Stegner fordert AfD-Verbot und spottet über Weidel: „Kann in jeder Geisterbahn arbeiten“
Ralf Stegner hat in der Talkshow „Klartext Deutschland“ ein schnelles AfD-Verbotsverfahren gefordert. Die Co-Vorsitzende Alice Weidel kanzelte er als Geisterbahn-Kandidatin ab, Björn Höcke sei ein „ausgemachter Nazi“.
Ralf Stegner hat in der ServusTV-Talkshow „Klartext Deutschland“ eine beispiellose Breitseite gegen die AfD und ihre Führung abgefeuert. Der SPD-Bundestagsabgeordnete forderte ein Verbotsverfahren, griff Alice Weidel persönlich an und nannte Björn Höcke einen „ausgemachten Nazi“.
Verbotsverfahren: „Dazu wird es sicher bald kommen“
Auf die Frage von Moderator David Rohde, ob die SPD ein Verbot anstrebe, antwortete Stegner mit einem klaren „Ja“. Er räumte zwar ein, dass es noch keine konkrete Initiative im Bundestag oder Bundesrat gebe – „was auf welchem Wege passiert, das weiß ich noch nicht“ –, zeigte sich aber zuversichtlich.
„Dazu wird es sicher bald kommen.“
Ralf Stegner, SPD-Bundestagsabgeordneter
Die juristischen Hürden indes sind hoch. Erst im Februar 2026 entschied das Verwaltungsgericht Köln, dass die AfD vorerst nicht bundesweit als gesichert rechtsextremistisch eingestuft werden darf. Ein von der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) vorgelegtes Rechtsgutachten hält ein Verbot dennoch für möglich. Innerhalb der Union ist das Thema heftig umstritten.
„Wie lange wollen wir eigentlich warten?“
Ralf Stegner, SPD-Bundestagsabgeordneter
Persönliche Angriffe: Weidel für die Geisterbahn, Höcke ein Nazi
Besonders scharf griff Stegner die Führungsriege der AfD persönlich an. Über Alice Weidel spottete er, sie könne seiner Ansicht nach „in jeder Geisterbahn arbeiten“. Björn Höcke nannte er einen „ausgemachten Nazi“. Auch AfD-Co-Chef Tino Chrupalla musste Kritik einstecken: Der sei „nicht sehr helle in der Birne“.
Den sachsen-anhaltischen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bezeichnete Stegner als „Verkäufer, der großen Mist verkauft“. Die AfD charakterisierte er als eine Partei, die durchsetzt sei von Kriminellen – Demokratiefeinde.
„Wer Brandmauern niederreißt, beteiligt sich an der Brandstiftung.“
Ralf Stegner, SPD-Bundestagsabgeordneter
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Warnung vor Regierungsbeteiligung der AfD
„Das ist eine Partei, die durchsetzt ist von Kriminellen. Das sind Demokratiefeinde.“
Ralf Stegner, SPD-Bundestagsabgeordneter
Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland warnte Stegner eindringlich vor einer Regierungsübernahme durch die AfD. In Sachsen-Anhalt käme dies einem „Getriebeschaden“ für die wehrhafte Demokratie gleich. Sicherheitsrelevante Informationen könnten dann nicht mehr mit jeder anderen Regierung geteilt werden, weil „geheime Dinge nach Russland oder China verraten“ würden.
„Denen gefallen diese ICE-Leute in den USA, wo vermummte Leute irgendwelche Menschen auf der Straße festnehmen und erschießen oder außer Landes bringen“, sagte er.
Gewalt gegen Journalisten verurteilt
Angesprochen auf Blockaden rund um den jüngsten AfD-Parteitag in Erfurt sagte Stegner, er halte solche Aktionen für ungeeignet, weil sie der AfD eine Märtyrerrolle ermöglichten. Protest hingegen sei angemessen. Gewalt gegen Journalisten verurteilte er ausdrücklich: „Gewalt geht nicht. Punkt.“
SPD-Schwäche: Stegner will Friedensthema nicht den Populisten überlassen
Zur anhaltenden Schwäche der SPD befragt, reagierte Stegner ausweichend. Er forderte jedoch, die Friedenspolitik nicht den Rechtspopulisten zu überlassen. Die Ukraine müsse man unterstützen, auch mit Luftabwehr. Zugleich warnte er vor einer einseitigen Fokussierung auf Aufrüstung: „Da treibt man die Wähler ja förmlich in die Arme von einer Populistenpartei.“ Die Welt berichtete ausführlich über Stegners Auftritt.