AfD mit 27 Prozent sechs Punkte vor Union – Merz stürzt auf Rekordtief
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AfD mit 27 Prozent sechs Punkte vor Union – Merz stürzt auf Rekordtief

Die AfD baut ihren Vorsprung vor der Union weiter aus und liegt in aktuellen Umfragen bei bis zu 28 Prozent. Friedrich Merz erreicht mit nur noch 14 Prozent Zustimmung einen historischen Tiefstand. Selbst unter Unionswählern wächst der Unmut.

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Die politische Landschaft in Deutschland verschiebt sich weiter dramatisch. Im August hat die AfD ihren Vorsprung vor der Union weiter ausgebaut, während die Unzufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz und der schwarz-roten Regierung historische Ausmaße annimmt. Nur noch 14 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden – ein Wert, den noch keiner seiner Vorgänger in dieser Umfrage erreicht hatte.

AfD auf 28 Prozent – Union fällt auf Tiefstwerte

Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer (Forsa, Befragungszeitraum 4. bis 10. August, 2.503 Befragte) erreicht die AfD 27 Prozent und liegt damit sechs Prozentpunkte vor der Union, die nur noch 21 Prozent erzielt. Der ARD-DeutschlandTrend (Infratest dimap) weist der AfD sogar 28 Prozent zu – den höchsten jemals für sie gemessenen Wert in dieser Reihe – und die Union mit 21 Prozent aus. Der Vorsprung beträgt damit sieben Prozentpunkte.

Bereits im Juli hatte die AfD in mehreren Instituten einen Rekordvorsprung von bis zu 8,5 Prozentpunkten auf die Union. Der Trend ist ungebrochen: Seit der Bundestagswahl 2025, bei der die Union noch 28,5 und die AfD 20,8 Prozent erreicht hatten, hat die AfD kontinuierlich zugelegt, während die Union immer weiter absackt.

AfD überholt Union – die Entwicklung seit der Bundestagswahl

Umfragewerte in Prozent (Forsa/RTL/ntv-Trendbarometer und Wahlergebnis)

Quelle: Forsa, RTL/ntv; Bundeswahlleiter

Merz so unbeliebt wie nie – selbst die Union zweifelt

Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Im ARD-DeutschlandTrend und im RTL/ntv-Trendbarometer erklären nur noch 14 Prozent der Befragten, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein; 85 Prozent sind unzufrieden. Damit setzt sich ein kontinuierlicher Absturz fort: Im September 2025 lag die Zufriedenheit noch bei 26 Prozent, im April 2026 bei 21 Prozent, im Mai laut Ipsos bei 15 Prozent.

Unter den Anhängern der Union ist mittlerweile eine Mehrheit unzufrieden. Eine gesonderte Forsa-Frage im Auftrag von RTL/Stern ergab, dass 43 Prozent aller Befragten und sogar 46 Prozent der Unionswähler einen Wechsel an der Regierungsspitze für hilfreich hielten, um die Zustimmungswerte zu verbessern. Nur 51 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Umfrage
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Schwarz-rote Regierung im freien Fall

Die Regierungskoalition selbst wird von 85 Prozent der Bevölkerung negativ bewertet. Auch die von Merz Ende Juli 2026 vorgenommene Kabinettsumbildung – bei der Thorsten Frei Fraktionschef, Nina Warken Kanzleramtschefin, Carsten Linnemann Gesundheitsminister und Steffen Bilger Verkehrsminister wurden – änderte an diesem Urteil kaum etwas: 57 Prozent der Befragten gingen davon aus, die Regierung werde „genauso schlecht“ weiterarbeiten, elf Prozent erwarteten sogar eine Verschlechterung. Lediglich zwölf Prozent rechneten mit besserer Arbeit.

Das Misstrauen gegenüber dem gesamten politischen Establishment ist hoch. 84 Prozent der Deutschen haben im RTL/ntv-Trendbarometer den Eindruck, die Parteien kümmerten sich „nicht ausreichend um die wirklichen Probleme und Interessen der Menschen im Land“; nur zwölf Prozent teilen diese Kritik nicht. Auch unter den Anhängern der Regierungsparteien Union und SPD sind es jeweils 72 Prozent. 56 Prozent der Bürger vertrauen keiner einzigen Partei die Lösung der anstehenden Probleme zu.

Chronik: Der Aufstieg der AfD über die Union

  1. Februar 2025
    Bundestagswahl

    Union erreicht 28,5 %, AfD 20,8 %. Friedrich Merz wird Kanzler einer schwarz-roten Koalition.

  2. September 2025
    Erstmals überholt

    In Forsa-Umfragen zieht die AfD mit 27 % an der Union (24 %) vorbei.

  3. April 2026
    Vorsprung wächst

    Im RTL/ntv-Trendbarometer führt die AfD mit 5 Prozentpunkten Vorsprung vor der Union.

  4. Mai 2026
    ARD-DeutschlandTrend

    Die AfD überholt die Union auch in der ARD-Erhebung.

  5. August 2026
    Rekordvorsprung

    AfD erreicht 28 % im ARD-DeutschlandTrend und 27 % im Trendbarometer – bis zu 7 Punkte Vorsprung.

Landtagswahlen drohen zum Desaster zu werden

Vor den Landtagswahlen im September 2026 in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern müssen CDU und SPD mit erheblichen Verlusten rechnen. In Sachsen-Anhalt erreicht die AfD in Umfragen teilweise über 40 Prozent. Der Negativtrend der Bundesregierung strahlt längst auf die Landesebene ab.

Die Union steht vor einer historischen Herausforderung: Weder personell noch inhaltlich gelang es Merz, das Ruder herumzureißen. Die Unzufriedenheit mit dem von ihm nach der Wahl im Mai 2025 ausgerufenen „Herbst der Reformen“, der weitgehend ausblieb, und die anhaltende Wirtschaftskrise gelten als wesentliche Treiber dieser Entwicklung. Wie lange die CDU/CSU noch bereit ist, an einem Kanzler festzuhalten, den die eigene Basis mehrheitlich in Frage stellt, ist offen.