Mit 54,34 Prozent der Stimmen hat der CDU-Kandidat Sven Czekalla am Sonntag die Stichwahl um das Landratsamt im Saalekreis gewonnen. Sein AfD-Herausforderer Uwe Arendt kam auf 45,66 Prozent. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis gaben 68.681 der rund 153.000 Wahlberechtigten ihre Stimme ab – eine Wahlbeteiligung von 44,86 Prozent. 650 Stimmzettel waren ungültig.
Von Rückstand zum Sieg
Czekalla gelang damit ein deutlicher Vorsprung, nachdem Arendt im ersten Wahlgang am 7. Juni noch mit 43,3 Prozent vorne gelegen hatte. Czekalla war damals auf 36,6 Prozent gekommen, zwei weitere Kandidaten – Kerstin Eisenreich von der Linken und der parteilose Lars Zaruba – blieben chancenlos.
In der Stichwahl konnte Czekalla auf breite parteiübergreifende Unterstützung zählen. Neben der CDU sprachen sich auch SPD, FDP und eine unabhängige Wählergruppe für ihn aus. Zudem gaben Grüne und Linke eine Wahlempfehlung zu seinen Gunsten ab. Arendt wurde nur von seiner eigenen Partei unterstützt.
Enges Rennen bei der Auszählung
Am Wahlabend entwickelte sich zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Auszählung der ersten Hälfte der 201 Wahllokale lag Arendt vorn, ehe Czekalla den Rückstand aufholte und seinen Vorsprung bis zum Schluss kontinuierlich ausbaute. Vor Anhängern in Merseburg rief er schließlich: „Wir sind Landrat geworden.“
Czekalla selbst führte seinen Erfolg vor allem auf die überparteiliche Hilfe zurück. Diese sei „mit ausschlaggebend“ gewesen. Zudem habe die CDU den Wahlkampf bewusst auf seine Person, seine Kenntnisse und seine Erfahrungen zugeschnitten.
Stimmungstest für die Landtagswahl
Die Wahl galt als erster großer Stimmungstest mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026. In Umfragen hatte die AfD zuletzt bei 42 Prozent gelegen. Czekalla selbst bezeichnete die Stichwahl als „schon eine kleine Landtagswahl“ und sagte, das Ergebnis zeige, „dass hier ein Ulrich Siegmund mit seiner AfD nicht die absolute Mehrheit holen wird“.
Die stellvertretende CDU-Generalsekretärin Christina Stumpp wertete den Ausgang auf X als eine Art Trendwende: „Die angekündigte ‚blaue Welle‘ ist verebbt, bevor sie sich überhaupt aufbauen konnte. Jetzt gilt es, diesen CDU-Trend bis zur Landtagswahl auszubauen.“
Ob sich dieser Trend im September tatsächlich bestätigt, bleibt offen. Die CDU will den Schwung nun nutzen, um bei der Landtagswahl Boden gutzumachen.





