Chrupalla: „Jede Militärhilfe einstellen“
Sofortiger Stopp aller Militärhilfen – das verlangt AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla nach der jüngsten Anklage der Bundesanwaltschaft im Nord-Stream-Sabotagefall. Der Co-Vorsitzende der Partei erklärte am 2. Juli 2026, die vorliegenden Beweise reichten aus, um die Unterstützung Kiews sofort zu beenden.
Schon jetzt genügt die Evidenz, um jede Militärhilfe für die Ukraine einzustellen.Tino Chrupalla (AfD-Bundessprecher und Co-Vorsitzender)
Die Bundesanwaltschaft wirft dem 50-jährigen ukrainischen Ex-Offizier Serhii K. vor, als Leiter eines Sabotageteams die Sprengung der Pipelines im September 2022 koordiniert zu haben. Laut Anklage erfolgte dies auf Anordnung staatlicher Stellen in der Ukraine, um Russland dauerhaft die Gaseinnahmen zur Kriegsfinanzierung zu entziehen.
Chrupalla bezeichnete die Sabotage als „Anschlag auf die Lebensader der deutschen Industrie“ und forderte eine lückenlose Aufklärung – einschließlich der Rolle der damaligen ukrainischen Armee- und Geheimdienstführung. Nur so lasse sich klären, „ob weitere Staaten in das mutmaßliche Kriegsverbrechen gegen Deutschland verwickelt sind“.
Bundesregierung hält an Unterstützung fest
Die Bundesregierung reagierte nicht direkt auf Chrupallas Forderung. Das Auswärtige Amt verurteilte stattdessen die zeitgleich stattfindenden massiven russischen Luftangriffe auf Kiew und bekräftigte die fortgesetzte Hilfe für die Ukraine.
Menschen wurden im Schlaf getötet oder verletzt, Wohnhäuser zerstört und zivile Infrastruktur wie eine medizinische Einrichtung schwer beschädigt.Sprecher des Auswärtigen Amts
Wie das Bundesfinanzministerium bestätigte, sind für 2027 rund 11,6 Milliarden Euro für die Ukraine vorgesehen, ab 2028 jährlich 8,5 Milliarden. Ein Sprecher betonte, Deutschland tue „alles Notwendige, um die Ukraine zu unterstützen“. Andere Bundestagsparteien äußerten sich bislang nicht zu Chrupallas Stopp-Forderung.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Rande eines Irland-Besuchs, Kiew habe noch keine vollständigen Details der Anklage erhalten: „Im Moment ist es zu früh, um zu sprechen.“ Der Prozess gegen Serhii K. soll im Herbst 2026 in Hamburg beginnen. Derweil führen die AfD in Umfragen – die Bundestagswahl im September könnte den Druck auf die Regierung erhöhen.





