Massiver Angriff auf die Hauptstadt
In der Nacht zum 15. Juni 2026 entfesselt Russland eine massive Angriffswelle auf die Ukraine. 70 Raketen und 611 Langstreckendrohnen steuern auf Kiew, Charkiw und Dnipro zu. Die ukrainische Luftverteidigung kann Hunderte Ziele abfangen, doch nicht alle Geschosse lassen sich stoppen. Die Folge: Tote, Verletzte und schwere Schäden an kulturellen Symbolen – das UNESCO-Weltkulturerbe Kiewer Höhlenkloster geht in Flammen auf.
Laut Behördenangaben kommen mindestens vier Menschen ums Leben, mehr als ein Dutzend werden verletzt. Im Kiewer Höhlenkloster, dem Pechersk Lavra, brennen die Dächer der Mariä-Entschlafens-Kathedrale auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern. Bischof Avraamii spricht von der „Not-Evakuierung“ antiker Ikonen und religiöser Reliquien – wie Forbes berichtet.
Kulturelle Wahrzeichen zerstört
Neben dem Kloster trifft es auch die Dovzhenko-Filmstudios: Die umfangreiche Kostümsammlung geht in Flammen auf, wie ukrainische Medien berichten. Der Mystetskyi Arsenal, ein nationaler Kunst- und Kulturkomplex, wird ebenfalls beschädigt. In Charkiw gerät das Kunstmuseum in Brand, in Dnipro das Haus der Orgel- und Kammermusik.
Die Angriffe zielen offenbar gezielt auf zivile Einrichtungen und kulturelles Erbe. Russland bestreitet die Verantwortung für den Brand im Höhlenkloster und macht eine fehlgeleitete ukrainische Patriot-Rakete verantwortlich, wie das Moskauer Verteidigungsministerium am 13. Juni erklärte.
„Wir werden antworten“ – Selenskyj vor den Trümmern
Am Tag danach tritt Präsident Wolodymyr Selenskyj vor das beschädigte Höhlenkloster. Auf die Frage, was er Wladimir Putin nach der Attacke zu sagen habe, antwortet er mit drei Worten: „Wir werden antworten“.
„Wir werden antworten.“Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, vor dem beschädigten Kiewer Höhlenkloster
Selenskyj deutet damit Vergeltungsschläge gegen Russland an. Erst kürzlich hatte die Ukraine ein neues Paket von Patriot-Raketen erhalten. Dennoch konnten nicht alle Drohnen abgefangen werden, räumt er ein. Die Forderung an die Partner bleibt: mehr Luftverteidigung, mehr Langstreckenwaffen, stärkere Sanktionen. In der Vorwoche allein feuerte Russland 1.920 Drohnen auf ukrainisches Gebiet ab.
Diplomatische Front: G7-Gipfel und Trumps Rolle
Während die Trümmer rauchen, ringen die Verbündeten der Ukraine beim G7-Gipfel in Evian-les-Bains um eine gemeinsame Linie. Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Boris Starmer fordern gemeinsam mit Kiew einen sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen auf Basis der aktuellen Frontlinie.
Gleichzeitig sorgt die Rückkehr von Donald Trump auf die diplomatische Bühne für Nervosität. Der US-Präsident war am Montag mit den Worten in Frankreich gelandet: „Jetzt, wo das [Iran-Problem] erledigt ist, werden wir uns darauf konzentrieren, ob wir auch diesen Krieg beenden können.“ Europäer befürchten, Trump könne ihre Strategie maximalen Drucks unterlaufen.
Selenskyj selbst hatte Putin vor dem Gipfel ein Treffen angeboten – entweder in Frankreich oder in den USA. Der Kreml lehnte ab. Stattdessen intensivierte Moskau die Angriffe. Nach dem Großangriff auf Kiew ist das Angebot wohl endgültig vom Tisch.
Nächste Eskalation oder Wende?
Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie hart die Ukraine zurückschlägt. Bereits in der Woche zuvor hatte sie mit einer Flamingo-Rakete aus eigener Produktion ein russisches Militärwerk getroffen – wie Selenskyj auf X mitteilte. Die Botschaft: Kiew ist immer weniger auf westliche Waffen angewiesen. Der nächste Vergeltungsschlag dürfte nicht lange auf sich warten lassen.
Bis dahin bleibt die Bevölkerung in Atem. Die UN meldet den tödlichsten Monat für Zivilisten seit April 2022: Mehr als 2.000 Tote und Verletzte im Mai 2026. Fast 2.000 Kampfdrohnen in einer Woche, 70 Raketen und 611 Drohnen in einer Nacht – wie viele weitere Opfer Selenskyjs versprochene „Antwort“ fordern wird, steht in den Sternen.








