Bundespräsident erhält 2027 rund 15.000 Euro mehr
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Haushaltsentwurf

Bundespräsident erhält 2027 rund 15.000 Euro mehr

Trotz Klingbeils Konsolidierungskurs wächst der Etat des Bundespräsidenten: 292.000 Euro Amtsbezüge, 70,4 Millionen Euro Gesamtausgaben – ein Plus von über drei Millionen.

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15.000 Euro mehr für das Staatsoberhaupt: Der Bundespräsident erhält 2027 laut Regierungsentwurf Amtsbezüge von 292.000 Euro – nach 277.000 Euro im laufenden Jahr. Das Bundeskabinett hatte den Haushaltsentwurf bereits am 6. Juli 2026 beschlossen, wie die Junge Freiheit meldet.

Die Steigerung ist keine Einzelentscheidung, sondern gesetzlich gekoppelt: Die Amtsbezüge entsprechen zehn Neunteln des Kanzlergehalts. Steigt das Gehalt des Regierungschefs, ziehen die Bezüge des Bundespräsidenten automatisch mit. Das Aufwandsgeld für Personal und Amtswohnung im Schloss Bellevue bleibt unverändert bei 78.000 Euro.

Der gesamte Einzelplan 01 für Bundespräsident und Bundespräsidialamt sieht Ausgaben von 70,4 Millionen Euro vor – über drei Millionen mehr als 2026. Das bestätigt auch der Deutsche Bundestag in seiner Haushaltsübersicht (heute im bundestag).

Amtsbezüge des Bundespräsidenten

Vergleich 2026 und 2027 in Euro

Quelle: Bundeshaushalt 2027 (Regierungsentwurf)

Was im Etat alles steigt

Die Personalausgaben des Bundespräsidialamts klettern um 3,1 Millionen auf 32,1 Millionen Euro. Für sächliche Verwaltungsausgaben sind knapp 32 Millionen eingeplant – 133.000 Euro mehr als im Vorjahr. Darin stecken 16,8 Millionen Euro für Mieten und Pachten, ein Plus von 852.000 Euro.

Deutlich mehr Geld fließt auch in die Öffentlichkeitsarbeit: rund 500.000 Euro stehen für 2027 im Etat, etwa 100.000 Euro mehr als 2026. Vor zwei Jahren waren es noch 355.000 Euro – ein Anstieg von rund 40 Prozent binnen zwei Jahren. Zeitgleich gab die Bundesregierung insgesamt 59,96 Millionen Euro für Werbung aus, wie eine frühere Auswertung zeigt.

Zudem steigen die Versorgungsbezüge früherer Bundespräsidenten und ihrer Hinterbliebenen um über 100.000 Euro auf 1,01 Millionen Euro. Die Versorgung der dem Präsidialamt zugewiesenen Beamten wächst von 6,5 auf 7 Millionen Euro, für in den Ruhestand versetzte Beamte sind knapp 4,4 Millionen eingeplant – eine Million mehr. Die Investitionen bleiben dagegen nahezu unverändert bei 2,1 Millionen Euro.

Widerspruch zum Sparkurs

Die Erhöhung fällt in einen Haushalt, der insgesamt auf strikte Konsolidierung setzen soll: 555,4 Milliarden Euro Ausgaben plant der Bund für 2027, die Nettokreditaufnahme liegt bei 118,7 Milliarden Euro – 30,9 Milliarden beziehungsweise 5,9 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Zugleich wächst der Schuldenberg Deutschlands auf neue Rekordhöhen, wie eine aktuelle Auswertung zeigt.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hatte zum Kabinettsbeschluss betont, harte Entscheidungen seien nötig. Alle Ministerien hätten das Einsparziel von einem Prozent umgesetzt, eine ursprüngliche Lücke von 34 Milliarden Euro sei vollständig geschlossen worden, teilte das Bundesfinanzministerium mit.

harte Entscheidungen
Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister

Genau diese Diskrepanz greifen Beobachter auf: Die Nachrichtenseite kettner-edelmetalle.de kommentiert, wer den Bürgern Konsolidierung predige, solle im eigenen Apparat mit Sparsamkeit vorangehen. Stattdessen wachse der Verwaltungsüberbau, und die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit legten binnen zwei Jahren um rund 40 Prozent zu.

Wer profitiert

Die Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet im März 2027. Da die höheren Amtsbezüge erst im Haushaltsjahr 2027 greifen, dürfte die Steigerung weitgehend seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger zugutekommen. Über die Kandidatenkür wird parallel bereits öffentlich diskutiert.

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