bürger spüren keine Entlastung

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) belegt nun, dass die milliardenschwere Steuersenkung bei den Bürgern kaum ankommt. 81 Prozent der Befragten haben nicht den Eindruck, dass die Maßnahmen ihren Alltag entlasten. Nur 15 Prozent sehen eine positive Wirkung. Der Rest machte keine Angabe.

Die Politik muss jetzt nachlegen. Statt vor allem auf zeitlich begrenzte Instrumente wie den Tankrabatt zu setzen, sind Maßnahmen nötig, die dauerhaft wirken und die Abhängigkeit von fossilen Energien verringern.
Ramona Pop, Vorstandsvorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)

Koalition streitet über Anschlusslösung

Mehrere SPD-geführte Bundesländer, darunter Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, fordern eine Verlängerung des Tankrabatts. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) lehnt das ab. „Der Staat kommt irgendwann an die Grenze seiner Möglichkeiten“, sagte Schnieder dem Merkur. Sepp Müller, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion, ergänzte: „Dauerhafte Subventionen kann der Staat nicht leisten. Der Steuereuro muss gezielt eingesetzt werden.“

Die temporäre Senkung der Energiesteuer war richtig. Nun geht es um die Frage: Wie verhindern wir, dass die Belastungen einfach zurückkehren?
Dirk Panter (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen

Den Bundeshaushalt kostet der zweimonatige Tankrabatt rund 1,6 Milliarden Euro an Steuermindereinnahmen. Ab dem 1. Juli gelten wieder die regulären Energiesteuersätze: 65,45 Cent pro Liter Benzin und 47,04 Cent pro Liter Diesel. Wegen der 12‑Uhr‑Regel, die Preiserhöhungen nur einmal täglich um die Mittagszeit erlaubt, könnte der Preisanstieg an den Zapfsäulen schrittweise oder verzögert eintreten – aber er kommt.

Ramona Pop drängt auf die Umsetzung einer zentralen Zusage aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD: die Senkung der Stromsteuer für alle Privathaushalte. Bislang wurde diese wegen Finanzproblemen nur für bestimmte Wirtschaftsbereiche umgesetzt. „Die Bundesregierung muss jetzt schnell ihr Wahlversprechen umsetzen, bevor der Tankrabatt ausläuft und die Belastung für viele Haushalte weiter zunimmt“, sagte Pop der Deutschen Presse-Agentur. Für den Verbraucherzentrale-Chef ist die Stromsteuersenkung ein wirksamerer Hebel als immer neue Spritrabatte, weil sie unmittelbar und dauerhaft entlastet.

Die Bundesregierung muss jetzt schnell ihr Wahlversprechen umsetzen, bevor der Tankrabatt ausläuft und die Belastung für viele Haushalte weiter zunimmt.
Ramona Pop, Vorstandsvorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)
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