Ricarda Hofmann nach CSD-Anschlag: „Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert“
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Ricarda Hofmann nach CSD-Anschlag: „Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert“

Die Moderatorin des Berliner CSD war wenige Stunden vor dem Anschlag auf der Bühne. Dann raste ein Islamist in die Menge – und tötete eine Frau. Hofmanns Worte zeigen, wie tief die Tat die Community trifft.

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Eine Tote, 16 Verletzte, ein islamistischer Anschlag – und eine Community, die um ihre Sicherheit bangt. Der Berliner Christopher Street Day endete am Samstagabend in einer Tragödie. Moderatorin Ricarda Hofmann, die Stunden zuvor noch die Bühne geteilt hatte, fand in der Nacht kaum Worte.

Ihr emotionales Instagram-Statement ging sofort viral: „Gerade fehlen mir eigentlich die Worte. Ich war heute beim CSD. Nicht nur als Moderatorin, sondern als Teil einer Community, die zusammenkommt, um sichtbar zu sein. Um Liebe zu feiern. Um füreinander einzustehen. Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert.“

Instagram · @johannes_heinert
Gerade fehlen mir eigentlich die Worte. Ich war heute beim CSD. Nicht nur als Moderatorin, sondern als Teil einer Community, die zusammenkommt, um sichtbar zu sein. Um Liebe zu feiern. Um füreinander einzustehen. Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert.
Ricarda Hofmann (Podcasterin & CSD-Moderatorin)

Der Anschlag im Tiergarten

Gegen 22 Uhr lenkte der 21-jährige Islamist Abdul Ballout einen weißen Kastenwagen am Ahornsteig im Tiergarten in eine feiernde Menschenmenge. Eine Frau starb noch am Tatort, drei Menschen schwebten am Folgetag in Lebensgefahr. Der Fahrer flüchtete zunächst und löste eine Großfahndung mit 1.000 Einsatzkräften aus.

Hofmann und ihr Co-Moderator Jochen Schropp hatten am Nachmittag das Hauptprogramm am Brandenburger Tor moderiert. Schropp zeigte sich ebenfalls tief betroffen: „Es war wirklich unbeschreiblich und dann passiert so was. Ich hab sehr viele Menschen gesehen, denen es danach gar nicht gut ging und die unter Schock standen.“ Er bedankte sich bei den Helfern und Freunden.

Es war wirklich unbeschreiblich und dann passiert so was. Ich hab sehr viele Menschen gesehen, denen es danach gar nicht gut ging und die unter Schock standen. Ich hoffe, wir kommen da als Community gut durch.
Jochen Schropp (Fernsehmoderator & Schauspieler)

Prominente Stimmen

Zahlreiche Künstler, die beim CSD aufgetreten waren, meldeten sich schockiert zu Wort. Sarah Connor schrieb: „Mir fehlen die Worte. Mein Beileid an alle Angehörigen.“ Dragqueen Barbie Breakout erklärte: „Ich bin sprachlos und entsetzt. In Gedanken bei den Opfern dieses furchtbaren Angriffs.“ Rapperin Ikkimel ergänzte: „Liebe ist niemals der Fehler, Angst und Hass niemals eine Antwort.“

Entertainer Riccardo Simonetti brachte die Ohnmacht vieler auf den Punkt: „Mir ist sofort richtig schlecht geworden. Ich bin entsetzt, dass Nachrichten wie diese kein Albtraum sind, sondern Realität, in der wir 2026 alle leben.“ Tokio-Hotel-Frontmann Bill Kaulitz solidarisierte sich: „Ich denke an euch alle beim CSD Berlin.“

Täter und Folgen

Der mutmaßliche Täter Abdul Ballout war den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt. Er saß bis Mai 2026 in Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer terroristischen Straftat. Einen Tag nach dem Anschlag wurde er in einer Gartenlaube in Berlin-Spandau vom SEK erschossen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser stufte die Tat als mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag ein.

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Am Sonntag fand eine Gedenkveranstaltung am Pariser Platz statt, das Brandenburger Tor erstrahlte in Regenbogenfarben. Die CSD-Veranstalter sagten alle weiteren Programmpunkte ab. Für Ricarda Hofmann und die Community bleibt die Frage, wie ein sicherer Raum für queere Menschen in Zukunft geschützt werden kann.

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