Grüne und Linke überholen SPD – 70 Prozent mit Merz unzufrieden
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Politbarometer

Grüne und Linke überholen SPD – 70 Prozent mit Merz unzufrieden

Nur noch 30 Prozent halten die Reformen für richtig, 81 Prozent nennen die Verteilung ungerecht. Während die Ampel-Parteien verlieren, klettern Grüne und Linke auf 14 und 13 Prozent. 70 Prozent der Deutschen sind mit Kanzler Merz unzufrieden.

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Der Unmut über die schwarz-rote Bundesregierung erreicht einen neuen Höhepunkt. Im aktuellen ZDF-Politbarometer, veröffentlicht am 17. Juli, bewerten 68 Prozent der Bürger die Arbeit des Kabinetts Merz als „eher schlecht“. Gleichzeitig haben Grüne und Linke die SPD in der Wählergunst überholt. Die AfD bleibt mit 27 Prozent stärkste Kraft, verliert aber gegenüber Juni leicht.

Sonntagsfrage Juli 2026 (in %)

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 14. bis 16. Juli 1.284 Wahlberechtigte. Dabei erreicht die AfD 27 Prozent (minus 1), die CDU/CSU 23 Prozent (minus 1). Die Gewinner des Monats sind die Grünen mit 14 Prozent (plus 2) und die Linke mit 13 Prozent (plus 2). Die SPD fällt auf 12 Prozent (minus 1) und ist nur noch fünftstärkste Kraft. Die FDP verharrt bei 4 Prozent, die Sonstigen kommen auf 7 Prozent.

Reformpaket der Regierung fällt durch

Das vor der Sommerpause geschnürte Reformpaket der Regierung – mit Änderungen bei Steuern, Rente, Arbeitsmarkt und Wirtschaft – stößt auf breite Ablehnung. Nur 30 Prozent der Befragten glauben, dass die Maßnahmen in die richtige Richtung gehen; 63 Prozent sehen das nicht. Besonders kritisch wird die Verteilungsgerechtigkeit beurteilt: 81 Prozent halten die Belastungen für ungerecht verteilt, lediglich 12 Prozent für gerecht.

Auch die bereits verabschiedete Gesundheitsreform von Ministerin Nina Warken (CDU) kommt nicht gut an: 79 Prozent der Befragten halten sie für ungeeignet, die finanziellen Probleme des Gesundheitswesens zu lösen. Nur 17 Prozent zeigen sich optimistisch. Unter den Anhängern der Regierungsparteien findet das Reformpaket zwar mehrheitlich Zustimmung (Union 66 Prozent, SPD 51 Prozent), doch bei AfD, Grünen und Linken wird es abgelehnt, die FDP-Anhänger sind gespalten.

Merz und Regierung im Tief

Die Unzufriedenheit mit der Regierung bleibt hoch: 68 Prozent bewerten ihre Arbeit als „eher schlecht“, nur 27 Prozent als „eher gut“. Noch schlechter fällt das Urteil über Bundeskanzler Friedrich Merz aus – 70 Prozent sind unzufrieden mit seiner Arbeit, nur 27 Prozent zufrieden. Dies setzt einen Negativtrend fort: Bereits Anfang Juli hatte Merz einen historischen Tiefstwert erreicht. Auch die Zusammenarbeit der Koalitionspartner bewerten 71 Prozent der Bürger als schlecht, selbst unter Unions- und SPD-Anhängern findet sie keine Mehrheit.

Pistorius beliebtester Politiker – Weidel am Ende

In der Beliebtheitsskala von +5 bis −5 bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit unverändert 1,5 Punkten der Spitzenreiter. Es folgen Cem Özdemir (Grüne) mit 0,9 und Außenminister Johann Wadephul (CDU) mit 0,1. Danach dominieren Negativwerte: Heidi Reichinnek (Linke) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) kommen auf minus 0,7, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) auf minus 0,9, Markus Söder (CSU) auf minus 1,0. Kanzler Merz fällt auf minus 1,6, Katherina Reiche (CDU) auf minus 1,8. Schlusslicht ist AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,5. Fast alle Spitzenpolitiker – außer Pistorius und Reichinnek – büßten im Vergleich zum Juni an Zustimmung ein.

AfD-Ministerpräsident? Nur 22 Prozent dafür

Angesichts der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September wollte das Politbarometer wissen, wie die Deutschen zu einem AfD-Ministerpräsidenten in einem ostdeutschen Bundesland stehen. Nur 22 Prozent fänden dies gut (im Osten 31 Prozent). 66 Prozent lehnen einen AfD-Regierungschef ab (im Osten 57 Prozent), 11 Prozent ist es egal. Die Brandmauer-Debatte könnte damit weiter an Schärfe gewinnen, zumal die AfD in Umfragen in mehreren Ostländern führt – in Brandenburg lag sie zuletzt bei 37 Prozent.

Die Umfrage wurde von der Forschungsgruppe Wahlen vom 14. bis 16. Juli unter 1.284 Wahlberechtigten telefonisch und online durchgeführt; die statistische Fehlertoleranz liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.

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