Intendant erklärt Volksbühne zur Anti-AfD-Institution
Nach dem Eklat um das abgesagte „Schwarzen-Schwimmen“ kündigt Intendant Matthias Lilienthal an, die Volksbühne zu einer Anti-AfD-Institution zu machen und ein Programm als Widerstand gegen die AfD und die Springerpresse aufzustellen. Während Linke und Grüne das Haus unterstützen, wirft Lilienthal Teilen der CDU einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz vor.
Berliner Volksbühne wird zur Anti-AfD-Institution. Intendant Matthias Lilienthal hat nach dem Eklat um das abgesagte „Schwarzen-Schwimmen“ angekündigt, sein Haus offensiv gegen die AfD und die Springerpresse zu positionieren. In Interviews mit der Freitag und der Deutschen Bühne erklärte der 1959 geborene Dramaturg, das Theater zu einer „Anti-AfD-Institution“ zu machen.
Auslöser war die Absage eines exklusiven Badetermins für Schwarze Kinder und Jugendliche am 14. August. Wegen rassistischer Drohmails und Gewaltandrohungen hatten die Volksbühne und der Verein Each One Teach One die Veranstaltung kurzfristig abgesagt. Die Sicherheit der angemeldeten Besucher sei nicht zu gewährleisten gewesen.
„Wir haben eine ganz klare Anti-AfD-Haltung und die werden wir auch zeigen.“
Matthias Lilienthal, Intendant der Berliner Volksbühne
Anti-AfD-Kurs und Widerstand gegen Springerpresse
Gegenüber der Deutschen Bühne konkretisierte Lilienthal sein Programm. Er wolle mit Künstlerinnen und Künstlern wie Marlene Monteiro Freitas, Toshiki Okada, Wallace Ferreira und Davi Pontes ein internationales Line-up als Widerstand gegen die AfD und die Springerpresse aufstellen. Das Pop-up-Schwimmbad, das man auch als ‚Hipsterbad‘ beschimpfen könne, sei nach der Instrumentalisierung durch rechte Stimmen zum ‚linksradikalen Event‘ geworden.
„Wir versuchen, mit Künstler:innen wie Marlene Monteiro Freitas, Toshiki Okada, Wallace Ferreira und Davi Pontes ein internationales Line-Up als Widerstand gegen die AfD und die Springerpresse aufzustellen.“
Matthias Lilienthal, Intendant der Berliner Volksbühne
Lilienthal beklagte zudem, dass die Volksbühne und das Maxim Gorki Theater mehr sparen müssten als andere Berliner Theater – für ihn ein Beleg, dass linke migrantische Häuser abgestraft würden. Finanz- und Kultursenator Stefan Evers habe ihm jedoch Unterstützung zugesagt, falls das Haus in Not gerate.
Vorwurf: CDU hat Gesetz gebrochen
Schwere Vorwürfe erhebt Lilienthal gegen Teile der CDU. Sie hätten das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz gebrochen, als sie die Veranstaltung kritisierten.
„Als Teile der CDU gesagt haben, diese Veranstaltung darf so nicht stattfinden, haben sie dieses Gesetz gebrochen.“
Matthias Lilienthal, Intendant der Berliner Volksbühne
Die Volksbühne wird fast vollständig aus Steuermitteln finanziert. Nach Angaben der Jungen Freiheit sind es in diesem Jahr mehr als 25 Millionen Euro aus dem Berliner Haushalt, das ZDF spricht von jährlich über 20 Millionen Euro. Allein das umstrittene Volksbad kostete rund 300.000 Euro, davon etwa 90.000 Euro für das gemietete Becken.
Vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz wird ein 25-Meter-Pop-up-Freibad eröffnet. Eintritt kostenlos, Betrieb bis Anfang Oktober.
13./14. August 2026
Absage des Schwimmtermins
Wegen rassistischer Drohmails sagen Volksbühne und EOTO den exklusiven Badetermin für Schwarze Kinder ab.
14. August 2026
Transparent „Fickt euch!“
Die Volksbühne hängt als Reaktion ein provokantes Banner an das Bad.
18. August 2026
Lilienthal legt nach
In Interviews mit Freitag und Deutscher Bühne kündigt er die Anti-AfD-Haltung und den Widerstand gegen Springerpresse an.
19. August 2026
Junge Freiheit berichtet
Die Zeitung verbreitet die Meldung, der Intendant lege nach.
Debatte: Darf ein Theater Partei ergreifen?
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Die Debatte dürfte weitergehen. Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Lilienthal hofft, dass sich Parteien außerhalb der AfD zusammenfinden. Sein Vertrag als Intendant läuft zunächst fünf Jahre.