Grüne ziehen an SPD vorbei – Union-SPD-Regierung stürzt auf 33 Prozent
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Sonntagstrend

Grüne ziehen an SPD vorbei – Union-SPD-Regierung stürzt auf 33 Prozent

Die neue Insa-Erhebung zeigt einen historischen Machtwechsel: Erstmals liegen die Grünen vor der SPD. Die Koalition aus Union und SPD kommt nur noch auf 33 Prozent, Kanzler Merz verliert weiter an Rückhalt.

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Grüne überholen SPD – AfD bleibt stärkste Kraft

Im neuen Insa-Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Insa am 27. Juli in der „Bild am Sonntag“ veröffentlichte, erreichen die Grünen 14 Prozent (+1). Die SPD fällt auf 12 Prozent (−1) und wird damit von den Grünen als drittstärkste Kraft abgelöst. Die AfD bleibt trotz eines Verlustes von einem Prozentpunkt mit 28 Prozent klar stärkste Kraft, die Union verharrt bei 21 Prozent. Die Linke verbessert sich auf 11 Prozent (+1), FDP und BSW liegen unverändert bei 4 Prozent, sonstige Parteien kommen auf 6 Prozent. Focus Online veröffentlichte die vollständigen Ergebnisse vorab.

Wegen der statistischen Fehlertoleranz von ±2,9 Prozentpunkten sind einige Veränderungen allerdings nicht signifikant. Der Vorsprung der Grünen vor der SPD von 2 Punkten liegt noch innerhalb dieses Unsicherheitsbereichs. Die Rückgänge von AfD (−1) und SPD (−1) sowie der Zuwachs der Linken (+1) sind ebenfalls marginal und können zufallsbedingt sein.

Schwarz-Rote Regierung stürzt ab

Die Regierungsparteien Union und SPD kommen gemeinsam nur noch auf 33 Prozent – ein Absturz von 12 Punkten gegenüber der Bundestagswahl 2025, als sie zusammen 45 Prozent erreichten. Auch die Personalrochade im Kanzleramt der vergangenen Woche verpuffte offenbar wirkungslos: Jens Spahn trat als Fraktionschef der Union zurück, Thorsten Frei übernahm das Amt, Nina Warken rückte ins Gesundheitsministerium auf und Carsten Linnemann wurde neuer CDU-Generalsekretär.

Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung insgesamt stieg zwar leicht um 2 Punkte auf 19 Prozent, doch 74 Prozent der Befragten zeigten sich weiterhin unzufrieden. Damit bleibt die Koalition in einem tiefen Stimmungstal.

Besonders drastisch ist die Ablehnung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). In der Umfrage äußerten 75 Prozent der Befragten ihre Unzufriedenheit mit seiner Arbeit, lediglich 18 Prozent zeigten sich zufrieden. Wie jux.net bereits Ende Juli berichtete, hatte sich dieser Trend bereits in den Vorwochen abgezeichnet. Im Juni waren in einer anderen Erhebung 77 Prozent mit Merz unzufrieden – nur geringfügig schlechter als der aktuelle Wert.

SPD im Sinkflug – Grüne im Aufwind

Der Niedergang der Sozialdemokraten ist Teil einer längerfristigen Entwicklung. Im Februar lag die Partei noch bei 16 Prozent, im April bei 14, Mitte Juli bei 13 und nun bei 12 Prozent – ein Verlust von einem Viertel der Wähler in nur fünf Monaten. Im Juni fiel die SPD in anderen Umfragen sogar auf einen historischen Tiefstwert von 11 Prozent, gleichauf mit der Linkspartei.

Die Grünen hingegen steigerten sich im selben Zeitraum von 11 auf 14 Prozent und liegen nun erstmals seit der Bundestagswahl wieder vor der Kanzlerpartei. Die Linke profitierte ebenfalls von der Regierungsschwäche und erreicht mit 11 Prozent ihren höchsten Wert der Legislaturperiode. Der Abstand zwischen AfD und Union bleibt mit 7 Punkten unverändert.

Methodik der Erhebung

Die Umfrage wurde vom 20. bis 24. Juli 2026 unter 1.204 Wahlberechtigten mittels T-O-Mix (Telefon- und Online-Befragung) durchgeführt. Die maximale Fehlertoleranz beträgt ± 2,9 Prozentpunkte. Der Insa-Sonntagstrend erscheint wöchentlich in der „Bild am Sonntag“ und gilt als eines der führenden Stimmungsbarometer der deutschen Politik.

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