Wagenknecht fordert Höcke zu Live-Duell heraus
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Thüringen

Wagenknecht fordert Höcke zu Live-Duell heraus

In einer Videobotschaft fordert die BSW-Gründerin den Thüringer AfD-Chef zu einem öffentlichen Gespräch über einen überparteilichen Ministerpräsidenten auf – und verknüpft dies mit einer persönlichen Provokation. Höcke hatte ihr zuvor angeboten, sie mit AfD-Stimmen zur Ministerpräsidentin zu wählen.

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Sahra Wagenknecht hat Björn Höcke erneut zu einem öffentlichen Live-Gespräch aufgefordert – und dabei persönlich zugespitzt. In einer am Sonntagabend auf X veröffentlichten Videobotschaft sagte die BSW-Gründerin, sie wolle „sachlich darüber reden, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen AfD und BSW liegen“, wie Focus online berichtet.

Sie habe Höcke bereits vor Tagen ein „sehr einfaches Angebot“ gemacht: „Sie und ich live, neutraler Moderator, keine vorbereiteten Reden.“ Nun wiederholte sie die Forderung und konkretisierte: „Wir sollten reden über meinen Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten, den Sie ja inzwischen auch gut finden, und warum genau das auch in Sachsen-Anhalt eine gute Lösung wäre.“

Dieser Vorschlag zielt vor allem auf Sachsen-Anhalt, wo am 6. September gewählt wird. Wagenknecht will dort CDU-Ministerpräsident Sven Schulze „in die Wüste schicken“. Mit einem überparteilichen Ministerpräsidenten bräuchte es dafür keine absolute Mehrheit für die AfD, sofern das BSW in den Landtag komme. Bereits zuvor hatte Wagenknecht vorgeschlagen, per Enthaltung den Weg für einen AfD-Regierungschef freizumachen.

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Höckes Angebot vom Donnerstag

Auslöser des erneuten Schlagabtauschs war ein Angebot des Thüringer AfD-Chefs. Höcke hatte sich am Donnerstag in den BSW-internen Streit eingeschaltet und Wagenknecht angeboten, sie mithilfe der AfD zur Ministerpräsidentin des Bundeslandes wählen zu lassen, wie Die Zeit berichtet.

Wagenknecht hatte dieses Angebot bereits am Donnerstag als „weder ehrlich noch seriös“ zurückgewiesen. In ihrer neuen Videobotschaft räumte sie laut Welt ein: „Nun zugegeben: Das war ein bisschen tricky, weil Sie ja wissen, dass ich aufgrund der speziellen Situation im Thüringer BSW im Landtag gar keine Mehrheit hätte.“ Ihre Antwort auf Höckes Offerte blieb im Video erneut vage.

Provokation zum Abschluss

Zum Abschluss ihrer Botschaft legte Wagenknecht nach: Thüringen brauche „einen neuen Regierungschef, der glaubwürdig ist und den Brandmauer-Irrsinn beendet“. Um dies zu besprechen, solle Höcke sich „ein Herz“ fassen.

Gerade Sie, der Sie so viel Wert auf Männlichkeit legen, wollen doch sicher nicht als Feigling dastehen
Sahra Wagenknecht, BSW-Gründerin

Thüringer Ausgangslage und Sachsen-Anhalt-Wahl

In Thüringen regiert die CDU von Ministerpräsident Mario Voigt seit der Landtagswahl 2024 gemeinsam mit SPD und BSW in einer Dreierkoalition ohne absolute Mehrheit. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD um Höcke ist stärkste Fraktion.

Zwischen dem thüringischen Landes-BSW und Wagenknecht sowie dem Bundes-BSW gibt es Spannungen, weil der Landesverband gegen den Willen der Bundesspitze in Voigts Koalition eingetreten war. Die BSW-Bundesspitze fordert zuletzt den Rücktritt Voigts und ein Ende der Brombeer-Koalition; Hintergrund ist Voigts Verlust des Doktortitels.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt. Die AfD liegt in Umfragen über 40 Prozent und strebt eine absolute Mehrheit der Mandate an; das BSW kämpft mit Umfragewerten von 4 bis 5 Prozent um den Einzug in den Magdeburger Landtag.

Chronologie des Schlagabtauschs

  1. 13. August 2026
    Höckes Angebot an Wagenknecht

    Der Thüringer AfD-Chef bietet an, Wagenknecht mit Stimmen seiner Fraktion zur Ministerpräsidentin von Thüringen zu wählen.

  2. vor dem 16. August 2026
    Erstes Gesprächsangebot

    Wagenknecht macht Höcke das Angebot eines Live-Gesprächs mit neutralem Moderator.

  3. 16. August 2026
    Videobotschaft und Provokation

    Wagenknecht fordert Höcke erneut zum Duell auf und fragt, ob er als Feigling dastehen wolle.

  4. 6. September 2026
    Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

    AfD liegt in Umfragen über 40 Prozent, BSW bei 4 bis 5 Prozent.

Ob Höcke die Herausforderung annimmt, ist offen. Sein Angebot vom Donnerstag hatte Wagenknecht als „weder ehrlich noch seriös“ bezeichnet; nun liegt es an ihm, auf die Männlichkeits-Provokation zu reagieren.