Feuerwehrleute posieren mit AfD-Kandidat – Bürgermeister droht mit Ausschluss
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Neutralität

Feuerwehrleute posieren mit AfD-Kandidat – Bürgermeister droht mit Ausschluss

Nach einem Einsatz posierten Kameraden der Feuerwehr Egeln in Uniform mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Der Bürgermeister kündigt Konsequenzen an und schließt einen Ausschluss nicht aus.

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Feuerwehrleute aus Egeln haben in voller Einsatzkleidung und mit dem Einsatzfahrzeug den AfD-Wahlkampfstand von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund besucht. Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr droht nun mit Konsequenzen bis zum Ausschluss.

Am Freitag, dem 7. August 2026, waren die Kameraden direkt von einem Einsatz – dem Brand einer Strohpresse – zum Marktplatz gefahren. Dort begrüßte Siegmund die Männer kumpelhaft mit Handschlag und sagte: „Jungs, macht Feierabend, habt ihr euch verdient. Danke für euren Einsatz.“

Anschließend posierte die Gruppe für Fotos und Videos vor dem Dienstfahrzeug. Der rechte YouTube-Kanal „Weichreite TV“ filmte die Szene.

Bürgermeister droht mit Konsequenzen

Michael Stöhr (54, Unabhängige Wählergemeinschaft Egeln) machte den Vorgang am selben Tag auf seiner Facebook-Seite öffentlich. Er zeigte sich „fassungslos“ und kündigte eine interne Auswertung an. Feuerwehrangehörige in Einsatzkleidung hätten sich politisch neutral zu verhalten, schrieb er.

Als Verbandsgemeindebürgermeister und Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr stelle ich ausdrücklich klar, dass ein solches Verhalten von Mitgliedern unserer Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz nicht hingenommen werden kann.
Michael Stöhr, Verbandsgemeindebürgermeister Egeln

Stöhr betonte: 'Unsere Bevölkerung muss sich darauf verlassen können, dass unsere Feuerwehr im Notfall unabhängig von der politischen Einstellung, Religion oder Herkunft Hilfe leistet. Sollte das von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr auch nur ansatzweise in Zweifel gezogen werden, dann haben diejenigen nichts mehr in der Feuerwehr zu suchen.'

Feuerwehr weist politische Absicht zurück

Ortswehrleiter Michael Brommer nahm die Kameraden gegenüber der 'Volksstimme' in Schutz, wie n-tv berichtet. Die Männer hätten nach ihrem Einsatz eigentlich nur ein Eis holen wollen; Siegmund habe sie gesehen und sei auf sie zugekommen, während er selbst im Fahrzeug sitzen geblieben sei.

Brommer betonte: „Das war keine böse Absicht. Die Freiwillige Feuerwehr Egeln ist nicht parteiisch. Wir helfen jedem Menschen.“ Zudem erklärte er, er werde die Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen tragen, weil er seine Kameraden schützen wolle.

Kritik an Bürgermeister im Netz

Unter Stöhrs öffentlichem Facebook-Beitrag kochten die Emotionen hoch. Zahlreiche Nutzer warfen ihm vor, die Kameraden an den Pranger zu stellen und ihnen zu unterstellen, ihre politische Einstellung könne Einfluss auf ihre Einsatzbereitschaft haben.

Ein Nutzer schrieb laut WELT, dass Feuerwehrfahrzeuge und Einsatzkleidung bei einer politischen Veranstaltung nichts zu suchen hätten, sei unstrittig. Stöhrs Aussage, schon 'ansatzweise' Zweifel führten zum Ausschluss, sei jedoch eine pauschale Infragestellung von Menschen, die ihre Freizeit opfern, um anderen Menschen zu helfen.

Offene Konsequenzen

Ob und welche Konsequenzen den betroffenen Kameraden drohen, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung am 13. August 2026 noch offen. Der Vorfall fällt in einen ohnehin aufgeheizten Wahlkampf in Sachsen-Anhalt.

AfD-Spitzenkandidat Siegmund, der am 6. September die Landtagswahl gewinnen will, setzt stark auf Präsenz in sozialen Medien. Bereits ein Video an einem Infostand der Bundeswehr hatte für Aufsehen gesorgt. Weidel proklamierte ihn bereits zum ersten AfD-Ministerpräsidenten.

Erst kürzlich hatte der Staatsschutz ermittelt, weil an einem Auto eines AfD-Wahlkampfhelfers Radmuttern gelöst worden waren.

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