Witkoff und Kushner in Moskau gelandet – Putin setzt Angriffe auf Kiew aus
Bild: KI-generiert
Ukraine-Krieg

Witkoff und Kushner in Moskau gelandet – Putin setzt Angriffe auf Kiew aus

US-Präsident Trump schickt seine Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner mit einem Friedensvorschlag nach Moskau und erstmals auch nach Kiew. Kremlchef Putin ordnet wegen des Besuchs eine dreitägige Aussetzung der Angriffe auf Kiew an.

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Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner sind am Samstag in Moskau gelandet, wie der Lagebericht der Tagesschau zur Ankunft der US-Gesandten zeigt. Trump hatte die beiden am Vortag im Weißen Haus angekündigt und als „zwei großartige Verhandler" bezeichnet. Erstmals soll die Mission auch nach Kiew führen; ein Besuch bei Präsident Wolodymyr Selenskyj ist für Sonntag geplant.

Trump nannte keine Einzelheiten des Vorschlags. Er sagte lediglich, er habe Witkoff und Kushner „hingeschickt, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können". Ob der Plan Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland vorsieht, ließ er offen.

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Wir haben eine Idee für den Frieden.
Donald Trump, US-Präsident

Empfang durch Putins Berater

Am Flughafen Wnukowo wurden Witkoff und Kushner von Kirill Dmitrijew empfangen, Putins Berater für informelle Verhandlungen mit dem Weißen Haus. Dmitrijew veröffentlichte Fotos der Ankunft und schrieb: „Willkommen in Moskau, Friedensstifter Witkoff und Kushner." Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, Putin werde die beiden noch am Samstag empfangen.

Es ist nicht der erste Moskau-Besuch der beiden. Witkoff und Kushner waren seit 2025 mehrfach in Russland, zuletzt im Januar 2026, als sie Putin im Kreml trafen. Nach Kiew reisten sie im Rahmen ihrer Vermittlung bislang noch nie.

Putin ordnet dreitägige Angriffspause an

Passend zur Ankunft ordnete Putin nach Angaben Peskows eine 72-stündige Aussetzung der Angriffe auf Kiew an – ab Mitternacht von Samstag auf Sonntag für drei Tage. Die Entscheidung hänge mit der „Vorbereitung und Aufnahme von Kontakten" mit der in Kiew erwarteten US-Delegation zusammen, sagte Peskow.

Kremlbeobachter wiesen darauf hin, dass frühere russische Feuerpausen im Angriffskrieg meist nicht eingehalten wurden. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte zuvor angekündigt, die Ukraine werde während des Besuchs auf eigene Luftangriffe verzichten, und Russland zu einem ebensolchen Verzicht aufgefordert.

Eskalation am Rande der Mission

Unmittelbar vor der Mission verschärfte sich die Lage. Am 4. September traf eine russische Drohne das Hauptquartier des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew – nach Angaben Selenskyjs gezielt auf das Büro von SBU-Chef Oleksandr Poklad. Poklad blieb unverletzt, die Zahl der Verletzten wird mit mindestens fünf bis zwölf angegeben. Selenskyj bot daraufhin eine Feuerpause an, Bericht über Selenskyjs Feuerpause-Angebot zeigt.

Am Samstag erklärte Selenskyj zudem, Russland habe in der Nacht zuvor die Flughäfen von Kiew und Boryspil beschossen. Auf Telegram schrieb er: „Offensichtlich sind diese russischen Angriffe auf die Flughäfen eine Reaktion auf die Gespräche und Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz eines US-Flugzeugs in der Ukraine." Ein russischer Angriff auf ein Stahlwerk in Kamjanske tötete nach Angaben von Gebietsgouverneur Oleksandr Hanscha vier bis fünf Menschen.

Chronologie der Eskalation

  1. 3. September 2026
    Selenskyj kündigt Reise an

    Selenskyj kündigt an, dass Trumps Unterhändler Witkoff und Kushner zu neuen Gesprächen nach Moskau und Kiew reisen sollen.

  2. 4. September 2026
    Trump kündigt Mission an

    Trump kündigt im Weißen Haus die Entsendung an; eine russische Drohne trifft die SBU-Zentrale in Kiew, gezielt auf das Büro von SBU-Chef Poklad.

  3. 5. September 2026
    Ankunft in Moskau

    Witkoff und Kushner landen in Moskau; Putin ordnet eine dreitägige Aussetzung der Angriffe auf Kiew an; ein russischer Angriff tötet mehrere Menschen in Kamjanske.

  4. 6. September 2026
    Geplanter Kiew-Besuch

    Erster Besuch von Witkoff und Kushner in Kiew bei Präsident Selenskyj.

Offene Fragen und unklare Aussichten

Was der konkrete US-Friedensvorschlag enthält, blieb unklar. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, der Reiseplan der beiden Gesandten habe sich in den vergangenen Tagen mehrfach geändert und der Kiew-Abschnitt sei zeitweise nicht ganz sicher gewesen. Putin selbst äußerte bei einem Wirtschaftsforum, es gebe „Chancen„ auf ein Abkommen, betonte aber: „Zuerst müssen sich Moskau und Kiew untereinander einigen.“

Zuvor hatte Selenskyj eine reale Aussicht auf ein Kriegsende gesehen. Doch Putin zeigte keine Bereitschaft, von seinen Maximalforderungen abzurücken, die Kiew und seine europäischen Verbündeten als Kapitulation ablehnen. Der geplante Kiew-Besuch am Sonntag könnte zeigen, ob die Mission über symbolische Gesten hinauskommt.