Rund 57 Prozent der Zuschauerstimmen, 100.000 Euro Preisgeld und ein Plattenvertrag: Menowin Fröhlich (39) hat am 9. Mai 2026 das Finale der 22. DSDS-Staffel gewonnen. Die Bilanz der folgenden Monate fiel gemischt aus: Sein Siegersong schaffte es nicht in die Charts; im September trennte er sich von seinem Label Embassy of Music.
Dieter Bohlen (72), der Chefjuror, der ihn im Finale noch als Weltklasse gefeiert und die Zuschauer zum Anrufen animiert hatte, will mit dem Sieger nicht zusammenarbeiten. „Ich habe einfach nicht die Zeit, mich um so eine komplexe Aufgabe wie Menowin zu kümmern“, sagte er.
Menowins eigene Bilanz fällt ähnlich ernüchternd aus. Im „Bild“-Interview sagte er: „Ganz ehrlich: Ich hätte mir nach meinem DSDS-Sieg wesentlich mehr vorgestellt.“ Sein Siegersong tauchte in den deutschen Single-Charts nie auf.
Bohlen lobte ihn – und sagt jetzt ab
Bohlens Absage trifft Menowin an der empfindlichsten Stelle, denn der Juror hatte den Sieg überhaupt erst möglich gemacht: Er lobte ihn im Finale öffentlich als Weltklasse. Eine Zusammenarbeit danach lehnt er trotzdem klar ab, wie Bohlens Ablehnung einer Zusammenarbeit mit Menowin zeigt.
„Er braucht ein Team, das wirklich 24/7 mit ihm arbeitet, für ihn da ist, ihm Halt gibt und auch stark genug ist, ihm mal die Wahrheit zu sagen.“
Bohlen beschreibt damit, was Menowin aus seiner Sicht fehlt – und macht zugleich deutlich, dass er selbst diese Rolle nicht übernehmen will. Neu ist die Absage nicht: Schon 2010, bei Menowins zweitem DSDS-Versuch und seinem zweiten Platz, kam eine Produzenten-Partnerschaft mit Bohlen nicht zustande.
Auch andere Sieger kennen dieses Muster: Mark Medlock rechnet mit Dieter Bohlen ab – für ihn war das Duo reine Geschäftsbeziehung. Menowin bekam von Bohlen öffentlich eine Warnung mit auf den Weg: „Ich kann ihm nur als Tipp geben, dass er bloß nicht wieder ausflippen soll.“
Der Siegersong verpasst die Charts komplett
„Mercy On Me“ war schon vor dem Finale da: Der Song erschien am 2. Mai 2026, eine Woche vor der Entscheidung. Geschrieben haben ihn Vito und Mos Iceley, Bohlen war daran nicht beteiligt. Die deutschen Single-Top-100 verpasste das Lied komplett.
Bohlen hatte 2021 letztmals an einem DSDS-Siegersong mitgewirkt, an diesem nicht. Der Flop des DSDS-Siegersongs in den Charts war wenige Tage nach dem Finale bereits überall Thema.
Am 30. Mai 2026 folgte der erste Live-Auftritt nach dem Finale: Menowin sang beim „SchlagerOlymp“ in Berlin. Gegenüber „Bild“ behauptete er später dennoch, nach dem Sieg habe es „keinen einzigen musikalischen Auftritt“ gegeben.
Im September 2026 kam der nächste Bruch: Menowin und sein Label Embassy of Music trennten sich per Aufhebungsvertrag. Der Sänger beklagte ein fehlendes „professionelles Umfeld“.
Auch eine andere Rolle hat er bereits ins Auge gefasst: Menowin Fröhlich will in die DSDS-Jury – doch die Plätze sind vergeben.
Der Sieg, der Betrugsvorwürfe auslöste
Nach der Regeländerung von RTL, die Menowin trotz seiner Teilnahmen 2005 und 2010 ein drittes Antreten ermöglichte, warfen Fans dem Sender Betrug und Manipulation vor. Diese Vorwürfe begleiteten seinen Sieg.
Auch das Interesse war gering: Die Finalshow sahen nur 1,63 Millionen Zuschauer – Negativrekord. Ein Sieger, dem ein Teil des Publikums den Sieg nicht abnimmt, startet unter schwierigen Bedingungen in die Karriere.
Von den ersten Anläufen bis zur Trennung vom Label
- 2005Erster Anlauf
Menowin Fröhlich nimmt erstmals an DSDS teil.
- 2010Zweiter Platz
Bei seinem zweiten Anlauf wird er Zweiter; eine Produzenten-Partnerschaft mit Dieter Bohlen kommt nicht zustande.
- 2021Bohlen ohne Siegersong
Letztmals wirkt Bohlen an einem DSDS-Siegersong mit; RTL trennt sich zunächst von ihm als Juror.
- 2. Mai 2026Siegersong erscheint
„Mercy On Me“ kommt als Download und Streaming heraus, komponiert von Vito und Mos Iceley.
- 9. Mai 2026Sieg im dritten Anlauf
Menowin gewinnt das Finale mit rund 57 Prozent gegen Constance Dizendorf: 100.000 Euro Preisgeld und ein Plattenvertrag.
- 15. Mai 2026Chart-Flop
Der Siegersong verpasst die deutschen Single-Top-100.
- 18. September 2026Trennung vom Label
Menowin und Embassy of Music lösen den Vertrag per Aufhebungsvertrag.
Halt sucht Menowin in der Familie
Nach Monaten ohne Chartplatz und ohne Label kommt Hilfe aus der eigenen Verwandtschaft. Sein Großcousin Sido holte ihn nach jahrelanger Funkstille auf sein Album „Frieden“, das am 27. November 2026 erscheinen soll.
Erst der Aufhebungsvertrag, dann die Familienhilfe: Menowins Trennung vom Label liegen nur wenige Wochen auseinander.
Menowin selbst gibt sich kämpferisch: „Ich bin jetzt wieder frei, meinen Weg so zu gehen, wie ich ihn für richtig halte“, sagte er nach dem Ende bei Embassy of Music.
Für Dezember ist ein Auftritt Menowins im Erfurter Weihnachtszirkus angekündigt.
