Es war ein Post, der umgehend für Kopfschütteln sorgte. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb am späten Montagabend nach dem blamablen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay auf X: „Was für ein Spiel, DFB-Team!“ – und erntete dafür massive Kritik. Die DFB-Elf war zuvor im Sechzehntelfinale mit 4:5 nach Elfmeterschießen an dem krassen Außenseiter gescheitert.
Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, DFB-Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X
Auf X reagierten Nutzer mit Spott und Häme. Die Frage „Welches Spiel?“ trendete. Nutzer warfen Merz Realitätsverlust vor. Ein User kommentierte: „Aus welchem Paralleluniversum kommt dieser Post?“ Auch politische Gegner meldeten sich zu Wort. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb: „Ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Das Spiel oder diese Analyse.“ Die AfD und die österreichische FPÖ äußerten sich ebenfalls spöttisch.
Der russische Präsidenten-Vertraute Kirill Dmitriev nutzte den Post für eine politische Attacke und schrieb, Merz sei gut darin, „immer wieder ein Scheitern zu fördern“.
Experten: „Eine Blamage“
Die TV-Experten bewerteten die Leistung der DFB-Elf komplett anders. Jürgen Klinsmann, Weltmeister-Trainer von 2006, sprach von einer „Blamage, etwas, womit niemand gerechnet hat“. Mats Hummels forderte Konsequenzen, Stefan Effenberg nannte es eine „Vollkatastrophe“.
Die Art und Weise, wie wir heute Abend ausgeschieden sind, ist verheerend, ist eine Blamage, ist etwas, womit niemand, wirklich niemand gerechnet hat.Jürgen Klinsmann, Ex-Bundestrainer
Merz legt nach
Rund elf Stunden nach dem ersten Post reagierte der Kanzler auf die Kritik. „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott“, schrieb er. Viele Beobachter werteten dies als Versuch, die Wogen zu glätten, ohne seine Darstellung zu korrigieren.
Ob Merz den ersten Post selbst verfasst hatte oder aus dem Kanzleramt stammte, blieb unklar. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Kommunikationsstrategie des Kanzlers. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte eine Aufarbeitung der WM-Leistung an.





