Eine einzige Tablette soll Hayden Panettiere (36) getötet haben. Mehrere mit dem Fall vertraute Ermittlungsquellen gehen laut einem TMZ-Bericht über die mutmaßliche Todesursache davon aus, dass die Schauspielerin am Morgen ihres Todestages eine Oxycodon-Pille einnahm, die mit dem hochpotenten Opioid Fentanyl versetzt war.
Es ist die Arbeitstheorie der Ermittler, kein gesichertes Ergebnis. Die toxikologischen Untersuchungen der Greenville County Coroner's Office stehen weiter aus; erst sie sollen zeigen, welche Substanzen sich tatsächlich in Panettieres Körper befanden. Autopsie- und Toxikologie-Ergebnisse können nach Angaben der Behörden bis zu drei Monate dauern.
Offen ist, wer die Pille geliefert hat. Die US-Drogenbehörde DEA ermittelt inzwischen in South Carolina und in Los Angeles. Lässt sich die mutmaßlich tödliche Tablette einem Lieferanten zuordnen, könnte ihm eine Anklage drohen. Bislang ist im Fall Panettiere jedoch niemand angeklagt oder als Dealer identifiziert.
Die mutmaßlich tödliche Tablette
Schon am Tag vor ihrem Tod soll Panettiere auf dem Flug von Los Angeles nach South Carolina mehrere Substanzen konsumiert haben, die sie zuvor bei ihrem Dealer gekauft hatte. So schildern es die Ermittlungsquellen.
Nach ihrer Darstellung hatte die Schauspielerin über einen längeren Zeitraum einen festen, langjährigen Drogendealer in Los Angeles, der sie auf dem Schwarzmarkt mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgte – darunter Oxycodon. Panettiere lebte in Los Angeles; ihr On-off-Freund Brian Hickerson stammt gebürtig aus Greenville in South Carolina.
Die zitierten Ermittlungsquellen betonen, dass ihre Schlussfolgerung vollständig von den toxikologischen Befunden abhängt. Solange diese ausstehen, bleibt die fentanyl-versetzte Pille eine Arbeitshypothese.
Narcan und eine Tasche voller Medikamente
Panettiere wurde am 16. August 2026 leblos in einer Unterkunft an der Easley Bridge Road in Greenville aufgefunden. Sanitäter und Polizei fanden sie im Herzstillstand, um 14:31 Uhr wurde sie für tot erklärt. In der Unterkunft hielten sich nach Polizeiangaben Brian Hickerson und dessen Bruder Zach auf.
Die Brüder gaben an, Panettiere bewusstlos vorgefunden zu haben. Brian Hickerson verabreichte ihr Narcan, ein Notfallmedikament gegen Opioid-Überdosen, Zach Hickerson rief die 911; anschließend leisteten beide bis zum Eintreffen von Feuerwehr und Rettungsdienst Wiederbelebungsmaßnahmen. Retten konnten sie die Schauspielerin nicht.
Nach dem Polizeibericht zeigte Brian Hickerson einem Beamten „eine Tasche mit Medikamenten, die HAYDEN derzeit einnimmt“. Ein Interview mit ihm wurde auf der Bodycam aufgezeichnet. Für die Ermittler könnte der Inhalt entscheidend sein: Fänden sich darunter weitere fentanyl-versetzte Tabletten, würde das die Arbeitstheorie stützen.
Die Obduktion ergab keine Hinweise auf Fremdeinwirkung und keine Verletzungen, die zum Tod beigetragen hätten. Todesursache und Todesart wurden bislang nicht förmlich festgestellt. Seit dem Fund der 36-Jährigen in Greenville hat sich die Spur einen Monat später konkretisiert.
DEA ermittelt in zwei Bundesstaaten
Die Greenville City Police Department führt die Ermittlungen, die DEA unterstützt sie. Die Drogenbehörde ist inzwischen an beiden Orten tätig – in South Carolina und in Los Angeles.
Die Ermittler in Los Angeles sollen die Beziehung zwischen Panettiere und ihrem mutmaßlichen Lieferanten lückenlos nachzeichnen und klären, ob sich die mutmaßlich tödliche Tablette bis zu diesem Mann zurückverfolgen lässt. Gelingt das, könnte ihm nach Einschätzung von Beobachtern eine Anklage drohen.
Bereits am 20. August war bekannt geworden, dass die DEA sich dem Todesfall angeschlossen hat. Am 10. September berichteten US-Medien, Hickerson habe mit DEA-Ermittlern gesprochen; die Behörden konzentrierten sich darauf, die Person zu identifizieren, die Panettiere mit Substanzen versorgt haben könnte. Ein Insider sagte, die Ermittler nähmen einen möglichen Drogendealer ins Visier.
Beobachter ziehen Parallelen zu anderen Fällen: Der Rapper Mac Miller starb 2018 nach mit Fentanyl versetzten Pillen, sein Dealer wurde später verurteilt. Im Fall des 2023 gestorbenen Schauspielers Matthew Perry erzielten sein Lieferant, zwei Ärzte, ein Produzent und sein Assistent Verurteilungen oder Schuldeingeständnisse. Die Los Angeles Times vergleicht die Suche nach dem Lieferanten mit dem Perry-Fall. Im Fall Panettiere ist bislang niemand angeklagt.
Die Mutter widerspricht der Darstellung
Neben der juristischen Frage steht die familiäre Auseinandersetzung um die Umstände des Todes. Panettieres entfremdete Mutter Lesley Vogel (70) hat die Darstellung Brian Hickersons öffentlich in Zweifel gezogen und sich an die Ermittlungsbehörden gewandt.
Hickersons Anwalt Sloan Ellis erklärte dagegen, die Polizei habe keine Hinweise auf Fremdeinwirkung bestätigt, und verwies auf die laufende Untersuchung; weitere Stellungnahmen lehnte er ab. Brian und Zach Hickerson äußerten sich zu den jüngsten Entwicklungen nicht.
„Ich weiß nicht, wie man neben jemandem ein Nickerchen machen kann, der stirbt, und nichts merkt. Wie macht man das?“
Vogel zweifelt damit öffentlich an der Schilderung der beiden Männer, die nach eigener Darstellung bei Panettiere waren, als sie starb. Die Behörden haben bislang keine Fremdeinwirkung festgestellt. Die Frage der Verantwortung bleibt offen.
Chronologie und offene Befunde
Entscheidend bleiben die toxikologischen Befunde. Bis zu ihrer Veröffentlichung ist die Theorie der fentanyl-versetzten Oxycodon-Pille eine Ermittlungshypothese; die offizielle Todesursache und die Einstufung der Todesart sind weiterhin offen. Parallel läuft die Suche nach dem Lieferanten in Los Angeles.
Die Ereignisse seit dem 15. August 2026
- 15. August 2026Flug von Los Angeles nach South Carolina
Panettiere soll auf dem Flug mehrere Substanzen konsumiert haben, die sie zuvor bei ihrem Dealer gekauft hatte.
- 16. August 2026Leblos in Greenville aufgefunden
Polizei und Sanitäter finden die Schauspielerin im Herzstillstand; um 14:31 Uhr wird sie für tot erklärt. Brian und Zach Hickerson sind anwesend, rufen 911, verabreichen Narcan und leisten Wiederbelebung.
- 17. August 2026Polizeibericht und Obduktion
Bekannt wird, dass Brian Hickerson den Einsatzkräften eine Tasche mit Panettieres Medikamenten übergab. Die Obduktion ergibt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.
- 20. August 2026DEA schließt sich den Ermittlungen an
Greenville City Police bleibt leitende Behörde. Todesursache und Todesart bleiben offiziell offen.
- 10. September 2026Hickerson spricht mit der DEA
Laut Berichten konzentrieren sich die Behörden darauf, die Person zu identifizieren, die Panettiere mit Substanzen versorgt haben könnte.
- 11. September 2026Parallelen zu Perry und Mac Miller
Die Los Angeles Times berichtet über die Suche nach dem Lieferanten und vergleicht sie mit früheren Fällen.
- 14. September 2026Fentanyl-Pille als Arbeitstheorie
TMZ meldet unter Berufung auf Ermittlungsquellen, Panettiere sei mutmaßlich an einer mit Fentanyl versetzten Oxycodon-Pille gestorben. Die Toxikologie steht weiter aus.
Panettiere hinterlässt ihre 11-jährige Tochter Kaya aus der Beziehung mit Ex-Verlobtem Wladimir Klitschko. Klitschkos Abschied und Schutz für Kaya wurden zwei Tage nach ihrem Tod öffentlich.
Solange die toxikologischen Ergebnisse ausstehen, bleibt offen, ob aus der Arbeitstheorie eine Anklage wird – und ob die mutmaßlich tödliche Tablette je einem Lieferanten zugeordnet werden kann.
