41 % der Berliner wollen Koalition unter Elif Eralps Führung
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Regierungsbildung

41 % der Berliner wollen Koalition unter Elif Eralps Führung

Eine Insa-Nachwahlbefragung sieht 41 Prozent der Berliner hinter einer Koalition unter Elif Eralp, nur 31 Prozent wollen Kenia. 70,8 Prozent machen Bundeskanzler Merz für das CDU-Ergebnis verantwortlich – und die SPD-Anhänger könnten die eigenen Vorgespräche ausbremsen.

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41 Prozent der Berliner wollen, dass die Linke künftig mit SPD und Grünen unter Führung von Elif Eralp regiert. Für eine Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen sprechen sich nur 31 Prozent der Befragten aus.

Das ergibt die Insa-Nachwahlbefragung zur Berliner Abgeordnetenhauswahl, über die die Berliner B.Z. berichtet. 52 Prozent der Befragten rechnen fest mit einer rot-grün-roten Landesregierung.

Die B.Z. veröffentlichte die Befragung am 3. Oktober – an dem Tag, an dem Linke, Grüne und SPD ihr zweites Vorgespräch beendeten. Die WELT griff die Zahlen am 4. Oktober auf.

Für das schwache Abschneiden der CDU sehen 70,8 Prozent der Befragten Bundeskanzler Friedrich Merz als Hauptverantwortlichen. Schon vor der Wahl waren laut einer Forsa-Umfrage 70 Prozent mit Merz unzufrieden.

Die Linke wurde am 20. September stärkste Kraft

Bei der Wahl am 20. September wurde die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft; der Wahlsieg der Linken mit 25,7 Prozent machte eine Koalition links der CDU überhaupt erst zur Option. CDU, AfD, Grüne und SPD liegen deutlich dahinter.

Als wichtigste Wahlthemen nannten die Befragten Wohnen, Alterssicherung und Soziales. Wie stark diese Themen wiegen, unterscheidet sich deutlich je nach Parteipräferenz.

Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026

Stimmenanteile in Prozent

Quelle: Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026

SPD-Anhänger bevorzugen eine Kenia-Koalition

Überraschend ist der Blick auf die SPD-Anhänger: 48 Prozent von ihnen bevorzugen laut B.Z. eine Kenia-Koalition, nur 42 Prozent Rot-Grün-Rot. Die Berliner SPD hatte am 26. September Sondierungen mit Linken und Grünen zugestimmt – ein Teil der eigenen Anhänger sieht das offenbar anders.

Umfrage
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Die Vorgespräche sollen kommende Woche enden

Im Haus der Statistik sprechen Linke, Grüne und SPD seit dem 1. Oktober miteinander. Nach dem zweiten Vorgespräch im Haus der Statistik am 3. Oktober verständigten sich die drei Parteien auf einen „weiteren gemeinsamen Weg“ und wollen die Gespräche in der kommenden Woche zu einem Ergebnis führen.

Die Co-Vorsitzende der Berliner Linken, Kerstin Wolter, sagte: „In der kommenden Woche werden wir die aktuellen Gespräche zu einem Ergebnis führen.“ Spitzenkandidatin Elif Eralp sagte: „Wir haben eine riesige Verantwortung, die wir jetzt auch wahrnehmen müssen.“

Eralp sagte zudem: „Wir haben erreicht, dass Menschen wieder Hoffnung auf ein besseres Leben haben.“

Von der Wahl bis zum zweiten Vorgespräch

  1. 20. September 2026
    Linke wird stärkste Kraft in Berlin

    Die Linke erreicht 25,7 Prozent, vor CDU (18,8), AfD (16,3), Grünen (14,3) und SPD (12,1 Prozent).

  2. 25. September 2026
    Linke stimmt für Sondierungen

    Ein außerordentlicher Landesparteitag in Friedrichshain votiert mit großer Mehrheit für Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD.

  3. 26. September 2026
    Berliner SPD stimmt zu

    Die SPD-Landespartei billigt Sondierungen mit Linken und Grünen.

  4. 1. Oktober 2026
    Erstes Dreier-Vorgespräch ohne Ergebnis

    Im Haus der Statistik geht es um gemeinsame Verabredungen zu Antisemitismus, Rassismus und organisierter Kriminalität – ein Ergebnis gibt es nicht.

  5. 3. Oktober 2026
    Zweites Vorgespräch, neue Umfrage

    Linke, Grüne und SPD verständigen sich auf einen weiteren gemeinsamen Weg; die B.Z. veröffentlicht die Insa-Nachwahlbefragung.

  6. 4. Oktober 2026
    WELT greift die Umfrage auf

    41 Prozent der Berliner wollen eine Koalition unter Elif Eralp, 31 Prozent eine Kenia-Koalition.

Antisemitismus-Vorwürfe belasten die Linke

Umstritten bleibt die Koalitionsfähigkeit der Linken. Antisemitismusvorwürfe belasten die Partei, und dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak werden Kontakte ins Clan-Milieu nachgesagt.

Beim ersten Dreier-Vorgespräch am 1. Oktober ging es deshalb um gemeinsame Verabredungen zu Antisemitismus, Rassismus und organisierter Kriminalität. Ein Ergebnis gab es an diesem Tag nicht.

Eralp hält den Vorwürfen entgegen:

„Jüdische Menschen müssen sich in unserer Stadt sicher fühlen. Ich werde das vielfältige jüdische Leben stärken und Antisemitismus bekämpfen.“
Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken

Der frühere Berliner CDU-Fraktionschef Frank Steffel sieht darin eine Grundsatzfrage für die möglichen Partner von SPD und Grünen: Sie müssten klären, ob sie den Kurs der Linken in Berlin mittragen wollen. Der Einwand trifft eine SPD, deren Anhänger mehrheitlich eine andere Koalition bevorzugen als die Parteispitze verhandelt.

In der kommenden Woche wollen Linke, Grüne und SPD ihre Gespräche zu einem Ergebnis führen. Offen ist bis dahin, ob die SPD ihre Anhänger hinter eine Regierung unter Elif Eralp bringt.