Ein Klick auf ihr Profilbild genügte: Herzogin Meghan (45), Ehefrau von Prinz Harry (42), hat ihre private Handynummer selbst ins Netz gebracht – mit einem freundlichen Gruß in der Eltern-WhatsApp-Gruppe der neuen Schule ihrer Kinder. Verraten hat sie kein Hacker. Für ein Paar, das seit Wochen mehr Privatsphäre und Sicherheit fordert, ist das ein heikler Rückschlag.
Am Abend vor dem ersten Schultag ihres Sohnes Archie trat Meghan der Gruppe „Year 3“ bei – benannt nach der Jahrgangsstufe, in die Archie kommen sollte. Zwei Mütter begrüßten sie. „Willkommen Meghan, deren Archie morgen dazustößt“, schrieb eine, eine andere nur: „Welcome!!“
Meghans Antwort auf die Begrüßung ist überliefert: „Hallo Mamas! Danke für das herzliche Willkommen. Ich freue mich sehr, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.“ Anschließend fertigte jemand aus der Gruppe einen Screenshot der Unterhaltung an – und der kursierte samt Meghans Rufnummer im Netz.
So wurde die Nummer öffentlich
Der Mechanismus ist technisch banal: In WhatsApp-Gruppen wird die Telefonnummer eines Mitglieds sichtbar, sobald man auf dessen Profilbild tippt. Wer in der „Year 3“-Gruppe war, konnte Meghans Nummer also einsehen – sie hatte sie mit dem Gruppenbeitritt selbst preisgegeben.
Laut dem Bericht der Sun über den geleakten Eltern-Chat wurde der Screenshot „mehrfach geteilt“ und verbreitete sich samt Rufnummer in Medienberichten. Die Boulevardzeitung nannte die Panne einen „Sicherheitsalarm“ und titelte „Meg Leak Drama“. Einen Hack gab es nach Angaben von Newsweek nicht.
Offen bleibt, ob Meghan eingeladen wurde, wer den Screenshot erstellte – und ob die Panne an der ersten oder schon an der zweiten Schule passierte. Die Sun berichtete zunächst von der inzwischen verlassenen ersten Schule; in der späteren Berichterstattung blieb das widersprüchlich.
Zwei Schultage, dann der Schulwechsel
Dem Leak vorausgegangen war ein abruptes Ende. Nach der Rückkehr mit Archie und Lilibet nach Großbritannien Ende August besuchten die beiden ihre erste britische Privatschule nur zwei Tage lang – dann wurden sie wieder abgemeldet.
Ein Sprecher der Sussexes erklärte am 14. September, die Entscheidung sei nach einem Gespräch mit dem Sicherheitsteam über die praktischen Umstände gefallen. Nicht die Einrichtung sei das Problem gewesen, sondern der Schulweg. Die Eltern blieben „sehr dankbar“ für die Fürsorge von Lehrkräften und Mitarbeitern.
Statt der veranschlagten rund 35 Minuten dauerte die Fahrt im Berufsverkehr bis zu einer Stunde. An einer Engstelle zwischen parkenden Autos riss der Sicherheitskonvoi mindestens einmal auseinander, die Kinder saßen im Stau fest. Der Schulweg von Archie und Lilibet war nach Angaben aus dem Umfeld der Sussexes schon zuvor ein besonderes Sicherheitsproblem.
Schulweg zur ersten britischen Schule
Geplante und tatsächliche Fahrzeit im Berufsverkehr
Fassungslose Eltern, Kritik am Konvoi
An der ersten Schule herrschte Unverständnis. Eine zunächst erfreute Mutter sagte der Daily Mail, die Eltern seien „completely baffled“, also völlig ratlos gewesen. Man müsse kein Experte sein, um zu wissen, wie verstopft die Gegend sei – „einer der schlimmsten Orte zum Autofahren in Großbritannien“.
Kritiker warfen dem Paar vor, die Strecke nur in den Sommerferien getestet zu haben. Der frühere Chief Superintendent der Metropolitan Police, Dal Babu, sagte, es sei kaum zu glauben, dass dies nicht durchdacht worden sei. Dai Davies, einst Leiter des royalen Personenschutzes, fragte im Sender LBC, ob es für zwei kleine Kinder wirklich einen Sicherheitskonvoi brauche.
Für die Kinder galten an der Schule verschärfte Regeln zum Fotografieren und Filmen; die verschärften Fotoregeln an der Cotswolds-Schule waren Eltern schon vor dem ersten Schultag mitgeteilt worden. Zudem wurden sie laut Mirror auf einer Klassenliste informiert, dass „Meghan und Archie“ neu dazukommen; die WhatsApp-Gruppen der Eltern „buzzten“, bevor die Kinder kamen.
Rückzug fordern, Rampenlicht suchen
Der Vorfall fällt in eine Phase, in der Harry und Meghan einerseits Zurückhaltung einfordern und andererseits offen Einblick in ihr Familienleben geben. Am 13. September veröffentlichte Meghan auf Instagram ein Video, das die Familie beim Angeln, Wandern und Radfahren in englischer Landidylle zeigt – Nutzer versuchten daraufhin, den Wohnort zu lokalisieren.
Das Paar hatte das britische Presseregulierungsgremium IPSO zuvor um Privatsphäre für den neuen Wohnort und die Schule gebeten. Die Royal-Kommentatorin Kinsey Schofield nannte genau diesen Umgang gegenüber Page Six auffällig widersprüchlich – sie hält dem Paar vor, die Aufmerksamkeit bewusst zu füttern.
„Man kann diese Maschine nicht bewusst füttern und dann überrascht oder empört sein, wenn Menschen mehr wissen wollen.“
In Newsweeks Vergleich mit Harrys Hacker-Erfahrung wird der Leak zum Beispiel dafür, dass Meghans entspanntes Auftreten nicht immer zu Harrys scharfen Sicherheitsforderungen passt. Harry selbst war in den 2000er-Jahren Opfer des britischen Voicemail-Hackings und erklärte in einem Zeugenstatement, erschüttert gewesen zu sein, als sein Name und seine Mobilnummer in der Kontaktliste eines bekannten Hackers auftauchten.
Was die neue Sicherheitsprüfung klären soll
Parallel bewegt sich die seit Jahren schwelende Sicherheitsdebatte: Das Gremium RAVEC, in dem rund zehn Vertreter aus Regierung, Polizei, Sicherheitsdiensten und Königshaus sitzen, hat beschlossen, Harrys Sicherheitsstatus neu zu bewerten – erstmals seit dem Rückzug des Paares aus dem Königshaus 2020.
Der RAVEC-Vorsitzende schrieb Harry, dass wegen der veränderten Umstände eine neue Risikoanalyse für ihn und eine eigene für Meghan in Auftrag gegeben worden sei – Meghans erste seit 2020. Das Paar musste dafür Angaben zu seinen Tagesabläufen machen, ausdrücklich einschließlich der Schulwege der Kinder.
Staatlich finanzierten Polizeischutz garantiert das nicht. Die Familie bezahlt ihr privates Sicherheitsteam selbst und erhält derzeit nur die Nummer eines Verbindungsbeamten der Polizei. Harry hatte im Mai 2025 eine Berufung zum Polizeischutz verloren und damals gesagt, er könne sich Frau und Kinder ohne diesen Schutz nicht in Großbritannien vorstellen.
Aus dem Umfeld der Sussexes hieß es laut Daily Mail, es sei „enttäuschend“, dass andere Eltern solche privaten Informationen weitergäben; der Start in den neuen Lebensabschnitt werde dadurch erschwert. Meghan selbst und ein Sprecher des Paares äußerten sich nicht zum Leak. Wann RAVEC entscheidet, ist offen – und damit auch, ob das Paar den Polizeischutz bekommt, den es seit Jahren fordert.
