Nur 17 Prozent stützen AfD-Kritik an ausländischen Ärzten
Bild: KI-generiert
Forsa-Umfrage

Nur 17 Prozent stützen AfD-Kritik an ausländischen Ärzten

Forsa hat im Auftrag von RTL/ntv zentrale AfD-Forderungen für Sachsen-Anhalt abgefragt. Das Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der Deutschen lehnen die Positionen zu ausländischen Fachkräften ab.

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Nur 17 Prozent der Deutschen teilen die AfD-Kritik an ausländischen Ärzten. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Demnach stimmten 17 Prozent der Aussage zu, ausländische Ärzte seien wegen „Sprachschwierigkeiten“ und „anderer kultureller Herkunft“ oft kaum geeignet, deutsche Patienten richtig zu behandeln. 16 Prozent unterstützten die Aussage, die Anwerbung von Fachkräften „aus fremden Kulturen“ gefährde das Wohl der Patienten. Mehr als 80 Prozent lehnten beide Aussagen ab, wie die Welt berichtet.

Unter AfD-Anhängern sieht das anders aus: 52 Prozent stimmen der Ärzte-Aussage zu, 49 Prozent der Anwerbungs-Aussage. Damit zeigt sich eine tiefe Kluft zwischen AfD-Sympathisanten und dem Rest der Bevölkerung. In Sachsen scheitern derzeit 57 Prozent der ausländischen Ärzte an der Fachsprachenprüfung.

Schulpolitik ohne Mehrheit

Auch die schulpolitischen Kernforderungen der AfD finden keine Mehrheit. Nur 24 Prozent stimmten der Forderung zu, Lehrkräfte sollten bei Meinungsäußerungen von Schülern nicht mehr mitdiskutieren dürfen. 71 Prozent lehnten das ab. Für zusätzliche Beschwerdemöglichkeiten für Eltern und Schüler waren 31 Prozent.

Bei AfD-Anhängern liegen die Zustimmungswerte deutlich höher: 60 Prozent unterstützen das Mitdiskutierverbot, 61 Prozent die Beschwerdestellen.

Kirchen-Forderungen am populärsten

Vergleichsweise am größten ist die Zustimmung bei den Forderungen zum Umgang mit den Kirchen. 44 Prozent unterstützten die Aussage, die Kirchen könnten keine Sonderstellung durch den Einzug der Kirchensteuer und staatliche Leistungen beanspruchen. 37 Prozent befürworteten, Einnahmen aus der Kirchensteuer künftig nur noch für Personalkosten und den Erhalt von Gebäuden verwenden zu dürfen.

Auch hier zeigen sich die Unterschiede: Unter AfD-Anhängern sind es 83 beziehungsweise 74 Prozent Zustimmung.

Zustimmung zu AfD-Forderungen (Gesamtbevölkerung)

Quelle: Forsa/RTL/ntv, August 2026

Umsetzungserwartungen und Wahlumfrage

Trotz der mehrheitlichen Ablehnung rechnet ein erheblicher Teil der Befragten damit, dass die AfD ihre Forderungen bei einer Regierungsübernahme tatsächlich umsetzt. 54 Prozent erwarten das für die Schulpolitik, 45 Prozent für die Positionen zu ausländischen Fachkräften und 43 Prozent für Änderungen im Umgang mit den Kirchen. Das berichtet die Frankfurter Rundschau.

Die Umfrage erscheint wenige Tage vor der Landtagswahl am 6. September. In Sachsen-Anhalt liegt die als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD laut Infratest dimap bei 42 Prozent, die CDU bei 22 Prozent – ein Trend, den auch andere Erhebungen zeigen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte in einer TV-Debatte im MDR erneut bekräftigt, nur alleine regieren zu wollen. Seine Aussage „Echte Fachkräfte kommen nicht nach Deutschland“ verweist auf das zentrale Wahlkampfthema.

Forsa befragte am 13. und 14. August bundesweit 1.007 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.

Ob die AfD ihre Forderungen nach einem Wahlsieg umsetzen kann, hängt auch davon ab, ob sie einen Koalitionspartner findet. Bisher will Siegmund nur alleine regieren – angesichts der Umfragewerte gilt das als unwahrscheinlich. Die Entscheidung fällt am 6. September.