Merz nennt Drohnen-Beweise gegen Russland „gerichtsfest“ – Leipzig entging „großem Inferno“
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Sicherheitspolitik

Merz nennt Drohnen-Beweise gegen Russland „gerichtsfest“ – Leipzig entging „großem Inferno“

Bundeskanzler Merz hat in Langenhagen Russlands Verantwortung für den versuchten Drohnen-Anschlag auf Leipzig bekräftigt und scharf vor weiterer hybrider Kriegsführung gewarnt. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

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Am 5. September 2026 hat Bundeskanzler Friedrich Merz auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Langenhagen bei Hannover erstmals selbst zu dem versuchten Drohnen-Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle Stellung genommen. Er bekräftigte die Verantwortung Russlands und warnte davor, die hybride Kriegsführung gegen Deutschland fortzusetzen.

Der Kanzler betonte, man habe sich mit der Zuordnung vier Wochen Zeit gelassen. Die Bundesregierung hatte Russland offiziell für den Anschlagsversuch verantwortlich gemacht und neue Sanktionen beschlossen. Moskau weist die Vorwürfe zurück und wirft Berlin vor, keine Beweise vorzulegen.

Die Zuordnung ist sehr klar, unbestreitbar, auch gerichtsfest.
Friedrich Merz, Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender

Diese Aussage richtete sich direkt gegen Moskaus Darstellung, es gebe keine Beweise. Details zu den Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden nannte Merz bei seinem Auftritt in Langenhagen nicht.

Drohne entging knapp einem großen Inferno

Die mit Sprengstoff präparierte Drohne war Anfang August am Leipziger Flughafen entdeckt worden. Laut Merz standen zwei Maschinen in unmittelbarer Nähe und waren teilweise betankt. Der Sprengstoff sei nur durch einen kleinen Zufall nicht gezündet worden.

Bei einer Explosion hätte es ein großes Inferno geben können.
Friedrich Merz, Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender

Damit wäre der Flughafen nach Merz’ Worten nur knapp einer Katastrophe entgangen. Bei einer Detonation hätten die zwei teilbetankten Maschinen ein großes Feuer auslösen können.

Warnung vor hybrider Kriegsführung

Der Kanzler ordnete den Anschlagsversuch in eine Reihe hybrider Aktivitäten Russlands gegen Deutschland und Europa ein. Dazu zählen nach Darstellung der Bundesregierung militärische Aktionen, wirtschaftlicher Druck, Geheimdienstoperationen, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen.

Er forderte eindringlich, diese Angriffe zu stoppen, und zog einen Vergleich zur Nachrüstungsdebatte der 1980er Jahre. Damals hatte die unionsgeführte Bundesregierung auf sowjetische Mittelstreckenraketen mit der Stationierung neuer Raketen geantwortet – gegen massive Proteste.

Genauso wie es richtig war, dass 1982/83 eine unionsgeführte Bundesregierung eine klare Antwort gegeben hat auf die Bedrohung unserer Freiheit, auf die Bedrohung unseres Territoriums, auf die Bedrohung unserer Demokratie, genauso ist es heute richtig, dass wir wieder eine klare Antwort geben und dass wir standfest bleiben.
Friedrich Merz, Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender

Mit dieser historischen Parallele stellte sich Merz in die Tradition einer standfesten Sicherheitspolitik. Zugleich betonte er, dass man mit einer sehr klaren Warnung an Russland die richtigen Konsequenzen gezogen habe.

Ukraine-Unterstützung wird fortgesetzt

Scharf kritisierte der Kanzler Forderungen, die Unterstützung für die Ukraine einzustellen. Es sei naiv, von der Regierung zu verlangen, sich aus der Ukraine-Hilfe zurückzuziehen; das werde nicht geschehen. Im Gegenteil sei es notwendig, nun standfest zu bleiben.

Für Merz bedeutet die Auseinandersetzung mit Russland nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 mehr als eine Zeitenwende. Sie markiere einen tiefen Bruch, sagte er.

Chronologie des Anschlagsversuchs

Chronologie des Anschlagsversuchs

  1. 4. August 2026
    Sprengdrohne entdeckt

    Sicherheitskräfte entdecken am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff präparierte Drohne nahe ukrainischer Frachtmaschinen.

  2. 1. September 2026
    Bundesregierung beschuldigt Russland

    Die Bundesregierung macht Russland offiziell verantwortlich und beschließt neue Sanktionen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

  3. 5. September 2026
    Merz spricht von gerichtsfesten Beweisen

    Auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Langenhagen nennt der Kanzler die Zuordnung klar, unbestreitbar und gerichtsfest.