Merz fällt im Politbarometer auf minus 1,9 – AfD bleibt stärkste Kraft
Bild: KI-generiert
Meinungsumfrage

Merz fällt im Politbarometer auf minus 1,9 – AfD bleibt stärkste Kraft

Bundeskanzler Friedrich Merz erreicht im neuen ZDF-Politbarometer einen persönlichen Negativrekord: minus 1,9 auf der Beliebtheitsskala. 75 Prozent sind mit seiner Arbeit unzufrieden, die AfD bleibt stärkste Kraft.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Bundeskanzler Friedrich Merz ist im neuen ZDF-Politbarometer so unbeliebt wie nie zuvor. Auf der Skala von +5 bis -5 fällt der CDU-Chef auf minus 1,9 – ein neuer persönlicher Tiefstwert. Ende Juli hatte der Wert noch bei minus 1,5 gelegen.

Damit steht Merz weit hinten in der Beliebtheitsliste. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bleibt mit 1,3 Spitzenreiter, gefolgt von Cem Özdemir (0,9) und Johann Wadephul (0,1). Bereits im negativen Bereich liegen Alexander Dobrindt (-0,4), Lars Klingbeil (-0,6), Markus Söder (-0,6), Bärbel Bas (-0,8) und Heidi Reichinnek (-0,8). Schlusslicht bleibt AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,5.

Beliebtheit der Spitzenpolitiker im ZDF-Politbarometer (August 2026)

Quelle: Forschungsgruppe Wahlen, August 2026

Unzufriedenheit mit Merz wächst

Auch bei der Bewertung seiner Amtsführung schneidet der Kanzler schlecht ab. 75 Prozent der Befragten sind laut der Erhebung mit der Arbeit von Merz unzufrieden, nur 20 Prozent zufrieden. Das ist ein neuer Höchstwert der Unzufriedenheit.

Zweifel gibt es zudem am Rückhalt in der eigenen Partei: 80 Prozent aller Befragten glauben, die CDU stehe nicht voll hinter ihrem Vorsitzenden. Unter Unionsanhängern sind es 67 Prozent. Nur 12 Prozent sehen die Partei geschlossen hinter Merz.

Umfrage
Lädt

Sonntagsfrage: AfD bleibt vorn

In der Sonntagsfrage behauptet die AfD ihre Spitzenposition: Sie käme auf 27 Prozent, die Union auf 22 Prozent. Beide Parteien verlieren im Vergleich zu Ende Juli je einen Prozentpunkt. Die SPD bleibt bei 12 Prozent, die Grünen legen auf 14 Prozent zu, die Linke verharrt bei 12 Prozent, die FDP bei 4 Prozent. Alle anderen Parteien zusammen erreichen 9 Prozent.

Eine schwarz-rote Koalition hätte mit diesen Zahlen weiterhin keine Mehrheit. Die Union liegt damit deutlich hinter der AfD, wie auch jüngste Umfragen gezeigt haben.

AfD-geführte Regierung im Osten abgelehnt

Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern lehnt eine klare Mehrheit eine AfD-geführte Landesregierung ab. 64 Prozent fänden es schlecht, wenn die AfD einen Ministerpräsidenten stellen würde, 23 Prozent gut, 11 Prozent wäre es egal. Im Osten ist die Ablehnung mit 53 Prozent geringer als im Westen (66 Prozent).

60 Prozent rechnen in einem solchen Fall mit schlechterer Politik, nur 17 Prozent mit besserer, 17 Prozent erwarten keinen großen Unterschied. Die Abgrenzung der CDU zur AfD halten 61 Prozent für richtig, 37 Prozent für nicht richtig. Die Abgrenzung zur Linken befürworten dagegen nur 34 Prozent, 62 Prozent halten sie für falsch.

Rente mit 63 und Klimawandel

Auch die geplante Abschaffung der Rente mit 63 stößt auf breite Ablehnung: 75 Prozent der Befragten lehnen sie ab, nur 20 Prozent finden sie richtig. Die Reform ist Teil der Rentenpläne der schwarz-roten Koalition.

Beim Klimawandel erwarten große Mehrheiten starke Schäden für Wirtschaft (69 Prozent), Gesundheit (72 Prozent) sowie Natur und Umwelt (81 Prozent). Nur 19 Prozent glauben, die Politik ergreife ausreichend Hitzeschutz-Maßnahmen.

Methodik und Ausblick

Für das Politbarometer hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 17. bis 19. August 1.319 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei einem Anteilswert von 40 Prozent bei rund ±3 Prozentpunkten, bei 10 Prozent bei rund ±2 Prozentpunkten.

Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, dem 25. September 2026.

Chronologie der Umfragewerte

  1. 31. Juli 2026
    Vorheriges Politbarometer

    Merz bei minus 1,5, Pistorius bei 1,5, Weidel bei minus 2,4.

  2. 17.–19. August 2026
    Erhebung

    Forschungsgruppe Wahlen befragt 1.319 Wahlberechtigte telefonisch und online.

  3. 20. August 2026
    Veröffentlichung

    Neues Politbarometer: Merz fällt auf minus 1,9, Pistorius bleibt mit 1,3 vorn.

  4. 25. September 2026
    Nächste Ausgabe

    Geplante Ausstrahlung des nächsten Politbarometers im ZDF.