Schüsse auf Friseursalon von Rapper Samra – Polizei findet Sprengsatz
Bild: KI-generiert
Clankriminalität

Schüsse auf Friseursalon von Rapper Samra – Polizei findet Sprengsatz

In der Nacht zum Montag feuerten Unbekannte mehrere Schüsse auf den Friseursalon „Cutaleya“ von Rapper Samra in Berlin-Steglitz ab. Vor dem Geschäft fanden Einsatzkräfte einen selbstgebauten, nicht umgesetzten Spreng- und Brandsatz. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Schutzgelderpressung.

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Gegen 03:55 Uhr fielen in der Osdorfer Straße in Berlin-Steglitz mehrere Schüsse. Ziel war der Friseursalon „Cutaleya“ des Rappers Samra. Verletzt wurde niemand – doch vor der Tür lag ein selbstgebauter Spreng- und Brandsatz, der nicht umgesetzt wurde.

Die Polizei sperrte die Osdorfer Straße in beide Richtungen. Kriminaltechniker sicherten Spuren und untersuchten den Gegenstand. Die Berliner Polizei meldete den Vorfall am Montagmorgen, wie die Berliner Zeitung und der Tagesspiegel berichten.

Die Sondereinheit BAO Ferrum des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen. Sie geht dem Verdacht der Schutzgelderpressung nach, wie die WELT berichtet. Bei der Staatsanwaltschaft ist die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe „Telum“ zuständig.

Schon einmal attackiert

Es ist bereits der zweite Angriff auf denselben Salon. 2022 fielen Schüsse vor dem Laden, damals sollen sich 30 bis 50 Maskierte vor dem Geschäft versammelt und randaliert haben. Die „BZ“ schrieb von Männern mit Schusswaffen und Baseballschlägern.

Am Sonntag, dem 23. August, trat Samra gemeinsam mit Rapper Capital Bra am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg auf. Rund 1.100 Menschen kamen zu der Promotionsveranstaltung für ein neues Album.

Chronologie der Angriffe

  1. 2022
    Erste Attacke auf den Salon

    Schüsse vor dem Friseursalon von Samra; 30 – 50 Maskierte versammeln sich und randalieren.

  2. 23. August 2026
    Auftritt am Oranienplatz

    Samra und Capital Bra treten vor rund 1.100 Menschen in Berlin-Kreuzberg auf.

  3. 24. August 2026
    Schüsse und Sprengsatz

    Gegen 03:55 Uhr beschießen Unbekannte den Salon; die Polizei findet einen selbstgebauten Spreng- und Brandsatz.

Organisierte Kriminalität unter Druck

Seit Anfang 2025 häufen sich in Berlin blutige Fehden zwischen Banden und Clans. Auch Schüsse auf Geschäfte von Unternehmern vornehmlich türkischer Herkunft nehmen zu. Diese Taten werden Schutzgelderpressern aus Netzwerken der Organisierten Kriminalität zugerechnet.

Rund neun Monate nach ihrer Gründung hat die BAO Ferrum mehr als 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Mehr als 50 Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Bis Mitte Juli 2026 gab es 263 vorläufige Festnahmen, 61 Haftbefehle und 56 beschlagnahmte scharfe Schusswaffen.

Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, sagte am Montag: „Es ist jetzt kein Geheimnis, dass das Rapbusiness auch für Protagonisten aus der Organisierten Kriminalität interessant ist und hier mitunter Kontakte gepflegt werden.“

Der Staat kommt seiner Aufgabe nicht mehr nach, den Schutz der Bevölkerung darzustellen
Klaus Nachtigall, Ex-LKA-Ermittler

Druck auf die Politik

Ex-LKA-Ermittler Klaus Nachtigall kritisierte im WELT-Interview: „Das läuft aus dem Ruder.“ Der 37 Jahre im Polizeidienst tätige Sicherheitsberater warnte, der Staat komme seiner Aufgabe nicht mehr nach.

Die Gewaltspirale in Berlin dreht sich weiter: Erst vor zwei Wochen wurde am Hardenbergplatz vor dem Bahnhof Zoo ein 30-Jähriger erschossen, wie jux.news berichtete. Justizsenatorin Felor Badenberg fordert ein hartes Durchgreifen, wie jux.news meldete.

Ob die Schüsse auf Samras Salon mit dem Auftritt am Vorabend zusammenhängen, ist offen. Die Ermittler prüfen nun, ob Schutzgelderpresser hinter dem Angriff stecken.