Am 11. Juni 2026 sorgte eine Bundestagsrede für Aufsehen: Der Grünen-Abgeordnete Robin Wagener griff die Russlandpolitik der AfD frontal an. In der Debatte über die Regierungserklärung zum bevorstehenden Europäischen Rat warf er der Partei vor, sich für die Propaganda des Kreml instrumentalisieren zu lassen.
Putins „nützliche Idioten“
Wagener, selbst Osteuropa-Beauftragter seiner Fraktion und Vorsitzender der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe, wählte deutliche Worte. „Putin braucht nützliche Idioten für seine Propaganda. Und wo findet er die? Na klar, bei der Afd“, sagte er laut Plenarprotokoll 21/83.
„Putin braucht nützliche Idioten für seine Propaganda. Und wo findet er die? Na klar, bei der AfD.“
In einem zeitgleich veröffentlichten Facebook-Video führte Wagener seinen Gedanken aus: „Während Russlands Wirtschaft schwächelt, der Rückhalt bröckelt und die Ukraine Widerstand leistet, sucht der Kreml nach nützlichen Helfern im Ausland. Fündig wird er regelmäßig bei der AfD. Wer sich vor Putins Karren spannen lässt, vertritt nicht deutsche Interessen – sondern russische.“
Kritik an Reisen nach Russland
Als Beleg für seine These verwies Wagener auf wiederholte Besuche von AfD-Abgeordneten in Russland und deren politische Kontakte vor Ort. Besonders brisant: Am selben Sitzungstag fand eine Aktuelle Stunde zur russischen Eskalation im Ukraine-Krieg statt, in der mehrere Fraktionen die Teilnahme von AfD-Politikern – darunter Markus Frohnmaier – am St. Petersburger Wirtschaftsforum scharf kritisierten.
Staatsminister Florian Hahn (CSU) warf der AfD vor, „scheinheilig von Dialog“ zu sprechen, während ihre Vertreter „fröhlich auf Klassenfahrt“ zu der als Propagandaveranstaltung geltenden Konferenz reisten. Auch SPD, Grüne und Linke übten teils beißende Kritik. So erklärte Dr. Irene Mihalic (Grüne): „Wenn es diese Partei nicht schon geben würde, hätte Wladimir Putin sie wahrscheinlich gegründet.“
Video geht viral – Reaktionen gespalten
Wageners Facebook-Post mit dem Redeausschnitt erreichte binnen weniger Tage über 195.000 Aufrufe und rund 8.600 Reaktionen. Unter den mehr als 5.200 Kommentaren zeigte sich ein gespaltenes Bild: Während Unterstützer Wageners klare Worte lobten, empörten sich AfD-Anhänger über „billige Diffamierung“.
Chronologie der Rede und Verbreitung
- 11. Juni 2026Bundestagsrede
Robin Wagener nennt die AfD im Bundestag „nützliche Idioten“ Putins.
- 11. Juni 2026Facebook-Post
Wagener veröffentlicht den Videoausschnitt seiner Rede auf Facebook; der Beitrag geht viral.
- 24. Juli 2026195.000 Aufrufe
Das Video erreicht rund 195.000 Aufrufe und über 8.600 Reaktionen.
- 28. Juli 2026Weitere Verbreitung
Die Seite „Typisch Bugra“ greift die Rede auf; der Post erzielt binnen 12 Stunden über 3.400 Reaktionen.
Keine offizielle AfD-Replik
Eine direkte Reaktion der AfD-Fraktion oder ihrer Führungsspitzen Alice Weidel und Tino Chrupalla auf Wageners Vorwurf blieb aus. Weder auf X (Twitter) noch in Pressemitteilungen fand sich eine Erwiderung. In den sozialen Medien jedoch echauffierten sich AfD-nahe Nutzer; ein Kommentator schrieb: „Wer im Bundestag so pauschal herabsetzt, ersetzt eine sachliche Auseinandersetzung durch billige Diffamierung.“
Der Eklat unterstreicht die anhaltend hitzige Debatte über die Russland-Nähe der AfD. Während die einen die Partei als willfährigen Partner des Kreml sehen, wittern die anderen eine Diffamierungskampagne. Mit seiner Rede hat Wagener diesen Konflikt jedenfalls neu entfacht.





