Zentralrat zeigt Chrupalla nach „Zigeuner“-Spruch wegen Volksverhetzung an
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Rassismus-Vorwurf

Zentralrat zeigt Chrupalla nach „Zigeuner“-Spruch wegen Volksverhetzung an

Nach Chrupallas „Zigeuner“-Äußerung beim AfD-Wahlkampfauftakt in Grimmen erstattet der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma Strafanzeige. Der AfD-Chef bestreitet die Absicht.

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Mit einer abfälligen Bemerkung über Sinti und Roma hat sich AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla beim Wahlkampfauftakt in Grimmen eine Strafanzeige eingehandelt. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erstattete am 1. September Anzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung.

Bei der Veranstaltung am 28. August im Kulturhaus „Treffpunkt Europas“ sprach Chrupalla vor rund 400 Zuhörern über den Fund zweier Pistolen in einem Waldgebiet bei Berlin. Wie die WELT berichtet, reagierte das Publikum auf seine Äußerung mit Gelächter und Applaus.

Da findet man zwei Waffen, zwei Pistolen, die wahrscheinlich irgendwelche Zigeuner dort verloren haben, beim Pilzesuchen.
Tino Chrupalla, AfD-Bundesvorsitzender

Zuvor hatte Chrupalla in seiner Rede von Propaganda und „Kriegsgetrommel“ gesprochen. Die Veranstaltung lief unter dem Titel „Bereit für die Blaue Wende“; Alice Weidel war angekündigt, blieb aber wegen der Wetterlage am Flughafen hängen.

Zentralrat erstattet Strafanzeige

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma stellte nach eigenen Angaben bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg Strafanzeige und Strafantrag gegen Chrupalla. Die Behörde bestätigte den Eingang; laut eines Sprechers gehe man aber davon aus, das Verfahren an die für den Tatort in Mecklenburg-Vorpommern zuständige Staatsanwaltschaft Stralsund abzugeben. Der Erste Staatsanwalt Jonathan Waldschmidt erklärte dies auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes.

In einer Pressemitteilung des Verbands hieß es: „Der Zentralrat ist fassungslos darüber, dass 81 Jahre nach Auschwitz eine gesichert rechtsextreme Partei im Wahlkampf auf zynische Art wieder gegen Sinti und Roma hetzt.“ Chrupalla bestätige damit einmal mehr das Weltbild seiner Partei.

In der politischen Auseinandersetzung mit dieser verfassungsfeindlichen Partei geht es heute nicht um Minderheiten, sondern um die Sicherung von Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Frieden.
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats

Rose sagte weiter: „Die AfD ist eine Partei der Spaltung, die das Bild des hässlichen Deutschen in Europa wiederaufleben lässt und damit das Ansehen und die Zukunft unseres Landes in der Welt gefährdet.“

Chrupalla bestreitet rassistische Absicht

Chrupalla sagte auf Anfrage, mit seiner Aussage habe er „nicht die Volksgruppen der Sinti und Roma gemeint“. Sollte er jemandem zu nahe getreten sein, sei das nicht seine Absicht gewesen.

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Ermittlungen zum Waffenfund laufen

Der Waffenfund selbst hat eine ernste Dimension: Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen einen Tatverdächtigen wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Medien hatten über Hinweise berichtet, wonach die Waffen im Auftrag russischer Geheimdienste hinterlegt worden seien.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte Russland nicht erwähnt; eine Beteiligung „fremder Mächte“ sei aber nicht auszuschließen.

Chronologie: Vom Waffenfund zur Strafanzeige

  1. 21. August 2026
    Waffenfund bei Berlin

    In einem Wald bei Berlin werden zwei Pistolen entdeckt. Der Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen.

  2. 28. August 2026
    Chrupallas Äußerung in Grimmen

    Beim AfD-Wahlkampfauftakt spricht Chrupalla von „irgendwelchen Zigeunern“, die die Pistolen „beim Pilzesuchen verloren“ hätten.

  3. 1. September 2026
    Strafanzeige

    Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erstattet Anzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung.

Hintergrund: NS-Verfolgung der Sinti und Roma

Der Zentralrat erinnert daran, dass die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma auf rassistischer und völkischer Ideologie beruhte und Hunderttausende von ihnen während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden.