Merz weist Trumps NATO-Kritik zurück: 'Kein Anlass, uns zu verstecken'
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PolitikNATO-Gipfel in Ankara

Merz weist Trumps NATO-Kritik zurück: 'Kein Anlass, uns zu verstecken'

Vor dem NATO-Gipfel in Ankara verschärft US-Präsident Trump seine Attacken auf Deutschland. Bundeskanzler Merz kontert mit Rekordinvestitionen – und bietet an, mehr Verantwortung für die Sicherheit Europas zu übernehmen.

Trumps Drohkulisse

Die Drohung kam per Dekret: 5.000 US-Soldaten zog Präsident Trump im Mai aus Deutschland ab. Jetzt, kurz vor dem NATO-Gipfel in Ankara, legt er nach. Auf Truth Social und in öffentlichen Äußerungen nannte er die Lastenverteilung im Bündnis 'lächerlich' und 'einseitig', wobei er Deutschland besonders ins Visier nahm.

Merz' deutliche Antwort

Bundeskanzler Friedrich Merz wies die Kritik zurück. 'Wir haben keinen Anlass, uns vor irgendjemandem zu verstecken', sagte er am 3. Juli 2026 in Berlin. Deutschland verdoppele seinen Verteidigungshaushalt und tätige die größte Investition in militärische Fähigkeiten seiner Geschichte. Das bekräftigte Merz auch in einem Telefonat mit Trump.

Konkret hat die Bundesregierung für 2026 mehr als 108 Milliarden Euro für Sicherheit und Verteidigung vorgesehen. Bereits im Dezember 2025 hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte von einem 'wahrhaft beeindruckenden Wandel' gesprochen und bestätigt, dass Deutschland bis 2029 das 3,5-Prozent-Ziel erreichen wolle.

Telefonat mit Trump

In einem Telefonat mit Trump am selben Tag bekräftigte Merz Deutschlands Bereitschaft, als größter EU-Mitgliedstaat mehr Verantwortung für die europäische Sicherheit zu schultern. Vor seinem Abflug nach Ankara sagte Merz, er wolle ein 'Signal der Stärke und Geschlossenheit' senden und hoffe, einen 'Geist von Ankara' zu wecken.

Gipfel unter Spannung

Das Gipfeltreffen am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt war von den anhaltenden Spannungen geprägt. Trump zeigte sich bei seiner Ankunft 'sehr enttäuscht von der NATO' und wiederholte den Vorwurf mangelnder Solidarität europäischer Staaten im US-geführten Iran-Krieg. Er drohte sogar, wäre das Treffen nicht in der Türkei, 'wo mein Freund zufällig ein sehr starker Führer ist', abgehalten worden, wäre er möglicherweise nicht angereist. Das sorgte für Irritationen bei den Verbündeten.

Dennoch einigte sich das Bündnis auf ein Hilfspaket von 70 Milliarden Euro für die Ukraine im Jahr 2026 und sicherte mindestens gleichwertige Beträge für 2027 zu. Zudem wurden Rüstungsgeschäfte im Wert von mindestens 50 Milliarden Dollar vereinbart, um die gestiegenen Forderungen nach höheren eigenen Verteidigungsanstrengungen zu untermauern.

Zum Abschluss des Gipfels versicherte Trump den NATO-Verbündeten laut mit der Angelegenheit vertrauten Quellen jedoch, dass er die USA im Bündnis halten wolle. Das Gipfelkommuniqué bekräftigte zudem das unverbrüchliche Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung gemäß Artikel 5.

Ob die jüngsten Zusagen ausreichen, um den transatlantischen Streit beizulegen, bleibt offen. Trump hat bereits im Vorfeld klargemacht, dass er auch weiterhin eine fairere Lastenverteilung einfordern werde.

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