Norwegens Königin Mette-Marit (53) muss zwei Wochen nach dem Staatsbegräbnis von König Harald V. erneut zu einem Begräbnis – obwohl sie sich nach einer Lungentransplantation noch in der Reha befindet. Am Mittwoch, dem 23. September 2026, wird Prinzessin Astrid, Frau Ferner, um 13.00 Uhr in der Ris-Kirche in Oslo beigesetzt.
Den Termin hatte der norwegische Palast am 15. September in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Einen Tag später bestätigte der königliche Terminkalender, wer kommt: König Haakon VIII. (53), Königin Mette-Marit, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Königin Sonja – gemeinsam mit der „übrigen Familie“.
Mette-Marit sagt trotz Reha zu
Laut RTL erholt sich die Königin weiterhin von den Folgen einer Lungentransplantation, die im Juni 2026 vorgenommen wurde. Ihr Kommen sei für die körperlich angeschlagene Königin eine Belastung, physisch wie emotional – das steht in dem Bericht über die Teilnahme trotz Reha unter Berufung auf die norwegische Zeitung VG.
Schon bei Haralds Trauerzug im September hatten Mette-Marit und Königin Sonja aus gesundheitlichen Gründen nicht zu Fuß hinter dem Sarg gehen können; sie folgten der Prozession in einem geschlossenen Wagen, wie Mette-Marits Fahrt mit Sonja im Wagen zeigt.
Ein zweiter Abschied binnen zwei Wochen
Prinzessin Astrid starb am Freitag, dem 11. September 2026, im Alter von 94 Jahren – zwei Tage nach dem Staatsbegräbnis ihres Bruders Harald V. und auf den Tag genau zwei Wochen nach dessen Tod. An der Trauerfeier für den König hatte sie noch im Rollstuhl teilgenommen. Prinzessin Astrids Tod zwei Tage nach Haralds Staatsbegräbnis fiel damit in dieselben zwei Wochen wie der Abschied vom König.
Astrid war die letzte lebende Tochter von König Olav V. und Kronprinzessin Märtha. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter 1954 übernahm sie mit 22 Jahren 14 Jahre lang die Rolle der First Lady Norwegens und vertrat die Krone mehr als 70 Jahre lang im In- und Ausland.
1961 heiratete sie den Kaufmann Johan Martin Ferner, mit dem sie fünf Kinder bekam: Cathrine, Benedikte, Alexander, Elisabeth und Carl-Christian. Mit Astrid ist das letzte der drei Kinder von König Olav V. gestorben.
Von Haralds Tod bis zur Beisetzung seiner Schwester
- 28. August 2026König Harald V. stirbt mit 89 Jahren
Sein Sohn Haakon VIII. wird König, Mette-Marit Königin.
- 9. September 2026Staatsbegräbnis im Osloer Dom
Prinzessin Astrid nimmt im Rollstuhl teil; die Flagge auf dem Schlossbalkon wird auf Halbmast gesetzt.
- 11. September 2026Prinzessin Astrid stirbt mit 94 Jahren
Zwei Tage nach dem Staatsbegräbnis ihres Bruders und genau zwei Wochen nach dessen Tod.
- 12. September 2026König Carl XVI. Gustaf kondoliert
Er und Königin Silvia hatten Astrid wenige Tage zuvor bei den Trauerfeierlichkeiten für Harald getroffen.
- 15. September 2026Der Palast nennt Termin und Ort
Beisetzung am Mittwoch, 23. September, um 13.00 Uhr in der Ris-Kirche in Oslo, live übertragen und auf Staatskosten.
- 16. September 2026Teilnehmerliste wird bestätigt
Haakon VIII., Mette-Marit, Ingrid Alexandra und Sonja kommen; Sverre Magnus und Märtha Louise werden nicht genannt.
- 23. September 2026Geplante Beisetzung
13.00 Uhr in der Ris-Kirche im Osloer Stadtteil Vestre Aker.
Wer kommt – und wer fehlt
In der offiziellen Terminübersicht des Hofes stehen vier Namen: König Haakon VIII., Königin Mette-Marit, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Königin Sonja. Sie nehmen nach Angaben des Palastes zusammen mit der übrigen Familie an der Zeremonie teil.
Zwei Namen tauchen in der Liste nicht auf: Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise. Der Palast beantwortete Nachfragen dazu nicht. Als Erklärung gilt, dass beide keine arbeitenden Mitglieder des Königshauses sind und deshalb unter die Formulierung „übrige Familie“ fallen könnten.
Für Sverre Magnus kommt ein Terminkonflikt hinzu: Er soll am Forward College in Lissabon sein Bachelorstudium in „Business & Management“ beginnen. Das zweiwöchige Einführungsprogramm läuft seit dem 7. September, der reguläre Studienstart ist Montag, der 21. September – zwei Tage vor Astrids Beisetzung.
Staatsakt im Dom, stille Feier in Ris
Anders als beim Staatsbegräbnis für Harald im Osloer Dom mit tausenden Trauernden und Staatsgästen aus Europa und Asien bleibt der Rahmen in der Ris-Kirche im Stadtteil Vestre Aker persönlich und klein: erwartet werden langjährige Wegbegleiter, Familienmitglieder und weitere Trauergäste aus dem Umfeld der Verstorbenen.
Die Zeremonie wird live übertragen und norwegischen Medien zur Verfügung gestellt; in der Kirche richten die Nachrichtenagentur NTB und der Sender NRK einen gemeinsamen Fotopool ein, die übrige Presse soll sich außerhalb des Gebäudes aufstellen, um die Trauernden nicht zu stören. Nach den Angaben des Hofes zu Ablauf und Übertragung ist die Feier über nrk.no und NRK TV weltweit abrufbar, ein Geoblocking gibt es in der Regel nicht.
Ausgerichtet wird die Beisetzung auf Kosten des norwegischen Staates.
König Haakon VIII. würdigte seine Tante mit einem Satz, der ihre mehr als 70 Jahre im Dienst der Krone zusammenfasst:
„Während eines langen Lebens repräsentierte Prinzessin Astrid das Königshaus auf herzliche und pflichtbewusste Weise.“
Aus Schweden kondolierte König Carl XVI. Gustaf: Er und Königin Silvia erinnerten sich „mit Wärme“ an Astrid, die sie nur wenige Tage zuvor bei den Trauerfeierlichkeiten für Harald getroffen hatten, und sprachen den Kindern und der norwegischen Königsfamilie ihr Beileid aus. Ob Mitglieder der schwedischen Königsfamilie anreisen, wollte der Hof auf eine Anfrage des Magazins Svensk Damtidning nicht bestätigen.
Die Royal-Expertin und Autorin Tove Taalesen erwartet eine „feierliche und würdevolle Beisetzung mit einem deutlichen offiziellen Charakter“, die zugleich persönlich und herzlich sein werde. Als Vergleich nannte sie die Beisetzung von Astrids Schwester Prinzessin Ragnhild 2012 in der Schlosskapelle in Oslo und hielt auch einen Empfang im Königlichen Schloss für möglich.
Offene Fragen vor dem 23. September
Ob Astrid an der Seite ihres 2015 gestorbenen Mannes Johan Martin Ferner auf dem angrenzenden Ris-Friedhof ihre letzte Ruhe findet, hat der Hof nicht bestätigt. Auch zu möglichen royalen Gästen aus dem Ausland machte der Palast keine Angaben.
Unklar bleibt zudem, ob Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett anreisen – eine Anfrage an das Management der Prinzessin blieb unbeantwortet. Wer von den ausländischen Königshäusern am Mittwoch in Vestre Aker sitzt und wo Astrid beigesetzt wird, ist bis dahin ungeklärt.
