BSW-Abgeordneter Hornauf organisiert Bustour nach Witebsk
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Städtepartnerschaften

BSW-Abgeordneter Hornauf organisiert Bustour nach Witebsk

Der BSW-Landtagsabgeordnete Sven Hornauf will 30 bis 40 Menschen vom 6. bis 11. November nach Witebsk bringen und im April 2027 eine zweite Reise nach Russland organisieren. Die offizielle Städtepartnerschaft mit Witebsk hatte Frankfurt (Oder) nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ausgesetzt; der Arbeitskreis Witebsk wurde 2025 eingestellt.

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30 bis 40 Menschen sollen im November von Frankfurt (Oder) aus in das belarussische Witebsk fahren – obwohl die Stadtverordnetenversammlung die offizielle Städtepartnerschaft mit der Stadt vor mehr als vier Jahren ausgesetzt hat. Hinter der Bustour steht ein Landtagsabgeordneter des BSW.

Organisator ist nach eigenen Angaben Sven Hornauf, Landtagsabgeordneter des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Brandenburg. Die Reise ist für den 6. bis 11. November 2026 angesetzt; nach dem Bericht der Märkischen Oderzeitung zur Bustour stehen weitere Vorbereitungstreffen an. Die Teilnehmer wollen in Witebsk an die frühere Partnerschaft anknüpfen, einzelne Mitfahrer auch in Minsk und anderen Orten.

Partnerstadt seit 1991, 2022 auf Eis gelegt

Die Partnerschaft mit Witebsk besteht seit 1991. Am 12. Mai 2022, knapp drei Monate nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, setzten die Frankfurter Stadtverordneten die offizielle Städtepartnerschaft aus – zugleich wollten sie die zivilgesellschaftlichen Kontakte nach Belarus intensivieren.

Getragen wurden diese Kontakte über Jahrzehnte vom ehrenamtlichen Arbeitskreis Witebsk. Auf seiner letzten Sitzung am 15. September 2025 wurde er in seiner bisherigen Form beendet. Wer die Verbindung heute wieder aufnimmt, tut das ohne den eingespielten Träger der Partnerschaft.

Von der Partnerstadt zum ausgesetzten Beschluss

  1. 1991
    Städtepartnerschaft beginnt

    Frankfurt (Oder) und das belarussische Witebsk gehen eine offizielle Städtepartnerschaft ein.

  2. 24. Februar 2022
    Russischer Angriff auf die Ukraine

    Städtepartnerschaften mit russischen und belarussischen Orten werden auf Eis gelegt.

  3. 12. Mai 2022
    Frankfurt setzt die Partnerschaft aus

    Die Stadtverordnetenversammlung beschließt die Aussetzung der offiziellen Partnerschaft mit Witebsk und will zivilgesellschaftliche Kontakte intensivieren.

  4. 15. September 2025
    Arbeitskreis Witebsk endet

    Der ehrenamtliche Träger der Partnerschaft wird auf seiner letzten Sitzung in bisheriger Form eingestellt.

  5. Frühjahr 2026
    Besuch in der russischen Botschaft

    Hornauf organisiert mit anderen einen Besuch von BSW-Mitgliedern und -Unterstützern in der russischen Botschaft in Berlin mit.

  6. 3./4. Oktober 2026
    Berichte über die Reisepläne

    Die Märkische Oderzeitung berichtet, die dpa-Meldung wird von WELT, ZEIT, Süddeutscher Zeitung und stern übernommen.

  7. 6. bis 11. November 2026
    Geplanter Besuch in Witebsk

    Eine Delegation aus Frankfurt (Oder) will in Witebsk an frühere Partnerschaften anknüpfen; für April 2027 ist eine Russlandreise angekündigt.

Kritik an Hornaufs Russland-Kurs

Hornauf ist in der Debatte um Russland-Kontakte kein Unbekannter. Im Frühjahr 2026 war er an der Organisation eines Besuchs von BSW-Mitgliedern und -Unterstützern in der russischen Botschaft in Berlin beteiligt. Kritik zog er sich zu, weil er mehreren AfD-Anträgen im Landtag zustimmte; auch sein BSW sucht im Osten das Werben um Nähe zur AfD.

Für seine Pläne wirbt Hornauf mit der zivilgesellschaftlichen Ebene: Die Kontakte sollen aus seiner Sicht nicht davon abhängen, wie sich die politische Großwetterlage entwickelt. Genau auf diese Ebene hatten sich 2022 auch die Frankfurter Stadtverordneten zurückgezogen, als sie die offizielle Partnerschaft aussetzten.

„dass es – auf der Ebene der Menschen direkt – wieder normale, regelmäßige Kontakte gibt und die politische Großwetterlage, egal von welcher Seite, diese Kontakte nicht unterbindet.“
Sven Hornauf, BSW-Landtagsabgeordneter in Brandenburg

Parteilose, BSW-Mitglieder, Mitfahrer von Grünen und AfD

Nach Hornaufs Angaben sind die meisten Mitfahrer parteilos. Dazu kommen einige BSW-Mitglieder sowie Mitfahrer von Grünen und AfD. Die Bustour ist damit kein reines Parteiprojekt: Sie soll Menschen zusammenbringen, deren Parteien über die Russland- und Belarus-Politik in Deutschland ansonsten streiten.

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Im April 2027 soll eine Reise nach Russland folgen

Hornauf bleibt nicht bei Belarus. Für April 2027 kündigte er an, auch eine Reise nach Russland mitzuorganisieren. Belarus wird autoritär von Alexander Lukaschenko regiert, dem engsten Verbündeten von Kremlchef Wladimir Putin.

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 wurden Städtepartnerschaften mit russischen und belarussischen Orten auf Eis gelegt. Der ukrainische Botschafter in Deutschland hat deutschen Parteien vorgeworfen, Weisungen aus Moskau zu erhalten. Bis zum Start am 6. November stehen weitere Vorbereitungstreffen an – ob die angepeilten 30 bis 40 Teilnehmer zusammenkommen und was aus der Russlandreise im April 2027 wird, ist offen.