64-Team-WM: Domínguez provoziert FIFA-Rat mit Alleingang
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WM 2030

64-Team-WM: Domínguez provoziert FIFA-Rat mit Alleingang

Während die WM 2026 gerade endet, erklärt CONMEBOL-Chef Domínguez kurzerhand die nächste Weltmeisterschaft zum 64er-Turnier. UEFA und CONCACAF laufen Sturm – die FIFA hat noch gar nicht entschieden.

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Domínguez' Paukenschlag

128 Spiele, sechs Wochen, 64 Nationen: Mit einem Post auf X erklärte CONMEBOL-Präsident Alejandro Domínguez am Abend des 20. Juli 2026 die WM 2030 zum bislang größten Fußballturnier – obwohl der zuständige FIFA-Rat noch gar nicht zugestimmt hat. „2030 kommt die WM nach Uruguay, Argentinien und Paraguay – eine große Chance für den Fußball, das 100-jährige Jubiläum der Weltmeisterschaft mit einem Wettbewerb mit 64 Teams zu feiern“, schrieb der Südamerikaner. Der Vorstoß provoziert sofort heftigen Widerstand in Europa und Nordamerika.

Wenn man eine WM organisiert, ist es wichtig, dass man sie für die ganze Welt organisiert. Nicht nur für Europa und Südamerika, sondern für die gesamte Welt. Jede Nation sollte davon träumen können, an einer WM teilzunehmen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino gegenüber Blue Sport

Infantino taktiert, UEFA und CONCACAF wettern

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die Idee einer 64-Team-WM bereits im September 2025 mit Domínguez und weiteren südamerikanischen Verbandschefs in New York besprochen und eine formelle Prüfung nach der WM 2026 zugesagt. Doch die selbstbewusste Ankündigung seines CONMEBOL-Kollegen dürfte ihm nicht gefallen. Denn die mächtigen Verbände UEFA und CONCACAF schäumen: UEFA-Präsident Aleksander Čeferin nannte die Erweiterung eine „schlechte Idee“, sein CONCACAF-Pendant Victor Montagliani erklärte, sie sei „nicht der richtige Schritt für das Turnier selbst und das gesamte Fußball-Ökosystem“.

Auch die asiatische Konföderation AFC warnt vor „Chaos“. Die globale Spielergewerkschaft FIFPRO rechnete hoch, dass Elite-Nationalspieler unter einem erweiterten Kalender zwischen 70 und 83 Pflichtspiele pro Jahr für Klub und Land bestreiten müssten. Der Konflikt um die Belastung der Profis ist damit neu entfacht.

Wir glauben an eine historische WM 2030. Wir wollen zu Einheit, Kreativität und großem Denken aufrufen. Denn wenn Fußball von allen geteilt wird, ist die Feier wirklich global.
Alejandro Domínguez im März 2025 vor dem FIFA-Rat

Jubiläumsturnier als Argument

Die WM 2030 markiert das 100-jährige Jubiläum der ersten Weltmeisterschaft, die 1930 in Uruguay stattfand. Deshalb werden die drei Eröffnungsspiele in Montevideo, Buenos Aires und Asunción ausgetragen, bevor das Hauptturnier in den eigentlichen Gastgeberländern Marokko, Portugal und Spanien über die Bühne geht. Domínguez nutzt diese historische Symbolik, um für die Aufstockung zu werben. Doch die Mehrheit des FIFA-Rats scheint skeptisch. Mit nur noch vier Jahren bis zum Turnier und bereits festgelegten Spielorten auf zwei Kontinenten ist der Entscheidungszeitraum extrem knapp – und die Logistik würde eine enorme Herausforderung.

Ein 64-Team-Turnier bräuchte 16 Vierergruppen und insgesamt 128 Spiele – 24 mehr als die ohnehin schon aufgeblasene WM 2026, die von 32 auf 48 Teams erweitert wurde. Das würde rund fünf zusätzliche Tage erfordern, ein sechswöchiges Mammutprogramm. 64 Elite-Trainingsanlagen, ausreichende Stadien und Hotelkapazitäten wären zu stemmen – eine Belastung, die bei der ohnehin umstrittenen Vergabe der WM kaum zu realisieren ist.

Wenige Profiteure, viele Gegner

Wer würde profitieren? Nach der Qualifikation für 2026 hätten Länder wie Dänemark, Italien, Indonesien, Honduras, Bolivien und Nigeria zusätzliche Plätze erhalten. Sechs dieser Teams stehen in den Top 50 der FIFA-Weltrangliste – global betrachtet eine überschaubare Aufwertung. Domínguez' Vorstoß wirkt deshalb vor allem als politisches Manöver, um den Einfluss der CONMEBOL zu stärken, während Infantino öffentlich noch mit den Schultern zuckt. Die Entscheidung liegt beim 37-köpfigen FIFA-Council, und Infantino muss nun den Konflikt zwischen den Konföderationen ausbalancieren – und das möglichst schnell, denn der FIFA-Präsident steht schon wegen seiner Nähe zu Donald Trump in der Kritik.

Noch ist die 64-Team-WM nicht mehr als eine kühne Behauptung aus Südamerika. Sollte der FIFA-Rat zustimmen, wäre es die zweite massive Aufstockung innerhalb weniger Jahre – und ein Einschnitt, der das Turnier endgültig zur globalen Massenveranstaltung macht. Ob das im Sinne der Spieler oder der Fans ist, bleibt fraglich. Die Uhr tickt: Schon im Herbst 2026 wird der Council tagen.

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