Merz sagt Kiew bei überraschendem Besuch Tausende Abfangdrohnen zu
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Ukraine-Krieg

Merz sagt Kiew bei überraschendem Besuch Tausende Abfangdrohnen zu

Moskau hatte Diplomaten gewarnt, Kiew zu verlassen – einen Tag später trifft Bundeskanzler Merz dort ein und sagt Tausende Abfangdrohnen sowie die gemeinsame Produktion weitreichender Waffen zu. Der Widerspruch zu seinen Ankündigungen kommt aus dem eigenen Land.

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Russlands Außenministerium hatte ausländische Besucher und Diplomaten aufgefordert, Kiew zu verlassen – wer die Warnung missachte, setze sich „tödlicher Gefahr“ aus. Einen Tag später steht Bundeskanzler Friedrich Merz in der ukrainischen Hauptstadt.

Laut der Eilmeldung der Tagesschau zum Besuch in Kiew erreichte sein Sonderzug den Hauptbahnhof am Sonntag gegen 6 Uhr. Losgefahren war er bereits am Samstagabend um 21:28 Uhr im polnischen Przemysl. Mitgereist sind Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmer aus Rüstung und Energie.

Am Vormittag will Merz Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen. Die Bahnroute nach Kiew bleibt umkämpft: Mitte September soll ein russischer Drohnentreffer nahe der polnischen Grenze die Lokomotive eines Kiew-Warschau-Zuges zerstört haben.

Tausende Abfangdrohnen gegen russische Jet-Drohnen

Was Merz mitbringt, ist mehr als ein Solidaritätsbesuch: Er will der Ukraine die Lieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern. Sie sollen schnelle russische Jet-Drohnen vom Typ Geran abfangen. Laut dem Tagesspiegel-Bericht über Drohnen und Waffen ist an der Lieferung unter anderem der Münchner Hersteller Quantum Systems beteiligt.

Dazu kommt ein größeres Vorhaben: die gemeinsame Produktion weitreichender Waffen mit über 1.000 Kilometern Reichweite. Merz führt damit eine Linie fort, die er im Sommer begonnen hat – wie er die Taurus-Debatte für beendet erklärte.

Merz begründet die Zusagen auch mit Deutschlands eigener Sicherheit: „Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns.“ Was er Selenskyj persönlich versprechen will, hat er vorher öffentlich gesagt:

„Ich werde Präsident Selenskyj heute sagen: „Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen.““
Friedrich Merz, Bundeskanzler

Der fünfte Kriegswinter steht bevor

Vor Ort ist die Lage nach den Worten von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko „extrem dramatisch“. Zwei Tage vor Merz' Ankunft griff Russland mehrere Dnipro-Brücken und die Energieinfrastruktur der Stadt an.

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Merz selbst beschreibt die Lage so: „Bald beginnt für die Menschen der fünfte Kriegswinter. Russland bombardiert Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke.“ Genau diese russischen Jet-Drohnen sollen die zugesagten Abfangdrohnen stoppen. Wann die ersten in der Ukraine eintreffen und was von der gemeinsamen Waffenproduktion bis zum Winter fertig wird, ist offen.