USA genehmigen Kiew 2,68 Milliarden Dollar – Europäer zahlen mit
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Luftverteidigung

USA genehmigen Kiew 2,68 Milliarden Dollar – Europäer zahlen mit

Das US-Außenministerium genehmigt der Ukraine Luftabwehr für 2,68 Milliarden Dollar – finanziert aus europäischen Beiträgen und US-Militärhilfe der Vorgängerregierung. Wer den US-Anteil beisteuert, bekommt Anteile an einem Rohstofffonds; Europas Zahler gehen leer aus. Ein Vertrag ist das nicht, ein Liefertermin fehlt.

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Das US-Außenministerium hat am 18. September 2026 den möglichen Verkauf von Luftabwehrausrüstung an die Ukraine genehmigt. Der geschätzte Wert liegt bei 2,68 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro. Mitfinanzieren soll das Paket Europa – Mitsprache bei Vergabe, Terminen und Preisen bekommt es dafür nicht.

Das Paket trägt den Titel „Air Defense Development Upgrade“. Die Ukraine beantragte nach Angaben des Außenministeriums S-300-Clone-Raketen, GAM-67-Raketen, reichweitenverlängerte lasergesteuerte Luftabwehrraketen, den Improvised Transporter Erector Launcher 1.5, Modifikationskits für mobile Startfahrzeuge, RPS-202-Radare zur Drohnenabwehr sowie Hubmastanhänger.

Hinzu kommen Ersatzteile, Software, technische Dokumentation, Transport, Wartung und Ingenieurshilfe durch US-Regierung und private Auftragnehmer. Alle Posten sind laut Außenministerium kein „Major Defense Equipment“; Patriot-Systeme stehen nicht auf der Liste. Mengen, Hersteller und Lieferzeit nennt die Behörde nicht.

US-Rüstungsverkäufe an die Ukraine 2026 im Vergleich

Genehmigte Verkäufe und Übertragungen in Millionen US-Dollar

Quelle: US-Außenministerium / DSCA

Wie das Paket finanziert werden soll

Nach dem Bericht von CBS News über den genehmigten Verkauf soll die Ukraine den Kauf durch eine Kombination europäischer Beiträge und US-Militärhilfe (FMF) finanzieren, die von der vorherigen Regierung bewilligt wurde. Der amerikanische Anteil wird demnach im Verhältnis 1:1 als US-Kapitalbeitrag zum Ukraine Reconstruction Investment Fund angerechnet.

Dieser Fonds war am 30. April 2025 von US-Finanzminister Scott Bessent und der damaligen Ersten Vizepremierministerin Julia Swyrydenko in Washington gegründet und am 23. Mai 2025 eröffnet worden. Vorsitz führt die US-Entwicklungsfinanzierungsbehörde DFC, die am 17. September 2025 eine Eigenkapitalzusage von 75 Millionen Dollar bekannt gab, die die Ukraine auf 150 Millionen Dollar verdoppelte.

Vom S-300-Ersatz zum 2,68-Milliarden-Paket

  1. September 2024
    Austin kündigt Ersatz für S-300-Raketen an

    Beim Treffen der Ukraine Defense Contact Group in Ramstein sagt US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, die USA arbeiteten mit der Ukraine und europäischen Firmen an Ersatz für S-300-Flugabwehrraketen und R-27-Raketen.

  2. 30. April 2025
    Der Rohstofffonds wird gegründet

    US-Finanzminister Scott Bessent und Vizepremierministerin Julia Swyrydenko unterzeichnen in Washington die Vereinbarung über den United States-Ukraine Reconstruction Investment Fund.

  3. 23. Mai 2025
    Der Fonds nimmt seine Arbeit auf

    Den Vorsitz führt die US-Entwicklungsfinanzierungsbehörde DFC.

  4. 17. September 2025
    Erste Eigenkapitalzusage der DFC

    Die DFC kündigt 75 Millionen Dollar an, die Ukraine verdoppelt den Betrag auf 150 Millionen Dollar; das Fonds-Board spricht über Bewertungsprotokolle für neue US-Militärhilfe.

  5. 11. September 2026
    EU bewilligt 6,1 Milliarden Euro

    Die EU-Kommission genehmigt eine Verteidigungs-Finanztranche aus dem 90-Milliarden-Euro-Kredit, mit Ausnahmen, die den Kauf von US-PAC-3-Abfangraketen erlauben.

  6. 17. September 2026
    Patriot-Raketen aus Deutschland notifiziert

    Washington notifiziert dem Kongress die mögliche Übertragung von zehn deutschen MIM-104E-GEM-T-Patriot-Abfangraketen im Wert von rund 29,6 Millionen Dollar; Polen sagt eine kleinere Lieferung zu.

  7. 18. September 2026
    Das 2,68-Milliarden-Paket wird genehmigt

    Das US-Außenministerium genehmigt den möglichen Foreign Military Sale „Air Defense Development Upgrade“ und notifiziert den Kongress.

Was Europas Beitrag bringt

Das Analysehaus Defence Ukraine beschreibt in seiner Analyse der Anrechnung von US-Hilfe auf den Rohstofffonds, was dort passiert: Amerikanische Militärhilfe verwandelt sich in Vorzugsaktien an einem Fonds, der aus ukrainischen Lizenz- und Rohstoffeinnahmen gespeist wird – Lithium, Titan, Kohlenwasserstoffe.

Europäische Beitragszahler erhalten laut den öffentlich verfügbaren Dokumenten keine Fondsanteile und keine Mitsprache bei Lieferterminen, Umpreisungen oder Abbruchkosten. Wer die Last trägt, ist ohnehin umstritten – auch im Streit um 6,6 Milliarden Euro für Kiew.

Bis zum 21. September bestätigte keine europäische Regierung öffentlich, welcher Anteil ihres Geldes in dem Paket steckt oder wie sie die Ausgabe haushalterisch verbucht. Auch was die Formulierung „via a 1:1 reimbursement“ konkret bedeutet, ist öffentlich nicht erklärt.

Kein Auftragnehmer, keine Lieferzusage

Ein weiterer offener Punkt ist das Tempo. Weil kein Hauptauftragnehmer feststeht, müssen die Verträge nach der Federal Acquisition Regulation erst wettbewerblich vergeben werden. Fachleute rechnen deshalb nicht mit Lieferungen im Winter 2026.

Der pensionierte US-Oberst Robert Hamilton, Präsident des Beratungsunternehmens Delphi Global Research Center, sagte dem Sender CBS News, die USA und die Ukraine modernisierten ältere S-300-Raketen oder entwickelten eine neue S-300-Variante. Diese könnte Ende 2026 fertig sein, bei einer Jahresproduktion von 100 bis 200 Einheiten.

Das Außenministerium versichert, der Verkauf stärke die Luftverteidigung eines Partners, verändere das militärische Kräfteverhältnis in der Region nicht, beeinträchtige die US-Einsatzbereitschaft nicht und erfordere keine zusätzlichen US-Vertreter oder Auftragnehmer in der Ukraine.

Kiew drängt vor dem Winter

Hintergrund ist die seit Monaten eskalierende russische Luftoffensive auf Kiew und andere Großstädte bei schrumpfenden Interceptor-Beständen. Die EU-Kommission bewilligte am 11. September die 6,1 Milliarden Euro Rüstungshilfe der EU aus einem 90-Milliarden-Euro-Kredit, mit Ausnahmen für US-PAC-3-Abfangraketen; am 18. September wurden 3,3 Milliarden Euro ausgezahlt.

Am 28. Juli lehnte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus nach späteren Medienberichten die von Wolodymyr Selenskyj erbetenen 300 Patriot-Raketen ab. Für Selenskyjs Bitte um fünf Prozent der US-Patriot-Raketen gab es bislang keine Zusage; Trump verwies darauf, die USA benötigten die Raketen selbst. Am 17. September notifizierte Washington die mögliche Übertragung von zehn deutschen MIM-104E-GEM-T-Patriot-Abfangraketen, Polen sagte eine kleinere Lieferung zu.

Am 22. September traf Selenskyj am Rande der UN-Generalversammlung in New York US-Senatoren und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Die 30-tägige Kongressprüfung des FMS-Pakets nach Section 36(b) des Arms Export Control Act läuft um den 18. Oktober ab; bis zum 21. September war kein Einspruch bekannt.

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Was bis zum 18. Oktober offen bleibt

Widersprüchlich bleibt schon das Bekanntgabedatum: Neben dem 18. September nennen einzelne Fachmedien den 21. September. Unklar ist auch die Einordnung der GAM-67-Rakete – Fachmedien beschreiben sie teils als Anti-Radar-Waffe, teils als Mittelstrecken-Luftabwehrrakete für sowjetische Altbestände.

Anfang Oktober tagt die Ukraine Defence Contact Group, später im Oktober der Europäische Rat – dort könnten die europäischen Finanzanteile an dem Paket geklärt werden. Offen ist bis dahin, welches Land welchen Teil der 2,68 Milliarden Dollar trägt und ob es dafür Mitsprache bei Lieferterminen erhält.