The Masked Singer fällt auf 5,7 % Marktanteil – ein Tiefstwert
Bild: KI-generiert
TV-Show

The Masked Singer fällt auf 5,7 % Marktanteil – ein Tiefstwert

Nur 160.000 Zuschauer in der Zielgruppe und 5,7 Prozent Marktanteil – die dritte Folge von „The Masked Singer“ ist der tiefste Wert der Showgeschichte. Als Hauptgrund gilt das Ende der Live-Ausstrahlung, während Sat.1 und RTL am selben Abend deutlich gewinnen.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Nur 160.000 Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren, ein Marktanteil von 5,7 Prozent: So schlecht wie an diesem Mittwoch lief „The Masked Singer“ noch nie. Insgesamt sahen 890.000 Menschen die dritte Folge der 13. Staffel auf ProSieben, im Gesamtpublikum ab drei Jahren lag der Marktanteil bei 5,1 Prozent.

Für ProSieben ist das ein historischer Negativrekord – so tief lag die Quote der Show noch nie, wie die DWDL-Zahlenanalyse zum Absturz der Masked-Singer-Quoten festhält. In der Folge wurden Evelyn Burdecki, die als „Cosma“ angetreten war, und Mathias Mester unter der Maske „Luigi Eishörnchen“ demaskiert.

Vom Quotenphänomen zum Rekordtief

Beim Deutschlandstart im Juni 2019 wurde „The Masked Singer“ zum Quotenphänomen und erreichte in der klassischen Zielgruppe zeitweise mehr als 30 Prozent Marktanteil. Im Herbst 2024 folgte der vorläufige Tiefpunkt: Sechs Ausgaben kamen linear im Schnitt auf 1,19 Millionen Zuschauer und 8,1 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Ein ähnliches Bild zeigte zuletzt die Giovanni Zarrella Show mit ihrem schwächsten Wert.

Im Februar 2025 bestätigte ProSieben auf Anfrage, dass die Show eine längere Pause einlegt und nur noch einmal im Jahr läuft. Der Staffelstart am 16. September 2026 brachte 1,07 Millionen Zuschauer insgesamt, aber nur 230.000 in der Zielgruppe. Folge zwei erreichte am 23. September 8,7 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe, die Vorwoche 7,5 Prozent – die dritte Folge nun 5,7 Prozent.

Die Quotenkurve der Show seit 2019

  1. Juni 2019
    Deutschlandstart auf ProSieben

    Die Show wird zum Quotenphänomen, in der klassischen Zielgruppe sind zeitweise mehr als 30 Prozent Marktanteil drin.

  2. Herbst 2024
    Vorläufiger Tiefpunkt

    Sechs Ausgaben kommen linear im Schnitt auf 1,19 Millionen Zuschauer, der Zielgruppen-Marktanteil liegt bei 8,1 Prozent.

  3. 25. Februar 2025
    Längere Pause bestätigt

    ProSieben bestätigt auf Anfrage, dass die Show nur noch einmal im Jahr läuft.

  4. August 2026
    Erstmals keine Live-Ausstrahlung

    Die 13. Staffel entsteht in Köln als Vorabaufzeichnung, mit 16 Masken und zwei Demaskierungen pro Folge.

  5. 16. September 2026
    Historisch schwacher Staffelstart

    1,07 Millionen Zuschauer insgesamt, nur 230.000 in der Zielgruppe.

  6. 23. September 2026
    Folge zwei

    Der Zielgruppen-Marktanteil steigt auf 8,7 Prozent.

  7. 30. September 2026
    Folge drei, 20:15 Uhr

    890.000 Zuschauer insgesamt, 160.000 in der Zielgruppe, 5,7 Prozent Marktanteil – der tiefste Wert der Show.

Ohne Live-Effekt fehlt der Show das Ereignis

Als Hauptgrund für den Einbruch gilt, dass die 13. Staffel erstmals nicht live läuft. Die Ausgaben wurden im August 2026 in Köln vorab aufgezeichnet; der Event-Charakter der Show ging dadurch verloren.

Auch die Neuerungen halfen nicht: 16 Masken, so viele wie nie, und zwei Demaskierungen pro Folge sollten das Geschehen verdichten. Moderator Matthias Opdenhövel führt durch die Sendung; im Rateteam saßen am 30. September Verona Pooth und Chris Tall, als Gast rätselte Amira Aly mit. Produziert wird die Show von Endemol Shine Germany für ProSieben.

Das Umfeld stimmte schon vor 20:15 Uhr nicht. Die Sitcoms „Young Sheldon“ (3,0 Prozent) und „2 Broke Girls“ (3,1 Prozent) lagen in der Zielgruppe weit unter dem Senderschnitt. ProSieben kam am Mittwoch auf 5,7 Prozent Tagesmarktanteil in der Zielgruppe, nur zwei Zehntel vor Kabel Eins. Der Sender baut sein Programm ohnehin um: The Voice wandert erstmals auf den Samstag.

Umfrage
Lädt

Am selben Abend gewinnt die Konkurrenz

Am selben Abend lief es für die Konkurrenz deutlich besser: Sat.1 feierte mit dem Finale von „Das große Backen“ 1,29 Millionen Zuschauer und 9,5 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe, RTL erreichte mit „Team Wallraff“ 360.000 der Jüngeren und 11,2 Prozent. Beide lagen damit weit über den 5,7 Prozent der ProSieben-Show, wie der digitalfernsehen-Bericht zu den Tiefstwerten am Mittwochabend zeigt.

Marktanteil in der Zielgruppe 14 – 49 am 30. September 2026

Quelle: DWDL, digitalfernsehen (1. Oktober 2026)

Der Medienexperte sieht ProSieben in der Pflicht

Der Medienexperte Ferris Bühler sieht ProSieben nach dem Rekordtief unter Zugzwang. Für ihn liegt die Rettung der Show nicht im Live-Format, sondern in dem, was die Zuschauer auf der Bühne zu sehen bekommen.

„Entscheidend wird sein, ob es ProSieben gelingt, den verlorenen Live-Reiz durch stärkere Besetzungen, bessere Geschichten und neue Überraschungsmomente zu kompensieren. Denn am Ende schalten die Zuschauer nicht ein, weil etwas live ist, sondern weil sie gut unterhalten werden.“
Ferris Bühler, Medienexperte

Die 13. Staffel ist im August 2026 in Köln vorab aufgezeichnet worden – an der fehlenden Live-Ausstrahlung lässt sich in diesem Jahr nichts mehr ändern. Ob ProSieben die Show nach dem Negativrekord fortsetzt und für eine weitere Staffel wieder auf Live-Ausgaben setzt, ist bislang nicht bekannt.