AfD fällt auf 27 Prozent – doch keine andere Partei profitiert von den Verlusten
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Erster AfD-Rückgang

AfD fällt auf 27 Prozent – doch keine andere Partei profitiert von den Verlusten

Die AfD verliert in der YouGov-Sonntagsfrage überraschend zwei Prozentpunkte, bleibt aber klar stärkste Kraft. Gleichzeitig lehnen 45 Prozent der Deutschen das Reformpaket der schwarz-roten Bundesregierung ab – nur 13 Prozent unterstützen es.

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AfD verliert erstmals seit sechs Monaten – Regierung holt nicht auf

Die AfD hat ihren Höhenflug unterbrochen. In der neuesten YouGov-Sonntagsfrage vom 14. Juli 2026 fällt sie um zwei Prozentpunkte auf 27 Prozent – der erste Rückgang seit einem halben Jahr. Doch ausgerechnet die regierende Union kann daraus keinen Vorteil ziehen: Sie verharrt unverändert bei 20 Prozent, dem tiefsten Stand seit September 2021.

YouGov-Sonntagsfrage Juli 2026

Stillstand im Parteiensystem – niemand profitiert

Das Bemerkenswerte: Von den Verlusten der AfD profitiert keine einzige der im Bundestag vertretenen Parteien. Die Werte für CDU/CSU (20 Prozent), Grüne (14 Prozent), SPD (12 Prozent), Linke (12 Prozent), FDP (5 Prozent) und BSW (4 Prozent) bleiben gegenüber dem Vormonat unverändert. Bereits im Juni hatte die AfD mit 29 Prozent den höchsten je in dieser Umfragereihe gemessenen Wert erreicht, wie eine Analyse der politischen Unzufriedenheit zeigt.

Die SPD verharrt auf ihrem historisch schlechtesten YouGov-Wert – gleichauf mit der Linken. Der Abwärtstrend der Sozialdemokraten setzt sich damit fort, während die Union stabil auf niedrigem Niveau dümpelt. Die FDP käme mit 5 Prozent nur knapp in den Bundestag, das BSW scheitert mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Drei von vier sehen Land auf falschem Weg – Reformpaket fällt durch

Parallel zur Sonntagsfrage offenbart die Umfrage eine tiefe Kluft zwischen Bevölkerung und Regierung. 74 Prozent der Bundesbürger denken, dass sich Deutschland generell in die falsche Richtung entwickelt. Selbst unter Anhängern von SPD (63 Prozent) und Union (58 Prozent) zweifelt eine Mehrheit am Kurs. Die Unzufriedenheit mit Kanzler Merz hatte bereits Anfang Juli historische Ausmaße erreicht.

Das von der schwarz-roten Koalition beschlossene Reformpaket mit 34 Maßnahmen in den Bereichen Steuern, Rente, Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum stößt auf breite Ablehnung. Zwar halten 55 Prozent der Befragten tiefgreifende Reformen für nötig, doch nur 13 Prozent unterstützen das konkrete Vorhaben der Merz-Regierung. 45 Prozent sagen, die Reformen gingen in die falsche Richtung.

Besonders deutlich ist die Ablehnung im Lager der AfD (65 Prozent) und der Linken (64 Prozent). Aber auch unter Grünen- (44 Prozent) und SPD-Wählern (40 Prozent) ist die Skepsis groß. Selbst Anhänger der Union lehnen das eigene Regierungsprogramm zu 30 Prozent ab.

Kein Rückenwind für die Regierung

Trotz der leichten Schwäche der AfD kann die Bundesregierung nicht aufatmen. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist ungebrochen, der Ruf nach Neuwahlen bereits eine Konstante in früheren Umfragen. Der minimale Rückgang der AfD erscheint eher als statistische Schwankung denn als Trendwende – zumal die Fehlertoleranz der Erhebung bei ±2,29 Prozentpunkten liegt.

Die YouGov-Umfrage wurde vom 10. bis 13. Juli 2026 online durchgeführt und basiert auf 2.230 wahlberechtigten Befragten, von denen 1.827 eine Wahlabsicht angaben. Ob die AfD ihren Abwärtstrend fortsetzt oder nur eine Momentaufnahme vorliegt, wird sich in den nächsten Sonntagsfragen zeigen – die politische Großwetterlage bleibt für die Regierung unverändert stürmisch.

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