Union fällt auf 19 Prozent – AfD liegt zehn Punkte voraus
Im Insa-Sonntagstrend für die „Bild am Sonntag“ verliert die Union einen Punkt und fällt auf 19 Prozent – den tiefsten Wert dieser Legislaturperiode. Die AfD bleibt bei 29 Prozent. Aus der CDU kommt offene Kritik am Kurs von Friedrich Merz.
Die Union fällt in der Wählergunst auf den tiefsten Stand der laufenden Legislaturperiode: Im Sonntagstrend des Instituts Insa für die „Bild am Sonntag“ kommen CDU und CSU nur noch auf 19 Prozent – ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Die AfD bleibt unverändert bei 29 Prozent und liegt damit zehn Punkte vor der Kanzlerpartei; vor einer Woche hatte der Abstand neun Punkte betragen.
Für die Erhebung nach der Methode TOM befragte Insa im Auftrag der „Bild am Sonntag“ 1.203 Personen; der Befragungszeitraum lag zwischen dem 21. und dem 25. September, die maximale Fehlertoleranz beträgt 2,9 Prozentpunkte. Der Wert markiert laut FOCUS online den niedrigsten Unionswert dieser Legislaturperiode.
Grüne erreichen höchsten Wert seit drei Jahren
Die Grünen legen um einen Prozentpunkt auf 15 Prozent zu – ihr höchster Wert in diesem Insa-Format seit dem 16. September 2023. Auch die SPD gewinnt einen Punkt und kommt auf 14 Prozent. Die Linke verliert dagegen einen Punkt und liegt bei 10 Prozent.
Zusammen kommen SPD, Grüne und Linke auf 39 Prozent. Nach Angaben des Sonntagstrends ist das der höchste Wert, den dieses Dreierbündnis in der laufenden Legislaturperiode erreicht hat.
Parteistärken im Insa-Sonntagstrend vom 27. September 2026
Angaben in Prozent der Stimmen
Quelle: Insa für „Bild am Sonntag“, Erhebung 21.–25. September 2026, n=1.203
FDP und BSW würden den Bundestag verpassen
Der FDP fehlt ein Punkt zur Fünf-Prozent-Marke: Sie fällt auf 4 Prozent. Das BSW verharrt bei 3 Prozent, auf die sonstigen Parteien entfallen 6 Prozent – ein Punkt mehr als in der Vorwoche. Damit kommen Parteien, die den Einzug in den Bundestag verpassen würden, zusammen auf 13 Prozent der Stimmen. Weil diese Stimmen bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt werden, reicht für eine parlamentarische Mehrheit rechnerisch eine Zustimmung von 44 Prozent.
Offene Kritik aus der eigenen Partei
Die Umfrage erscheint unmittelbar nach den Landtagswahlen des Septembers 2026. In Mecklenburg-Vorpommern kam die CDU nur noch auf 4,9 Prozent und schied erstmals aus einem Landesparlament aus; die AfD wurde mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreichte 35,5 Prozent. In Berlin gewann die Linke die Abgeordnetenhauswahl klar.
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz kündigte an, den Reformkurs fortzusetzen; der Insa-Sonntagstrend zur Unzufriedenheit mit dem Kanzler wird hier nicht näher erläutert. CSU-Chef Markus Söder mahnte Geschlossenheit an und warnte vor weiteren Personaldebatten. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein stellte sich hinter Merz, verlangte aber, die CDU müsse bei Alltagsfragen wieder Vertrauen gewinnen.
Am Tag der Veröffentlichung wurde die CDU-interne Kritik am Kurs der Parteispitze offen ausgetragen. Der Vorsitzende der Jungen Union und neue Unionsfraktionsvize Johannes Winkel sagte im „Bild“-Interview, ohne grundlegende Veränderung werde es keinen Grund geben, die CDU zu wählen. Der Arbeitnehmerflügel CDA forderte in einem Grundsatzpapier eine breitere Neuaufstellung; sein Bundesvorsitzender Dennis Radtke warf Merz im Gespräch mit ZDFheute.de vor, die Menschen nicht ausreichend eingebunden zu haben.
„Parteien, die sich nicht verändern, sterben. Ganz einfach.“
Johannes Winkel, Vorsitzender der Jungen Union und Unionsfraktionsvize
Andere Institute messen die Union höher
Der Insa-Wert von 19 Prozent ist der niedrigste, den dieses Institut in der laufenden Legislaturperiode für die Union gemessen hat. Andere Institute messen die Union teils höher: Die Forschungsgruppe Wahlen sah sie bei 21 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen sah die Union im ZDF-Politbarometer vom 25. September bei 21 Prozent und die AfD bei 28 Prozent, Allensbach bei 23 zu 28 Prozent, Forsa bei 20 zu 27 Prozent, YouGov bei 18 zu 29 Prozent.
Zum Vergleich mit dem tatsächlichen Wahlergebnis: Bei der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 kamen CDU (22,6 Prozent) und CSU (6,0 Prozent) zusammen auf 28,6 Prozent, die AfD auf 20,8 Prozent. Umfragen sind Momentaufnahmen und keine Prognosen; kleine Veränderungen innerhalb der Fehlertoleranz sollten nicht überinterpretiert werden.