Eine Tote und fünf Verletzte nach Schüssen auf Techno-Festival in Aarau
In der Nacht zum Sonntag fielen auf dem Techno-Festival „Aarau Rave VOL. 7“ in der Schweiz Schüsse. Eine 22-jährige Frau starb noch vor Ort, fünf weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Täter sind flüchtig.
Eine 22-jährige Frau ist tot, fünf weitere Menschen wurden teils schwer verletzt – nachdem in der Nacht zum Sonntag auf einem Techno-Festival in Aarau (Schweiz) Schüsse gefallen sind. Das bestätigte die Kantonspolizei Aargau, wie die tagesschau berichtet.
Der „Aarau Rave VOL. 7“ lief seit Samstagnachmittag auf der Pferderennbahn im Quartier Schachen, dem Sport- und Naherholungsgebiet von Aarau an der Aare. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatten die Veranstalter das Event als „größten Rave in der Nordwestschweiz“ beworben und mit bis zu 3.500 Besuchern gerechnet. Kurz nach 2:30 Uhr fielen die Schüsse, auf einem Video ist gegen 2:35 Uhr Serienfeuer zu hören.
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Augenzeugen schilderten der Zeitung „Blick“, viele hätten die ersten Detonationen für ein Feuerwerk gehalten, weil sie Funken an der Decke sahen. Erst als jemand „Alle runter!“ rief, warfen sich Besucher zu Boden oder suchten Schutz unter dem DJ-Pult. Eine Frau versuchte noch, eine am Boden liegende junge Frau zu reanimieren – vergeblich. Eine nicht bestätigte Augenzeugenangabe sprach von vier Tätern, drei Toten und sieben Verletzten.
Die Nacht des Raves
Die Polizei geht von einer „größeren Zahl“ abgegebener Schüsse aus. Alle sechs Opfer haben ihren Wohnsitz in der Schweiz: eine 22-jährige Frau starb noch vor Ort, vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren wurden in Krankenhäuser gebracht, einige von ihnen schwer verletzt. Das nahe gelegene Schwimmbad im Schachen blieb am Sonntag geschlossen.
Die Ereignisse in der Übersicht
29. August 2026
Festivalstart
Das Techno-Festival „Aarau Rave VOL. 7“ beginnt um 15 Uhr auf der Pferderennbahn Schachen.
30. August 2026, 02:30 Uhr
Schüsse auf Menschenmenge
Kurz nach 2:30 Uhr fallen mehrere Schüsse auf eine größere Personengruppe; auf einem Video ist gegen 2:35 Uhr Serienfeuer zu hören.
30. August 2026, 03:00 Uhr
Großeinsatz
Der Vorfall wird der Kantonspolizei Aargau gemeldet; Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und ein Super-Puma-Hubschrauber der Armee rücken aus.
30. August 2026, Morgen
Bestätigung der Opferzahlen
Die Polizei bestätigt ein Todesopfer und fünf teils schwer Verletzte; die Täterschaft ist flüchtig.
Großfahndung nach flüchtigen Tätern
Rund um die Pferderennbahn läuft ein Großeinsatz. Neben der Kantonspolizei sind Feuerwehr, mehrere Rettungsdienste sowie das Kantonale Katastrophen-Einsatzelement im Einsatz. Ein Super-Puma-Hubschrauber der Schweizer Armee kreiste über dem Großraum Aarau – nach Beobachtungen ohne eingeschaltete Suchscheinwerfer.
Die Täterschaft ist weiter auf der Flucht; ob ein oder mehrere Täter gesucht werden, ist unklar. Ein Polizeisprecher schloss aus, dass sie „wieder irgendwo aktiv werden“ und zu einer neuen Gefahr werden könnte. Die Polizei bittet alle, die Videos oder Bilder besitzen, das Material über den Instagram-Kanal der Kantonspolizei zur Verfügung zu stellen.
Weil Aarau nur rund 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegt, beteiligt sich auch die deutsche Polizei an den Fahndungsmaßnahmen – nach Angaben des Polizeipräsidiums Freiburg reine Routine. Ähnlich wie beim Todesschuss in Bad Dürkheim und beim versuchten Mord in Würzburg fahndet die Polizei mit Großaufgebot nach dem Schützen.
Bestürzung und offene Fragen
Der Schweizer DJ Tekibo, der auf dem Rave aufgelegt hat, äußerte sich auf Instagram mit emotionalen Worten. Was auf dem Event passiert sei, sei absolut „herzzerreißend“ gewesen. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und kündigte an, sich für eine bestimmte Zeit zurückzuziehen.
„Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“
DJ Tekibo, DJ des „Aarau Rave“
Aarau ist die Hauptstadt des Kantons Aargau, liegt rund 40 Kilometer westlich von Zürich und hat knapp 23.000 Einwohner. Die Ermittler suchen weiter nach Täterschaft und Motiv – warum der oder die Schützen mitten in eine feiernde Menschenmenge feuerten, ist völlig offen.