Der Überfall und das Versagen der Waffe
Es ist Mittwoch, der 8. Juli 2026, als ein 16-jähriger ehemaliger Schüler das Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau betritt. Er zückt ein Messer und sticht auf zwei 13-jährige Mädchen ein. Blutüberströmt brechen sie zusammen. Der Angreifer hat auch eine Pistole dabei, doch nach einem Schuss versagt sie – ein Zufall, der womöglich ein Massaker verhindert. Lehrkräfte und eintreffende Polizisten überwältigen den Jugendlichen auf dem Schulgelände.
Ein Manifest voller Hass
Zwei Tage nach der Tat taucht im Internet ein 19-seitiges PDF auf – verfasst auf Englisch, gespickt mit Beleidigungen und Gewaltfantasien. Der Autor nennt sich einen „hoffnungslosen 16-Jährigen mit viel zu viel Hass im Herzen“ und bekennt sich zur frauenverachtenden Incel-Szene. Er lästert über „geldgierige Schlampen“, beschimpft Muslime, Schwule und trans Personen und verherrlicht Attentäter wie den Christchurch-Mörder. Die Staatsanwaltschaft München II prüft, ob das Dokument echt ist.
„Eines der Mädchen wäre sehr wahrscheinlich verblutet, wenn sie das nicht gemacht hätten. Also die haben ihr wahrscheinlich das Leben gerettet. Das sind echte Helden für mich.“Anna Stolz, Bayerische Kultusministerin (Freie Wähler)
Der Täter war kein Unbekannter
Der 16-jährige kroatische Staatsangehörige war bereits 2025 ins Visier der Ermittler geraten: Er soll Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben. Kurz vor Weihnachten drohte er sogar mit einer Tat an seiner Schule. Trotz zweier Schulausschlüsse und eines laufenden Verfahrens blieb eine tiefgreifende Intervention aus. Warum die zahlreichen Warnsignale nicht zu einer konsequenten Gefährderansprache führten, wird nun Gegenstand der Aufarbeitung sein.
Geplanter Livestream und offene Fragen
Die Ermittler gehen zudem Hinweisen auf einen geplanten Livestream nach. Auf TikTok soll kurz vor der Tat ein Stream angekündigt worden sein. Der Account wurde inzwischen gelöscht. Ob der Jugendliche Verbindungen zur sogenannten „Attentäter-Fanszene“ hatte, ist noch unklar. Der 16-Jährige sitzt wegen zweifachen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Die beiden verletzten Mädchen befinden sich weiterhin im Krankenhaus.





