Angriff auf Amazons Rechenzentrum
Mit Marschflugkörpern hat die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) am 21. Juli 2026 das zentrale Datenzentrum des US-Technologiekonzerns Amazon in Bahrain angegriffen und nach eigenen Angaben zerstört. Es ist der fünfte von Iran beanspruchte Schlag gegen AWS-Infrastruktur im Nahen Osten, seit die USA und der Iran im Februar in einen offenen Krieg eingetreten sind.
Die IRGC-nahen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars News meldeten, der Angriff sei Teil der 24. Welle der „Operation Nasr-2“ und mit Marschflugkörpern der Luft- und Raumfahrtstreitkraft ausgeführt worden. Ziel sei es, „die Region von Radaren und Verteidigungssystemen zu säubern, um den Weg für umfangreichere Raketen- und Drohnenangriffe zu ebnen“.
Vergeltung für Darkhovin
Als unmittelbaren Anlass nannte die IRGC den US-Luftangriff auf das im Bau befindliche Atomkraftwerk Darkhovin im Südwesten Irans. Das US Central Command (CENTCOM) hatte in der Nacht zum 19. Juli eine achte aufeinanderfolgende Angriffswelle auf iranische Militärziele bestätigt. Der Angriff auf Darkhovin war nach US-Angaben Teil dieser Welle, ohne dass CENTCOM das Kraftwerk explizit als Ziel nannte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs kein Nuklearmaterial auf dem Gelände befand.
Der Schlag auf das Rechenzentrum sei eine direkte Reaktion auf diesen Angriff, so die Revolutionsgarde. In einer Erklärung hieß es: „Es ist eine Fortsetzung der Operation, um die schwarze Nacht des amerikanischen Radars zu vollenden.“ Die USA setzten ihre Luftangriffe in den Tagen zuvor massiv fort: Am 12. Juli hatte Iran nach eigenen Angaben Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen. Die USA reagierten mit zehn aufeinanderfolgenden Nächten von Bombardements, darunter die schwerste Welle am 13. Juli mit Angriffen auf über 140 Ziele. Nach offiziellen Angaben starben dabei rund 3.500 Menschen im Iran.
Amazon und US-Militär schweigen
Weder Amazon noch das US-Militär haben den angeblichen Treffer bislang bestätigt. Auf Anfragen von Medien reagierte Amazon nicht, und das AWS-Status-Dashboard zeigt keinen neuen Eintrag für den 21. Juli. Bahrainische Behörden räumten ein, dass Luftalarm ausgelöst und iranische Angriffe abgefangen worden seien, machten aber keine Angaben zu etwaigen Schäden an der zivilen Infrastruktur.
Bereits im März und April 2026 hatten iranische Drohnen- und Raketenangriffe AWS-Rechenzentren in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten beschädigt. Amazon versetzte die betroffenen Regionen daraufhin in den „Hard Down“-Status; die Region ME-South-1 in Bahrain ist seither massiv beeinträchtigt. Der Angriff vom 21. Juli ist der fünfte auf AWS-Einrichtungen im Nahen Osten, den die IRGC für sich reklamiert.
Eskalation im Golf: Weitere Ziele getroffen
Zeitgleich mit dem Angriff auf das AWS-Rechenzentrum flog die IRGC nach eigenen Angaben auch Attacken auf US-Militäreinrichtungen in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Der US-Radarstützpunkt in Muharraq und eine Patriot-Luftabwehrbatterie in Riffa seien mit Raketen und Drohnen angegriffen worden. In Jordanien will die Revolutionsgarde ein Radarsystem und eine F-15 der US Air Force zerstört haben. Die Angriffe führten auch zu Schäden an Strom- und Wasserentsalzungsanlagen in Kuwait; die Brände konnten erst am Folgetag gelöscht werden.
Die Gewaltspirale hatte sich nach dem Zusammenbruch einer Waffenruhe dramatisch zugespitzt. Am 17. Juni 2026 hatten die USA und der Iran ein 14-Punkte-Memorandum mit einer 60-tägigen Feuerpause unterzeichnet. Diese zerbrach endgültig, als Iran am 12. Juli Schiffe in der Straße von Hormus beschoss. Die USA antworteten mit einer massiven Bombenkampagne, die bis zum 21. Juli andauerte.
Neue Dimension: Zivile Cloud-Infrastruktur als militärisches Ziel
Die IRGC behandelt das AWS-Rechenzentrum operativ als gleichwertig mit militärischen Zielen. Der Angriff erfolgte im selben Wellenpaket wie die Schläge gegen Radar- und Luftabwehrsysteme. Es ist das erste Mal, dass ein kommerzielles Rechenzentrum eines US-Technologiekonzerns gezielt mit Marschflugkörpern attackiert wurde.
„Es ist eine Fortsetzung der Operation zur Säuberung der Region von Radaren und Verteidigungssystemen, um den Weg für umfangreichere Raketen- und Drohnenangriffe zu ebnen und die schwarze Nacht des amerikanischen Radars zu vollenden.“
Die Region ME-South-1, die 2019 eröffnet worden war und Unternehmen, Finanzinstitute und Behörden in der gesamten Golfregion bediente, bleibt bis auf Weiteres eingeschränkt. Amazons Schweigen nährt Spekulationen über das tatsächliche Schadensausmaß. Wie die USA auf den Angriff auf die zivile Infrastruktur eines ihrer größten Technologiekonzerne antworten werden, ist offen.





