Oktoberfest zählt 7,4 Millionen Gäste – so viele wie nie
Bild: KI-generiert
Wiesn-Bilanz

Oktoberfest zählt 7,4 Millionen Gäste – so viele wie nie

So voll wie nie: 7,4 Millionen Gäste, 6,7 Millionen Maß Bier – und eine Stadt, die ihr Sicherheitskonzept feiert. Doch drei Menschen, die auf dem Fest waren, starben, und am letzten Tag musste ein Schiffschaukel-Mitarbeiter reanimiert werden.

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7,4 Millionen Menschen haben das Oktoberfest 2026 besucht – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Wiesn. Am letzten Festtag legte die Stadt München die Bilanz der 191. Ausgabe vor: 16 Tage voller Andrang, 6,7 Millionen Maß Festbier – und tödliche Unfälle, die das Fest überschatten.

Vom 19. September bis zum 4. Oktober kamen die Gäste auf die Theresienwiese; eröffnet wurde das Fest unter anderem mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. 2025 waren es 6,5 Millionen Besucher, der bisherige Höchstwert lag bei 7,2 Millionen aus dem Jahr 2023 – damals allerdings an 18 Tagen. Der letzte Wiesn-Tag endete traditionell mit dem Böllerschießen vor der Bavaria.

Wiesn-Chef Christian Scharpf nannte die 191. Ausgabe „sonnig, fröhlich, friedlich“. Oberbürgermeister Dominik Krause (36) sprach von einer „Bilderbuch-Wiesn“: „Friedlich, entspannt und gut gelaunt. Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten.“ Zuvor hatte Krause 1.470 Senioren zum Gratis-Essen auf die Wiesn geladen.

Besucherrekord: 7,4 Millionen Gäste in 16 Tagen

Die Bilanz der Stadt München zum Oktoberfest 2026 weist 7,4 Millionen Gäste aus – rund 900.000 mehr als 2025. Der bisherige Höchstwert von 7,2 Millionen stammt aus dem Jahr 2023, als das Fest zwei Tage länger geöffnet war.

Besucher des Oktoberfests im Vergleich (in Millionen)

2023 dauerte das Fest 18 Tage, 2026 nur 16 Tage

Quelle: Stadt München, Oktoberfest-Bilanz 2026

Getrunken wurden rund 6,7 Millionen Maß Festbier, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Alkoholfreies Bier legte um 10,7 Prozent zu, Weißbier um 12,6 Prozent und alkoholfreie Getränke um 10 Prozent. Mit durchschnittlich 15,61 Euro je Maß ist der Bierpreis langsamer gestiegen als die Inflation.

Die Oide Wiesn neben dem Hauptgelände zählte 447.000 Gäste, ein Plus von 24,2 Prozent. Vor allem unter der Woche stiegen die Besucherzahlen, in der zweiten Wiesn-Woche um bis zu 28,9 Prozent. Wiesn-Chef Scharpf wundert der Zulauf nicht: „Es ist nun mal ein super Fest und das spricht sich rum.“

Wie die Stadt den Andrang in den Griff bekam

Vor dem Fest hatte die Stadt das Sicherheitskonzept nachgeschärft: eine neue Sicherheitszentrale, verbesserte Videoüberwachung und KI-gestütztes Crowd Spotting, das Menschenansammlungen früh erkennen soll. Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft, sieht die Maßnahmen bestätigt:

„Das weiterentwickelte Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2026 hat sich in der Praxis bewährt. Die neue Sicherheitszentrale, die verbesserte Videoüberwachung und das Crowd Spotting haben es ermöglicht, die Besucherströme noch genauer zu beobachten und bei Menschenansammlungen frühzeitig gegenzusteuern.“
Christian Scharpf, Wiesn-Chef und Referent für Arbeit und Wirtschaft

In der Praxis blieben die Eingänge nicht durchgehend offen. Am mittleren Wiesn-Samstag, dem 26. September, wurden die Haupteingänge wegen des Andrangs kurzzeitig geschlossen, am letzten Wiesn-Samstag, dem 3. Oktober, ebenso der Zugang an der Bavaria. Eine Überfüllungslage entstand nach Angaben der Stadt nicht.

Tödliche Unfälle und ein reanimierter Mitarbeiter

Überschattet wird die Bilanz von Unglücken auf dem Festgelände. Am 21. September, dem ersten Wiesn-Montag, wurde ein 52-jähriger Mitarbeiter des Freefall-Towers „Hangover“ von einer Gondel eingeklemmt und tödlich verletzt.

Einen Tag später erlitt ein 78-jähriger Besucher im Augustiner-Biergarten einen Kreislaufstillstand. Zwei Kellnerinnen reanimierten ihn, wenige Tage später starb er.

Am 23. September stürzte eine über 90-jährige Rollstuhlfahrerin auf der Oidn Wiesn, als sich das Geschirr eines Kutschpferdes in ihrem Rollstuhl verfing. Sechs Tage später, am 29. September, starb sie im Krankenhaus.

Am letzten Wiesn-Tag wurde ein 47-jähriger Mitarbeiter einer Schiffschaukel auf der Oidn Wiesn schwer verletzt und musste reanimiert werden, wie der Bericht über den reanimierten Schiffschaukel-Mitarbeiter schildert.

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Polizei und Sanitäter zählen mehr Einsätze

Auch die Einsatzstatistik fällt höher aus als in den Vorjahren. Die Polizei zählte 1.851 Einsätze, 854 Straftaten und 80 Sexualdelikte.

Die Aicher Ambulanz versorgte 8.409 Patientinnen und Patienten. Der höchste gemessene Alkoholwert lag bei 3,8 Promille.

Nicht auf dem Festgelände, aber auf dem Weg dorthin starben am 27. September zwei Menschen bei einem Busunglück auf der A96 bei Buchloe. Am selben Tag brannte auf der Wiesn ein Container, am 28. September wurde ein 52-Jähriger in der Pettenkoferstraße niedergeschlagen und liegt seither im Koma.

Offen bleibt nach dieser Bilanz vor allem eine Frage: Ob die Stadt nach dem tödlichen Unfall am Freefall-Tower und dem reanimierten Schiffschaukel-Mitarbeiter die Kontrolle der Fahrgeschäfte nachschärft.