Zwei Einschläge in dieselbe Anlage mitten in der Hauptstadt: Russische Drohnen haben am Morgen des 27. September ein Datenzentrum im Zentrum von Kyjiw nach Selenskyjs Schilderung des doppelten Einschlags zweimal getroffen. Beim ersten Schlag wurden drei Menschen verletzt, darunter zwei Kinder.
Rettungswagen brachten die Verletzten in Kliniken. Betroffen war ein Nicht-Wohngebäude im zentralen Stadtteil Schewtschenkiwskyj; dort meldeten die Behörden später vier Verletzte. Nach Selenskyjs Darstellung handelte es sich um ein Datenzentrum – der Betreiber der getroffenen Anlage wurde zunächst nicht namentlich genannt.
In der vergangenen Woche haben die Russen mehr als 2.200 Angriffsdrohnen gegen die Ukraine gestartet, sowie rund 1.650 Fliegerbomben und 38 Raketen verschiedener Typen, eine beträchtliche Anzahl davon ballistische Raketen. Und letzte Nacht gab es tragischerweise Menschen, die infolge russischer Angriffe getötet wurden. Drei Menschen wurden in der Region Saporischschja infolge der Angriffe getötet. In Kyjiw wurde ein Mann durch einen Drohnenangriff getötet. Mein Beileid an die Familien und Angehörigen… Wohngebäude, Energieinfrastruktur und andere zivile Infrastruktur in den Regionen Odesa, Charkiw, Sumy, Mykolajiw, Cherson, Poltawa, Schytomyr und Kyjiw wurden über Nacht angegriffen. Am Morgen haben die Russen zweimal ein Rechenzentrum in Kyjiw getroffen. Drei Menschen wurden beim ersten Angriff verletzt, darunter zwei Kinder. Wir arbeiten ständig mit Europäern, Amerika, Kanada, Japan, Australien und anderen Partnern zusammen, um unsere Verteidigung zu stärken und echte Diplomatie voranzutreiben. Aber leider fehlt es an einer konsequent starken Position von China und Indien, Brasilien und Südafrika, den G20-Ländern und dem Globalen Süden. Tatsächlich hat jedes dieser Länder Einfluss auf Russland und kann helfen, Frieden Wirklichkeit werden zu lassen. Garantierte und würdige Sicherheit hier in der Ukraine aufzubauen bedeutet, Sicherheit und Stabilität global zu stärken. Ich danke allen, die nicht beiseitestehen und der Ukraine helfen.
Zwei 16-Jährige und eine 24-Jährige verletzt
Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko sprach zunächst von drei Verletzten – einer Frau und zwei 16-Jährigen, die mit Rettungswagen in Kliniken gebracht wurden. Die Stadtstaatsanwaltschaft Kyjiw konkretisierte, dass Glassplitter eine 24-jährige Frau und zwei 16-jährige Mädchen verletzten.
Der Angriff fiel in eine Nacht, in der russische Drohnen nach Selenskyjs Angaben in der Region Saporischschja drei Menschen töteten und in Kyjiw einen Mann. Getroffen wurden Wohnhäuser, Energieanlagen und zivile Infrastruktur in acht Regionen: Odessa, Charkiw, Sumy, Mykolajiw, Cherson, Poltawa, Schytomyr und Kyjiw. Für Kyjiw zählte Selenskyj auf, was russische Düsen-Drohnen am Tag des Doppelschlags sonst noch trafen.
„Allein heute, allein in Kyjiw, haben russische Düsen-Drohnen zwei Kindergärten und zwei Schulen, ein gewöhnliches Wohnhaus, eine Autowerkstatt, mehrere Lagerhäuser und Kommunikationseinrichtungen „erledigt“.“
Russland zielt auf Kyjiws digitales Rückgrat
Der Doppelschlag setzt eine Serie fort. Anfang September traf es beim Drohnenangriff auf die Kyjiwer Universität im Unterricht die Nationale Universität. Bereits am 2. Juli wurde ein wichtiges Kyjiwer Datenzentrum beschädigt, am 23. September fiel das Festnetz-Internet für rund 100.000 Haushalte aus, weil mindestens drei Rechenzentren getroffen wurden.
Am 26. September traf ein russischer Schlag das Datenzentrum des MEGOGO-Hauptpartners, TV-Signale mehrerer Sender fielen aus; der Betreiber Cosmonova meldete einen erneuten Treffer. Laut einer Analyse der russischen Kampagne gegen Kyjiws Internet hat Moskau Datenzentren, Provider und Medien zur neuen Zielkategorie seiner Luftangriffe gemacht – um Kommunikation und KI-gestützte Waffenentwicklung der Ukraine zu treffen und die Wirtschaft vor dem Winter zum Erliegen zu bringen.
Der russische Feldzug gegen Kyjiws Datenzentren
- 2. Juli 2026Erster Treffer auf ein wichtiges Datenzentrum
Ein Kyjiwer Rechenzentrum wird beschädigt – der Beginn der Kampagne.
- 23. September 2026Drei Datenzentren getroffen
Mindestens drei Kyjiwer Datenzentren werden beschädigt; das Festnetz-Internet fällt für rund 100.000 Haushalte aus.
- 26. September 2026MEGOGO-Partner betroffen
Ein Schlag beschädigt das Datenzentrum des MEGOGO-Hauptpartners, TV-Signale mehrerer Sender fallen aus. Beginn des dritten Angriffstags auf die Hauptstadt.
- 26./27. September 2026170 Shahed-Drohnen in einer Nacht
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe greift Russland mit 170 Shahed-Drohnen an. Drei Menschen sterben in der Region Saporischschja, ein Mann in Kyjiw.
- 27. September 2026Doppeltreffer mitten in Kyjiw
Ein Datenzentrum im Schewtschenkiwskyj-Bezirk wird zweimal getroffen; drei Verletzte, darunter zwei Kinder. Die Zahl steigt auf vier.
Moskau reklamiert Treffer auf Vodafone-Rechenzentrum
Das russische Verteidigungsministerium reklamierte seinerseits einen Angriff auf ein Vodafone-Datenzentrum in Kyjiw und bezeichnete es als einen der größten Anbieter mobiler und Internetdienste für das ukrainische Militär. Vodafone Ukraine äußerte sich zunächst nicht; die russischen Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Moskau meldete zudem Angriffe auf eine Logistikfirma bei Kyjiw, eine Logistikfirma in Odessa und Hafenanlagen im Donauhafen Kilija.
In derselben Nacht griff Russland nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe ab 18 Uhr mit 170 Shahed-Drohnen an, darunter 76 mit Jetantrieb, dazu Gerbera-Drohnen und Parodiya-Täuschdrohnen. Bis 7:30 Uhr seien 147 Drohnen abgeschossen oder unterdrückt worden, Treffer seien an 18 Orten registriert worden.
Selenskyj zählt mehr als 2.200 Drohnen in einer Woche
Selenskyj rechnete die Angriffswoche hoch: mehr als 2.200 Angriffsdrohnen, rund 1.650 Fliegerbomben und 38 Raketen verschiedener Typen, ein bedeutender Teil davon ballistisch. Während die Ukraine russische Raffinerien und Rüstungsbetriebe attackiert, schlägt Moskau auf Kyjiws Datenzentren und Sender zurück. Nach ukrainischen Angaben war Kyjiw bereits die dritte Nacht in Folge das Ziel.
Der Präsident verband den Doppelschlag mit einem Appell an China, Indien, Brasilien, Südafrika, die G20 und den Globalen Süden, eine konsequent starke Haltung einzunehmen. Neu ist der Vorwurf nicht: Selenskyjs Klage über die schwache Reaktion des Westens hat er nach früheren Drohnenangriffen schon einmal öffentlich erhoben. Nach eigenen Angaben berief er den Stab des Oberbefehlshabers ein und traf Entscheidungen zum zusätzlichen Schutz von Datenzentren und Kommunikationsanlagen. Eine Antwort der G20-Staaten steht noch aus.
