Linke erstmals mitgliederstärkste Partei Berlins – Grüne auf Platz zwei
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Berlin-Wahl

Linke erstmals mitgliederstärkste Partei Berlins – Grüne auf Platz zwei

In Berlin hat Die Linke die Grünen als mitgliederstärkste Partei abgelöst. Zum 30. Juni zählte sie 17.843 Mitglieder, die Grünen nur noch 17.513 – die SPD hält ihre Zahlen zurück.

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Berlin hat eine neue mitgliederstärkste Partei. Zum Stichtag 30. Juni 2026 zählte Die Linke in der Hauptstadt 17.843 Mitglieder und verdrängte die Grünen von Platz eins – ein Novum im Berliner Wahljahr, wie eine Recherche der WELT zeigt.

Der Vorsprung ist knapp, aber deutlich: Die Linke legte binnen eines Jahres um gut 2.000 Mitglieder zu, ein Plus von 12,7 Prozent. Inzwischen spricht Landesgeschäftsführer Bjoern Tielebein sogar von 18.338 Mitgliedern.

Die Grünen rutschten auf Platz zwei: 17.513 Mitglieder bedeuten ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber 18.133 vor Jahresfrist. Die SPD, jahrelang stärkste Kraft, hält ihre Zahlen zurück und lässt ihre tatsächliche Position offen.

Linke wächst täglich um 20 Mitglieder

Der Mitgliederboom der Linken ist kein Zufall. Tielebein sagte, die Partei sei jünger und weiblicher geworden und wachse immer weiter. Den Zulauf führt er auch auf den anstehenden Wahlkampf zurück.

Im Schnitt gibt es aktuell täglich 20 Neueintritte.
Bjoern Tielebein, Landesgeschäftsführer Die Linke Berlin

Das Wachstum bringt die Linke in eine ungewohnte Rolle: Erstmals liegt sie bei den Mitgliedern vorn, während die Konkurrenz schrumpft oder schweigt.

Grüne verlieren, SPD schweigt

Bei den Grünen ist die Entwicklung gegenläufig. Die Partei hatte 2025 noch ein Mitgliederplus verzeichnet, zuletzt aber wieder verloren. Zum 30. Juni zählte sie 17.513 Mitglieder – 600 weniger als ein Jahr zuvor, wie die taz berichtet.

Die SPD, viele Jahre mitgliederstärkste Partei Berlins, teilte der dpa keine aktuellen Zahlen mit. Zuletzt hatte sie ihre Mitgliederzahl zum Jahresanfang mit 17.673 angegeben – damit wäre sie aktuell knapp hinter der Linken und knapp vor den Grünen.

CDU und FDP verlieren, AfD und BSW wachsen

Auch die CDU büßt Mitglieder ein. Zum Halbjahrestermin meldete sie 12.159 Mitglieder, 272 weniger als vor Jahresfrist. Landesgeschäftsführer Dirk Reitze sprach von „normaler Fluktuation“.

Die AfD steigerte sich binnen eines Jahres von 1.908 auf 2.084 Mitglieder. Die FDP verlor dagegen: 3.370 Mitglieder bedeuten ein Minus von 7,5 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht wuchs von 292 auf 1.090 Mitglieder – der größte relative Sprung, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Mitglieder der Berliner Landesverbände am 30. Juni 2026

Quelle: Parteiangaben, dpa-Recherche

Quelle: Parteiangaben, 12.08.2026

Wahlkampf am 20. September

Für die Linke kommt der Mitgliederrekord zur richtigen Zeit: Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. In Umfragen liegt die Partei bereits vorn oder gleichauf mit der CDU; Spitzenkandidatin ist Elif Eralp.

Tielebein sieht durch den Zulauf „viel Schwung für den Wahlkampf“. Ob sich die Mitgliederzahl auch in Stimmen übersetzt, bleibt die entscheidende Frage – die Grünen hoffen ihrerseits auf eine Trendwende seit Beginn des Wahlkampfs.

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Chronologie der Entwicklung

Der Aufstieg der Linken in Berlin vollzog sich binnen eines Jahres. Die wichtigsten Stationen:

Mitgliederentwicklung und Wahl

  1. 30. Juni 2025
    Referenzstichtag

    Grüne 18.133, CDU 12.431, FDP 3.644, AfD 1.908, BSW 292 Mitglieder.

  2. 30. Juni 2026
    Halbjahresstichtag

    Die Linke zählt 17.843 Mitglieder und überholt die Grünen (17.513) – erstmals mitgliederstärkste Partei Berlins.

  3. 12. August 2026
    dpa-Recherche veröffentlicht

    Die Zahlen werden bekannt, die Linke hat inzwischen 18.338 Mitglieder.

  4. 20. September 2026
    Abgeordnetenhauswahl

    Berlin wählt ein neues Parlament; der Mitgliederzulauf gilt als Rückenwind für die Linke.

Was das für die Wahl bedeutet

Ob aus dem Mitgliederplus auch Wählerstimmen werden, zeigt sich am 20. September. Für die Grünen ist der Verlust des Spitzenplatzes ein Warnsignal – ein Jahr vor der Bundestagswahl könnte er auf mehr hindeuten als nur auf Berlin.