Straße von Hormus: Trump verkündet gebührenfreie Öffnung – Iran will kassieren
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Straße von Hormus: Trump verkündet gebührenfreie Öffnung – Iran will kassieren

Nach 15 Wochen Krieg und Blockade ist die Straße von Hormus wieder offen. Doch der Jubel über das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran währt kurz: Während Trump „Schiffe in aller Welt, startet eure Motoren“ ruft, beharrt Teheran auf Durchfahrtsgebühren. Der Ölpreis stürzt, die Börsen feiern – der Konflikt bleibt brandgefährlich.

Der Ölpreis rutscht ab, die Börsen drehen durch – und trotzdem ist der Frieden nur auf eineinhalb Seiten notiert. Am 15. Juni 2026 verkündeten die USA und der Iran ein 14-Punkte-Rahmenabkommen, das die seit Ende Februar blockierte Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt öffnet. Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggastransits waren durch den Krieg lahmgelegt.

Schiffe in aller Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen.
Donald Trump, US-Präsident

Das in Genf unterzeichnete Memorandum of Understanding sieht eine 60-tägige Waffenruhe auf allen Fronten vor, das sofortige Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen und die Wiedereröffnung der Meerenge. Pakistan vermittelte den Deal, der laut Trump „all signed“ sei und am 19. Juni offiziell besiegelt werden soll.

Iran fordert Gebühren – Trump sagt Nein

Noch bevor der Text veröffentlicht ist, klaffen die Versionen beider Seiten auseinander. Der Iran will Durchfahrtsgebühren erheben, Trump spricht von einer „toll-free“-Öffnung. US-Vizepräsident JD Vance dämpft: „Das MoU ist etwa eineinhalb Seiten lang, also ein sehr allgemeines Dokument.“

Das MoU ist etwa eineinhalb Seiten lang, also ein sehr allgemeines Dokument.
JD Vance, US-Vizepräsident

Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, der Wortlaut werde nach der Unterzeichnung publiziert. Dass Irans Oberster Nationaler Sicherheitsrat die Gebührenfrage in seiner Stellungnahme aussparte, nährt Zweifel, ob der Dissens beigelegt ist.

Ölpreis stürzt, Dow auf Rekordhoch

Die Finanzmärkte reagierten schlagartig: Brent-Rohöl fiel um rund 5 Prozent auf 83 US-Dollar pro Barrel, West Texas Intermediate auf 81 Dollar. Der Dow Jones Industrial Average schloss bei 51.671 Punkten – ein neuer Allzeitrekord. Der S&P 500 legte 1,7 Prozent auf 7.554 Punkte zu, der Nasdaq 100 sprang um 3,1 Prozent.

Die Internationale Energieagentur hatte die monatelange Blockade als „größte Energiekrise der Menschheit“ bezeichnet. Jetzt hoffen Regierungen weltweit auf Entlastung.

Dies ist unverzichtbar für die regionale Stabilität und die Weltwirtschaft.
Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

Deutschland hofft auf sinkende Spritpreise

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht in dem Abkommen eine Chance: „Es kann nun den Weg zu einer Erholung auch der Weltwirtschaft und einer Stabilisierung der Region bahnen.“ Volkswirte sind jedoch gespalten. Sebastian Dullien vom IMK hält 2026 ein Wachstum von 0,8 Prozent für möglich, Samina Sultan vom IW Köln erwartet frühestens 2027 Vorkriegsniveau beim Ölpreis.

Das Abkommen kann nun den Weg zu einer Erholung auch der Weltwirtschaft und einer Stabilisierung der Region bahnen.
Friedrich Merz, Bundeskanzler

Israel widerspricht Trump – Kämpfe in Libanon gehen weiter

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu konterte Trumps Darstellung: „Wir sehen nicht immer Auge in Auge.“ Israel werde seine Militäroperationen in Libanon, Gaza und Syrien so lange fortsetzen wie nötig. Die Hisbollah meldete am Montag weitere Angriffe auf israelische Stellungen.

Der britische Premier Keir Starmer nannte das Abkommen einen „enorm wichtigen Schritt, um den Krieg zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen“. Die nächste Belastungsprobe steht kurz bevor: Am Freitag müssen die Delegationen in Genf die Papiere unterzeichnen – mit oder ohne Einigung über die Gebühren.

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