Hannes Jaenicke kündigt Auswanderung bei AfD-Regierung an
Hannes Jaenicke schlägt im t-online-Interview Alarm: Er kritisiert Gesellschaft und Politik für mangelnden Klimaschutz und kündigt an, bei einer AfD-Regierungsbeteiligung Deutschland zu verlassen.
Hannes Jaenicke macht Ernst: Sollte die AfD auf Bundesebene mitregieren, will der 66-jährige Schauspieler und Umweltaktivist Deutschland verlassen. „Ich würde das tatsächlich aus purem Egoismus tun“, sagte er im Interview mit t-online am 19. August 2026.
Anlass sind die extreme Hitze, Dürren und Waldbrände in Europa: Im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen fiel seit Aufzeichnungsbeginn 1991 noch nie so viel Fläche den Flammen zum Opfer, die Grenzregion Hohes Venn bei Aachen ist bedroht. Jaenicke lebt am Ammersee und erlebt die Trockenheit unmittelbar – seinen Garten hat er seit Ende Juni nicht mehr gegossen.
Die Gesellschaft sei „einfach gut im Verdrängen“, sagt Jaenicke. Die Flutkatastrophe im Ahrtal liege gerade fünf Jahre zurück, „kein Mensch redet mehr darüber“. Das gezielte „Grünen-Bashing“ sei so erfolgreich gewesen, dass die AfD jetzt bei knapp 30 Prozent liege und die Grünen bei 15 Prozent „dümpeln“.
„Wir können nicht weiter Millionen Kreuzfahrten buchen, wir können nicht ständig durch die Welt jetten. Der Fleischkonsum steigt seit zwei Jahren wieder rasant an. Immer nur die Politik verantwortlich zu machen, ist wahnsinnig einfach.“
Hannes Jaenicke, Schauspieler & Umweltaktivist
Politik „erschreckend untätig“ und Verfassungsklage
Die Politik habe „eine große“ Verantwortung, sei aber „erschreckend untätig“: „Sie kommt ja oft erst in die Puschen, wenn sie verklagt wird.“ Deshalb ist Jaenicke zum zweiten Mal Teil einer Klage gegen die Bundesregierung – diesmal wegen mangelnden Biodiversitätsschutzes.
Als eine der wirksamsten Sofortmaßnahmen fordert er ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Seine Rechnung:
„Damit könnten wir 1,6 bis 1,8 Millionen Tonnen CO₂ einsparen und Hunderte Verkehrstote verhindern. Wir sind ein Land, das beim Klimaschutz offensichtlich komplett beratungsresistent ist.“
Hannes Jaenicke, Schauspieler & Umweltaktivist
Dürre am Ammersee und „kohlrabenschwarze“ Aussichten
Während andere Regionen über 50 Grad Hitze melden, erlebt Jaenicke die Dürre direkt vor der Haustür: Donau, Rhein und Elbe führten kaum Wasser, die Hallertau als größtes Hopfenanbaugebiet Europas habe „kein Wasser mehr“. Sein Fazit: „Wir trocknen aus.“
„Wenn die hier tatsächlich etwas zu sagen bekommt, sehe ich kohlrabenschwarz.“
Hannes Jaenicke, Schauspieler & Umweltaktivist
Die AfD-Sorge treibt den Schauspieler zu einer persönlichen Konsequenz: Sollte die Partei auf Bundesebene mitregieren, will er Deutschland verlassen – „aus purem Egoismus“, wie er betont. Sein Blick auf die Politik bleibt düster: Erst wenn der Leidensdruck weiter steigt wie in Spanien, Italien oder Griechenland, werde auch Deutschland „in die Puschen kommen“.