Tat auf offener Straße
Gegen 9:55 Uhr bricht an der Robert-Schuman-Allee im Stadtteil Kürenz Panik aus. Ein Mann geht mit einem Messer auf einen anderen los – nur wenige hundert Meter von der Universität Trier entfernt. Zeugen beobachten den Angriff und alarmieren sofort die Polizei. Trotz schneller Reanimation durch die Rettungskräfte erliegt das 22-jährige Opfer noch am Tatort seinen schweren Verletzungen.
Der Angreifer flüchtet zunächst, doch eine Großfahndung führt kurz darauf zur Festnahme in der Frankenstraße. Der Verdächtige ist afghanischer Staatsbürger und wohnt in Trier. Die Kriminalpolizei richtet eine Mordkommission ein. Ob sich Täter und Opfer kannten, ist ebenso unbekannt wie das Motiv. Der Festgenommene soll am Folgetag einem Haftrichter vorgeführt werden.
Einsatzleiter: „So etwas noch nicht erlebt“
Der stellvertretende Polizeisprecher Marc Fleischmann zeigte sich tief betroffen. „Ich persönlich habe so etwas in meinem polizeilichen Leben – die Amokfahrt 2020 ausgenommen – noch nicht erlebt“, sagte er. Zeugen und Ersthelfer wurden von Notfallseelsorgern betreut. Auch ein Linienbusfahrer, der kurz nach der Attacke vorbeifuhr, musste psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
Uni Trier sagt Gedenkminute an
Noch am Abend bestätigte die Universität Trier, dass das Opfer zu ihren Studierenden zählte. „Der Verlust eines jungen Menschen reißt eine schmerzliche Lücke in unsere Gemeinschaft“, hieß es auf der Homepage. Für den 16. Juli um 12:00 Uhr lud die Hochschule zu einer Gedenkminute ein.
Die CDU Trier reagierte mit deutlichen Worten: „Eine weitere brutale Messerattacke in diesem Land, die durch nichts zu entschuldigen ist, und den dringenden Handlungsbedarf zeigt.“ Die Partei sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Erst vor wenigen Tagen starb ein 56-Jähriger bei einer Messerattacke auf einem Parkplatz. Auch in Schongau hatte ein 16-Jähriger kürzlich mit einem Messer angegriffen.
Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, keine Fotos oder Videos der Tat zu verbreiten. Zeugenhinweise werden unter der Hotline 0651/983-43900 erbeten. Der Mann aus Afghanistan verbleibt bis zur Vorführung beim Haftrichter in Gewahrsam. Offen bleibt, warum der Student zum Opfer wurde – die Ermittler fanden bislang weder eine Beziehungsvorgeschichte noch eine Streitigkeit.





