Lukas Podolski warnt nach Alphaville-Ausladung: „Ein Poldi kann auch anders“
Nach der Alphaville-Ausladung stellt sich Lukas Podolski schützend vor seinen Partner Markus Krampe – und warnt Kritiker deutlich. Krampe räumt den Fehler ein, doch die Band bleibt bei ihrer Absage.
Nach der Ausladung von Alphaville hat Lukas Podolski (41) am Freitag bei der Pressekonferenz am Hockenheimring scharf auf die Kritik reagiert. Der Mitveranstalter des „Glücksgefühle“-Festivals warnte seine Kritiker: „Ein Lukas Podolski kann auch anders.“
Auslöser waren politische Äußerungen von Alphaville-Sänger Marian Gold bei einem früheren Konzert. Die Veranstalter hatten die Band gebeten, politische Aussagen auf der Bühne zu unterlassen. Als keine Einigung zustande kam, wurde Alphaville ausgeladen – woraufhin bundesweite Kritik unter anderem von Campino und Mateo folgte.
Krampe nennt Ausladung „superdämlich“
Markus Krampe (55) räumte den Fehler offen ein: „Das ist superdämlich gewesen.“ Er hätte es begrüßt, wenn Alphaville nach der Wiedereinladung doch noch aufgetreten wäre. „Dann hätten wir vielleicht auch ein Zeichen setzen können“, sagte er laut der Berichterstattung zur Pressekonferenz.
Krampe begründete die ursprüngliche Entscheidung mit Beschwerden nach einer früheren Alphaville-Show: Die Besucher hätten abschalten wollen und keine Themen hören wollen, die sie ohnehin aus den Nachrichten kennen. Die Lage in Deutschland sei „total aufgeheizt“, sagte er mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Podolski warnt: „Ein Lukas Podolski kann auch anders“
Podolski reagierte vor allem auf persönliche Angriffe, die nach der Ausladung im Netz gegen ihn und seine Familie gerichtet worden waren. Gegenüber der Express-Berichterstattung über den Eklat sagte er: „Ich lasse weder mich noch meine Familie beleidigen. Jeder weiß, woher ich komme.“
Der 41-Jährige stellte sich zugleich hinter seinen Partner Krampe: „Jeder macht irgendwie mal ein Missgeschick, einen Fehler im Leben.“ Es wäre schön, wenn man sich nach dem Festival noch einmal aussprechen könne.
Alphaville bleibt bei Absage
Die Band lehnte die Wiedereinladung trotz der Entschuldigung ab. Sänger Marian Gold hatte die Forderung nach unpolitischen Auftritten zuvor als Maulkorberlass und Beschneidung der Kunstfreiheit kritisiert. Alphaville kündigte an, die Gage für den nicht stattfindenden Auftritt an eine gemeinnützige Organisation zu spenden.
Krampe hätte die Band gern auf der Bühne gesehen. „Dann hätten wir vielleicht auch ein Zeichen setzen können“, sagte er. Doch Alphaville blieb bei der Absage – die Atmosphäre nach den vorangegangenen Äußerungen sei nicht tragbar gewesen.
Chronologie des Eklats
3. September 2026
Ausladung und Rücknahme
Die Alphaville-Ausladung wird bekannt; nach Kritik von Campino und Mateo lädt Krampe die Band wieder ein.
3. September 2026
Alphaville lehnt ab
Marian Gold spricht von einem „Maulkorberlass“ und kündigt an, die Gage zu spenden.
4. September 2026
Pressekonferenz am Hockenheimring
Podolski warnt Kritiker, Krampe nennt die Ausladung „superdämlich“.
4. September 2026
Solidarität auf der Bühne
Mehrere Acts spielen „Forever Young“, Felix Jaehn kündigt politische Botschaft an.
Künstler solidarisieren sich mit Alphaville
Auf dem Festival wurde der Alphaville-Klassiker „Forever Young“ zum Symbol. Diese Solidaritätswelle nach dem Alphaville-Eklat machte den Song zur Hymne des Festivals. Tom Gregory eröffnete sein Set mit dem Song, Rapperin Nura spielte den Titel und DJ Alle Farben hatte ihn bereits am Donnerstagabend gespielt. Nura stellte klar: „Wenn man mich bucht, dann kriegt man auf jeden Fall keine unpolitische Show.“
DJ Beauty & the Beats sagte seinen Auftritt ab. DJ Felix Jaehn kritisierte: „Seit wann soll Kunst unpolitisch sein?“ und kündigte an, die Bühne am Samstagnachmittag für eine politische Botschaft zu nutzen. Culcha Candela wollte sich notfalls mit Megaphonen positionieren.
Größtes Festival Deutschlands
Das „Glücksgefühle“-Festival gilt nach Angaben der Veranstalter mit 250.000 erwarteten Besucherinnen und Besuchern als das größte Musikfestival Deutschlands. Lukas Podolski und Markus Krampe organisieren es seit 2023. Bei der Pressekonferenz kündigte Podolski zudem große Namen für 2027 an.
Bis zum Festivalende in der Nacht zum Sonntag bleibt offen, ob weitere Acts politische Zeichen setzen. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag dürfte die aufgeheizte Stimmung zusätzlich befeuern.