Peter Kloeppel lehnt Kandidatur als Bundespräsident ab
Der ehemalige RTL-Chefmoderator Peter Kloeppel will nicht Bundespräsident werden. Im dpa-Interview formuliert er klare Kriterien für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
Peter Kloeppel will nicht Bundespräsident werden. Der langjährige RTL-Chefmoderator schließt eine eigene Kandidatur für das höchste deutsche Staatsamt ausdrücklich aus – und formuliert zugleich klare Erwartungen an seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger.
Wie FOCUS online berichtet, äußerte sich der 67-Jährige in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Am 9. September nimmt er in Köln den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises entgegen.
Auf die Frage, ob er selbst als Bundespräsident zur Verfügung stünde, reagierte Kloeppel lachend: „Um Himmels Willen, wie kommen Sie denn auf die Frage?“ Im Ernst fügte er hinzu, er wünsche sich eine Persönlichkeit, die nicht nur möglichst viele Deutsche repräsentiert, sondern auch deren Anliegen registriert.
„Um Himmels Willen, wie kommen Sie denn auf die Frage?“
Peter Kloeppel, ehemaliger RTL-Chefmoderator
Erwartungen an das Staatsoberhaupt
Der frühere Nachrichtenmoderator sieht die Rolle des nächsten Staatsoberhaupts vor allem als moralische Instanz. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf dpa meldet, sagt er, ein Bundespräsident oder eine Bundespräsidentin solle „als ethischer Kompass wirken, Verbindendes hervorheben und Spaltungen entgegenwirken“.
Gleichzeitig betont Kloeppel, dass ein Staatsoberhaupt nicht alle Ungewissheiten beseitigen könne: „Wir leben in unruhigen Zeiten, mit mehr Fragen als Antworten.“ Dennoch müsse die Person Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft aufzeigen.
Für die Auswahl der Kandidatin oder des Kandidaten formuliert er einen hohen Anspruch: „Unsere Gesellschaft ist ein Gemeinschaftsprojekt, für das sich jeder verantwortlich fühlen sollte, und da muss eine Bundespräsidentin oder ein -präsident eine politisch unabhängige, weithin sichtbare und nicht zu überhörende Führungsfunktion einnehmen.“
Chronologie: Vom Ruhestand zur Ehrenpreis-Verleihung
Kloeppel ist seit 2024 im Ruhestand, hatte aber zuletzt ein überraschendes TV-Comeback gefeiert. Er lebt mit seiner Frau Carol abwechselnd in den USA und in Deutschland und bezeichnet sich weiterhin als aktiven Nachrichtenkonsumenten.
Peter Kloeppel und die Bundespräsidentenfrage
2024
Ruhestand
Peter Kloeppel geht als Chefmoderator von „RTL Aktuell“ in den Ruhestand.
2. September 2026
dpa-Interview
Kloeppel äußert sich zu seinen Erwartungen an das nächste Staatsoberhaupt und schließt eine eigene Kandidatur aus.
9. September 2026
Ehrenpreis
Kloeppel nimmt in Köln den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises entgegen.
30. Januar 2027
Wahl
Die 18. Bundesversammlung wählt den Nachfolger bzw. die Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier.
Bundespräsidentenwahl 2027: Wer folgt auf Steinmeier?
Deutschland wählt sein nächstes Staatsoberhaupt am 30. Januar 2027 durch die 18. Bundesversammlung. In der Union ist ein offener Machtkampf um die Kandidatur entbrannt, wie jux.news berichtet.
Angela Merkel traut laut einer aktuellen Forsa-Umfrage fast jeder Zweite das Amt zu – aber fast ebenso viele nicht. Darüber berichtet jux.news.
Peter Kloeppel selbst will das Amt nicht. Er bleibt dem Fernsehen als Ehrenpreisträger verbunden und kommentiert das politische Geschehen weiterhin als Beobachter – nicht als Kandidat.