Pentagon prüft Abzug von bis zu 40.000 US-Soldaten aus Europa
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Truppenpräsenz

Pentagon prüft Abzug von bis zu 40.000 US-Soldaten aus Europa

Das Pentagon prüft den größten Abzug von US-Truppen aus Europa seit den 1990er Jahren: Bis zu 40.000 Soldaten könnten gehen, Deutschland wäre am härtesten betroffen. Im Kongress und im Außenministerium regt sich Widerstand – parallel wirbt Trump für einen neuen Stützpunkt in Polen.

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Bis zu 40.000 US-Soldaten könnten Europa verlassen – etwa die Hälfte der rund 80.000 hier stationierten Amerikaner. Nach einem Bericht über den geplanten Truppenabzug vom 17. September 2026 erwägt das Pentagon, mindestens 25.000 Soldaten abzuziehen. Betroffen wären auch Flugzeuge, Schiffe und Waffensysteme; Deutschland, Italien und Spanien gelten als Hauptbetroffene.

In Washington ist der Kurs umstritten. Außenminister Marco Rubio stoppte Berichten zufolge im Juni in letzter Minute einen drastischen Abzug, bevor das Pentagon die NATO-Verteidigungsminister informieren wollte. Ein republikanischer Abgeordneter nannte einen Abzug von 25.000 Soldaten „absolut inakzeptabel“ und warnte: „Mit geringem Aufwand kann man die Russen nicht abschrecken.“

Deutschland trifft es am härtesten

Deutschland ist der wichtigste US-Militärstandort auf dem Kontinent: Ende 2025 waren dort 36.436 aktive Soldaten stationiert, andere Angaben nennen 36.000 bis 38.000. In Italien waren es 12.662, in Spanien 3.814. Zu den großen Einrichtungen zählen die Air Base Ramstein, die Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels, das Militärkrankenhaus Landstuhl sowie die Hauptquartiere in Stuttgart und Wiesbaden.

US-Soldaten in Europa: Deutschland trägt die größte Last

Stationierte US-Soldaten in ausgewählten Ländern

Quelle: US-Verteidigungsministerium, Ende 2025; Polen: TVP World (rund 10.000)

Wie stark einzelne Standorte betroffen wären, ist offen. Teile der Kräfte könnten innerhalb Europas verlagert werden – weniger Soldaten in Deutschland und Südeuropa, dafür mehr an der östlichen NATO-Flanke. Der Kongress hat dem Pentagon im Haushalt 2026 Hürden auferlegt: Sinkt die Truppenstärke länger als 45 Tage unter 76.000, muss das Ministerium zuvor Sicherheitsbewertungen vorlegen und 60 Tage warten.

Vom Bericht zur Empfehlung

Die Planungen stehen an einem entscheidenden Punkt. General Alexus Grynkewich, Chef des US-Europakommandos und NATO-Oberbefehlshaber, sollte Verteidigungsminister Pete Hegseth am Freitag, dem 18. September 2026, eine militärische Analyse vorlegen. Sie dürfte mehrere Varianten enthalten – vier Szenarien werden geprüft, darunter Kürzungen bei Boden-, Luft- und Seestreitkräften.

Eine endgültige Empfehlung soll Hegseth bis zum 6. November 2026 erhalten; erst danach würde ein Vorschlag Präsident Donald Trump vorgelegt. Die Überprüfung war im Juni 2026 als sechsmonatige Prüfung gestartet. Ziel ist, dass Europa die Hauptlast seiner konventionellen Verteidigung übernimmt, während sich die USA stärker auf andere Regionen konzentrieren.

Wie es zum größten Abzug seit den 1990er Jahren kam

  1. April 2025
    Erste Abzugspläne

    Ein US-Sender berichtet über Pentagon-Überlegungen, bis zu 10.000 der zusätzlich nach Osteuropa entsandten US-Soldaten abzuziehen – im Fokus: Polen und Rumänien.

  2. Juni 2026
    Sechsmonatige Überprüfung startet

    Das Pentagon beginnt die Prüfung der US-Präsenz in Europa; Polen schlägt formell einen permanenten US-Stützpunkt vor.

  3. Juni 2026
    Rubio stoppt Abzug in letzter Minute

    Außenminister Marco Rubio verhindert Berichten zufolge, dass das Pentagon die NATO-Verteidigungsminister über großangelegte Reduzierungen informiert.

  4. 27. August 2026
    Colby fordert Verlässlichkeit

    Pentagon-Politikchef Elbridge Colby verlangt am NATO-Hauptquartier in Brüssel Verlässlichkeit beim Zugang zu Stützpunkten und Luftraum.

  5. 17. September 2026
    Bericht über 25.000 bis 40.000 Soldaten

    Trump meldet zugleich Fortschritte bei einem permanenten US-Armeestützpunkt in Polen.

  6. 18. September 2026
    Grynkewich legt Analyse vor

    General Alexus Grynkewich soll Hegseth mehrere Optionen für Kürzungen bei Boden-, Luft- und Seestreitkräften präsentieren.

  7. 6. November 2026
    Finale Empfehlung an Hegseth

    Erst danach würde ein Vorschlag Präsident Trump vorgelegt.

Widerstand und Warnungen

Europäische Regierungen warnen, ein schneller Abzug könne die Fähigkeit der NATO schwächen, Russland abzuschrecken. Sie drängen Washington, Reduzierungen schrittweise vorzunehmen, damit Zeit für eigene Fähigkeiten wie Langstreckenraketen, Satellitenaufklärung und Luftbetankung bleibt. Die NATO sieht sich ohnehin russischer hybrider Kriegsführung ausgesetzt; laut Geheimdienstberichten droht ein begrenzter Nato-Angriff Putins ab Herbst 2026.

Auch der Zugang zu Stützpunkten und Luftraum ist Teil der Überprüfung. Spanien verweigerte den USA während des Iran-Kriegs die Nutzung von Rota und Moron, und die US-Luftwaffe verlegte laut Medienberichten F-16 aus Spangdahlem zurück in den Iran-Krieg. Der für die Prüfung zuständige Pentagon-Politikchef Elbridge Colby verlangte deshalb am 27. August in Brüssel Verlässlichkeit.

Wir suchen nicht in jedem Kontext eine komplette Blankovollmacht, aber wir sagen: Wir müssen in der Lage sein, effektiv zu operieren. Wir brauchen Verlässlichkeit.
Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Politik im Pentagon

Abzug aus Deutschland, Ausbau in Polen

Parallel zum geplanten Abzug wirbt Trump um eine Verstärkung der US-Präsenz in Polen. Am 17. September 2026 erklärte er, bei einem permanenten US-Armeestützpunkt seien „große Fortschritte“ erzielt worden, und dankte der „mutigen Führung“ des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki. Laut Trumps Ankündigung zum Stützpunkt in Polen werde der Standort im Fall einer Einigung „sehr bald“ bekannt gegeben – „ein historischer Schritt für unsere großartige US-polnische Allianz“.

Nawrocki versicherte, Warschau werde „alles daransetzen“, den bestmöglichen Standort für den Stützpunkt bereitzustellen. In Polen sind rund 10.000 US-Soldaten stationiert, überwiegend auf Rotationsbasis. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz will kommende Woche in Washington mit Hegseth über eine dauerhafte Präsenz sprechen; die Entscheidung über den Stützpunkt wird „in den kommenden Wochen“ erwartet – im selben Zeitfenster wie der Abzug aus Deutschland.

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